Clonidin hilft bei Bluthochdruck

Der Wirkstoff Clonidin wird zur Behandlung von Bluthochdruck eingesetzt. Daneben wird der Arzneistoff aber auch zur Dämpfung von Entzugserscheinungen bei Alkohol-, Drogen- oder Medikamentensucht verwendet. Durch die Einnahme kann es zu zahlreichen Nebenwirkungen kommen – unter anderem treten Müdigkeit, Mundtrockenheit und Kopfschmerzen auf. Wir informieren Sie ausführlich über Wirkung, Nebenwirkungen und Dosierung von Clonidin.

Wirkung von Clonidin

Clonidin kommt in erster Linie bei der Therapie von Bluthochdruck (Hypertonie) zum Einsatz. Der Wirkstoff sorgt im Körper dafür, dass weniger Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet werden. Diese beiden Botenstoffe sorgen dafür, dass der Blutdruck in die Höhe getrieben wird. Sinkt ihre Konzentration, entspannen und erweitern sich die Blutgefäße und das Herz muss weniger kraftvoll arbeiten. Dies alles führt auch dazu, dass der Blutdruck sinkt.

Neben Bluthochdruck kann Clonidin außerdem noch unterstützend während einer Narkose sowie zur Bekämpfung von Entzugserscheinungen eingesetzt werden. So hilft der Wirkstoff beispielsweise, die Entzugssymptome nach einer Alkohol-, Drogen- oder Opioid-Abhängigkeit zu dämpfen.

Nebenwirkung von Clonidin

Während der Einnahme von Clonidin kann eine Reihe von Nebenwirkungen auftreten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Müdigkeit, Benommenheit und Mundtrockenheit. Ebenso können sich Kopfschmerzen, Verstopfungen, Übelkeit und Erbrechen, Potenzstörungen sowie eine Verlangsamung des Herzschlages bemerkbar machen. Gelegentlich kann es außerdem zu Hautreaktionen und Juckreiz kommen.

Eher selten sind dagegen Nebenwirkungen wie Schwindel, Schlafstörungen, Depressionen, Stimmungsschwankungen, Empfindungsstörungen, Verwirrtheit und Halluzinationen. Ebenfalls nur selten kommt es zu einer Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen.

Um weitere Nebenwirkungen zu vermeiden, sollte Clonidin nie abrupt, sondern langsam Schritt für Schritt abgesetzt werden. Ansonsten kann das sogenannte Rebound-Phänomen auftreten. Dabei kann es zu einer überschießenden Gegenreaktion von Clonidin kommen, wodurch ein sehr schneller und starker Anstieg des Blutdrucks auftreten kann.

Dosierung von Clonidin

Clonidin kann sowohl oral als Kapsel oder Tablette eingenommen als auch intravenös, intramuskulär oder subkutan gespritzt werden. Zudem steht der Wirkstoff in verschiedenen Dosen zur Verfügung. Generell sollte immer mit einer möglichst niedrigen Dosis begonnen und diese bei Bedarf dann langsam gesteigert werden.

Falls vom Arzt nicht anders empfohlen, wird die Behandlung mit einer Dosis von 0,075 Milligramm begonnen. Bei Bedarf kann die Dosis anschließend weiter gesteigert werden. Allerdings sollte eine Anpassung der Dosierung erst nach etwa zwei bis vier Wochen erfolgen.

Gegenanzeigen

Unter bestimmten Umständen dürfen Sie Clonidin nicht einnehmen. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn Sie allergisch auf den Wirkstoff reagieren. Zudem ist Clonidin auch bei den folgenden Erkrankungen kontraindiziert bzw. der Patient bedarf einer sorgfältigen ärztlichen Überwachung:

  • Depressionen
  • Niedriger Blutdruck
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Herzrhythmusstörungen (AV-Block)
  • Frischer Herzinfarkt
  • Bradykardie mit weniger als 50 Schlägen pro Minute
  • Polyneuropathie
  • Schwere Durchblutungsstörungen
  • Schwere Erkrankung der Herzkranzgefäße
  • Verstopfung

Während der Schwangerschaft und der Stillzeit darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden. Auch Kinder dürfen nicht mit Clonidin behandelt werden.

Wechselwirkungen

Wird Clonidin gleichzeitig mit anderen Medikamenten eingenommen, können unter Umständen Wechselwirkungen auftreten. Informieren Sie Ihren behandelnden Arzt deswegen immer darüber, welche Medikamente Sie regelmäßig einnehmen. Unter anderem sind Wechselwirkungen mit folgenden Medikamenten bekannt:

  • Diuretika
  • Hypnotika
  • Neuroleptika
  • Trizyklische Antidepressiva
  • Vasodilatantien

Daneben sollte auch die Einnahme von Medikamenten wie Betablockern, die ebenfalls Einfluss auf den Blutdruck nehmen, vermieden werden. Ansonsten kann es zu Herzrhythmusstörungen sowie einer Verlangsamung des Herzschlages kommen. Achten Sie außerdem darauf, gleichzeitig mit dem Wirkstoff keinen Alkohol zu sich zu nehmen, da ansonsten die Wirkung von Clonidin verstärkt werden kann.