Diabetes mellitus und Zimt

Zimt © Anna Quaglia

Zimt wird seit Jahrtausenden sowohl wegen seines Geschmacks als auch wegen seiner vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen geschätzt. Neue Erkenntnisse weisen nun auf einen weiteren Nutzen hin: die blutzuckerregulierende Wirkung von Zimt. Erfahren Sie hier, was Zimt für Diabetiker so interessant macht.

Das Geheimnis Zimt

Zimt, mit der botanischen Bezeichnung "Cinnamomum verum", zählt zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Unter Zimt versteht man die Rinde von Zweigen des bis zu 20 m hohen, in Ceylon wild vorkommenden Zimtbaumes.

Die Gewürzpflanze Zimt wird seit Jahrtausenden sowohl wegen ihres Geschmacks als auch wegen ihrer vielfältigen gesundheitlichen Wirkungen geschätzt. Neue Erkenntnisse weisen nun auf einen weiteren gesundheitlichen Nutzen hin: die blutzuckerregulierende Wirkung von bereits einem Gramm Zimt als Tagesdosis in der unterstützenden Behandlung von Typ-2-Diabetikern.

Gestörter Glucosestoffwechsel

Charakteristisch für Diabetes mellitus Typ 2 ist, dass die Körperzellen nicht mehr ausreichend auf das blutzuckersenkende Hormon Insulin reagieren und hohe Blutzuckerspiegel resultieren. Für den Diabetiker ist eine ausgeglichene Balance des Blutzuckerspiegels von besonderer Bedeutung. Untersuchungen zufolge profitieren nicht-insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker bereits von einem Gramm Zimt, um die Wirkung des noch vorhandenen Insulins zu unterstützen.

Die Basis für einen Typ-2-Diabetes ist eine Insulinresistenz, das bedeutet, dass die Bauchspeicheldrüse zwar ausreichend Insulin produziert, die Körperzellen jedoch zunehmend weniger auf diesen Regulator reagieren. Der Organismus versucht, dies durch eine höhere Insulinproduktion auszugleichen.

Die Folge ist ein Hyperinsulinismus, das heißt, es werden immer größere Mengen an Insulin an das Blut abgegeben. Die Wirksamkeit des Insulins wird dann im weiteren Verlauf der Erkrankung mehr und mehr eingeschränkt. Die Insulinproduktion versiegt in der Regel allmählich, da die Leistung der Bauchspeicheldrüse erschöpft ist, sodass auch Typ-2-Diabetiker Insulin spritzen müssen.

Wie wirkt Insulin?

Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Nur mit Hilfe dieses Hormons kann der Zucker aus dem Blut in die Zellen aufgenommen werden. Am Zelleingang wirkt Insulin als eine Art "Türöffner" über das sogenannte Schlüssel-Schloss-Prinzip. Insulin (Schlüssel) bindet dabei an spezielle Bindungsstellen auf den Zellen (Schloss), so dass sich die Zelle bildlich gesprochen öffnet und der zirkulierende Zucker aus dem Blut in das Zellinnere gelangen kann.

Welche Vorteile bietet Zimt für eine ausgeglichene Blutzucker-Balance?

Die im wässrigen Zimtextrakt enthaltenen Inhaltsstoffe, die sogenannten Methylhydroxy-Chalcon-Polymere (MHCP), verbessern die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen und somit die Aufnahme der Blutglucose in die Zellen. Auf diese Weise unterstützen sie die Wirkung des körpereigenen Insulins, wodurch der Blutzuckerspiegel auf Normalwerte reguliert wird.

Im Rahmen einer Studie mit Typ-2-Diabetikern zeigten geringe Mengen Zimt (1-6 g täglich) über eine Einnahmezeit von 40 Tagen eine deutliche Verbesserung der diabetischen Stoffwechsellage. Neben dem positiven Einfluss von Zimt auf den Blutzuckerspiegel sind positive Wirkungen auf den Fettstoffwechsel (Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyceride) und somit auf das Herz-Kreislauf-Risiko beobachtet worden.

Aktualisiert: 22.11.2016

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