Work-Life-Balance: Entspannte Frau bei der Arbeit
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Work-Life-Balance: 12 Maßnahmen, mit denen sie gelingt

Von: Kristina Klement, Jasmin Rauch (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 22.03.2024 - 11:07 Uhr

Trotz Arbeit, Familie und Freizeitstress gelingt es Menschen, die ihre Work-Life-Balance gefunden haben, scheinbar spielerisch, alle Bereiche ihres Lebens optimal zu managen und dabei auch noch entspannt zu sein. Was häufig Neid und Unverständnis hervorruft, ist kein Hexenwerk. Mit der richtigen Work-Life-Balance und dem perfekten Zeitmanagement bringen Sie Ihre Aufgaben aus dem Arbeitsalltag und Ihr Privatleben besser unter einen Hut. Dadurch sind Sie nicht nur zufriedener und haben mehr Zeit für sich selbst, sondern tun auch noch etwas für Ihre Gesundheit. Wir geben Ihnen 12 Tipps, wie Sie eine optimale Work-Life-Balance erreichen.

Definition: Was bedeutet Work-Life-Balance?

Der Begriff Work-Life-Balance (oder auf Deutsch etwa "Balance zwischen Arbeit und Leben") steht für einen Zustand, in welchem sich Berufs- und Privatleben in einem Gleichgewicht befinden. Beide Bereiche sollen möglichst so miteinander vereinbart werden können, dass die darin anfallenden Aufgaben und Vorhaben erfüllt werden können, ohne dass die körperliche oder psychische Gesundheit darunter leidet.

Arbeit und Privatleben werden per Definition strikt getrennt gehalten, was in Zeiten von Homeoffice sowie einer immer stärkeren Digitalisierung und ständigen Erreichbarkeit jedoch bei vielen Menschen nicht mehr der Lebenswirklichkeit entspricht. Auch werden Dinge wie Hausarbeit nicht bei dieser Einteilung berücksichtigt. Diese Aspekte des Konzepts der Work-Life-Balance werden deshalb teilweise auch kritisiert.

Zeitmanagement als wichtiger Faktor der Work-Life-Balance

Ein sehr wichtiger Bestandteil einer gelungenen Work-Life-Balance ist ein effektives Zeitmanagement. Das beinhaltet folgende Punkte:

  • Wichtiges von Unwichtigem trennen
  • große Aufgaben in kleinere Teilbereiche aufspalten
  • wenn möglich: Aufgaben an andere abgeben, also delegieren

Beim Blick auf die volle To-do-Liste fällt das nicht immer leicht. Hat man es aber erst einmal mit dieser Methode probiert, lassen sich viele Punkte im Handumdrehen abhaken.

Durch systematisches und diszipliniertes Planen der Zeit und das Konzentrieren aufs Wesentliche kann man wertvolle Stunden für sich selbst und seine Familie gewinnen. Konkret Zeit sparen kann man, indem man sich bei der Arbeit voll konzentriert und Unterbrechungen vermeidet (also ruhig einmal die Tür abschließen und das Handy ausschalten).

Unangenehme Aufgaben zuerst

Egal für welche Tätigkeit, ob das Telefonat mit der alten Freundin oder den Wohnungsputz, man sollte sich vorher immer ein Zeitlimit setzen und dieses auch einhalten – dies gilt insbesondere für unangenehme Aufgaben, die man lieber vor sich herschieben würde.

Denn durch das Aufschieben häufen sich die Aufgaben eher an und man hat ständig den unangenehmen Gedanken im Hinterkopf, dass man noch den Theaterabend mit der Mutter absagen und der Freundin den Rotweinfleck in dem ausgeliehenen Kleid beichten muss. Rufen Sie lieber sofort an und bringen Sie es hinter sich. Dann ist nicht nur Ihr Gewissen erleichtert, Sie haben auch den Kopf frei für andere Dinge.

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Wie erreicht man eine gute Work-Life-Balance? 12 Maßnahmen

Neben dem richtigen Zeitmanagement, dem Vermeiden von Ablenkungen und dem geplanten und zielstrebigen Abarbeiten von Aufgaben gibt es noch weitere Tipps. Diese helfen Ihnen zusätzlich dabei, den unterschiedlichen Lebensbereichen gerecht zu werden und trotzdem Zeit für sich zu finden. Probieren Sie einfach die folgenden 12 Tipps für eine optimale Work-Life-Balance aus.

1. Vermeiden Sie Dauerstress

Stress lässt sich nicht gänzlich vermeiden. Er sollte aber immer nur für kurze Phasen andauern, beispielsweise bei einem Notfall oder einem außergewöhnlich anspruchsvollen Arbeitstag. Danach muss die Erholung als Ausgleich folgen, die Sie sich bewusst nehmen sollten. Dauerstress hingegen macht krank und führt zu körperlicher und seelischer Erschöpfung.

2. Halten Sie Ordnung

Jeden Tag fünf Minuten die Wohnung aufzuräumen fällt leichter, als am Wochenende vor dem kompletten Chaos zu stehen. Ein sauberer, aufgeräumter Schreibtisch hilft zudem, effektiver und konzentrierter zu arbeiten.

3. Machen Sie Pausen

Machen Sie regelmäßig Pausen an der frischen Luft. Öffnen Sie mehrmals am Tag für fünf Minuten das Fenster, blicken Sie nach draußen und atmen Sie tief durch. Machen Sie mittags einen kleinen Spaziergang, anstatt nur schnell zwischendurch etwas zu essen.

4. Entspannen Sie beim Essen

Essen Sie generell bewusst und ohne Stress. Ein gutes Gespräch nebenbei wirkt entspannender, als fernzusehen oder Zeitung zu lesen.

5. Bewegen Sie sich

Auch wenn es nach einem anstrengenden Tag schwerfällt: Bewegen Sie sich. Ein leichter Dauerlauf nach getaner Arbeit macht den Kopf frei, löst Verspannungen und schüttet Glückshormone aus.

6. Planen Sie Freizeit ein

Vereinbaren Sie feste Termine mit sich selbst, in denen Sie Dinge machen, die Ihnen Spaß machen (beispielsweise ein gutes Buch lesen, ein Entspannungsbad nehmen oder alte Fotos ansehen). Diese Termine sollten auch nach Möglichkeit nicht verschoben werden.

7. Vernachlässigen Sie Ihre Freundschaften nicht

Anstatt Verabredungen wie den Cocktailabend oder das gemeinsame Pizzaessen aus Zeitnot und Müdigkeit immer wieder zu verschieben, vereinbaren Sie von vornherein ein Treffen von 20 bis 22 Uhr. So kommen Sie zeitig nach Hause und hatten trotzdem einen netten Abend.

8. Nutzen Sie die vier Säulen der Work-Life-Balance

Teilen Sie Ihr Leben in vier Säulen oder Bereiche ein: Arbeit, Körper/Gesundheit, Kontakte, Sinn/Selbstverwirklichung. Planen Sie jede Woche, wie viel Zeit Sie jedem Lebensbereich widmen wollen und halten Sie dies auch ein.

9. Delegieren Sie

Sie müssen nicht alles selbst erledigen. Trauen Sie Ihrem*Ihrer Partner*in ruhig zu, gelegentlich mal das Essen zu kochen, lassen Sie die Kinder im Haushalt helfen oder den*die Arbeitskolleg*in ein Projekt übernehmen. Wer immer alles selber machen will, aus Angst, andere könnten es verkehrt machen, schneidet sich nur ins eigene Fleisch.

10. Suchen Sie sich einen neuen Job

Wenn nur noch die Arbeit Ihr Leben bestimmt und Sie jeden Abend erschöpft ins Bett fallen, ziehen Sie einen Arbeitsplatzwechsel infrage. Wenn Sie mit Ihrem Unternehmen zufrieden sind, könnten Sie auch über eine andere Position verhandeln, in der Sie etwas weniger Verantwortung, dafür aber mehr Lebensqualität haben.

11. Reflektieren Sie

Reflektieren Sie die jeweils gegenwärtige Situation von Zeit zu Zeit, also denken Sie bewusst darüber nach, wie es Ihnen geht und was Ihre Bedürfnisse sind. So ist es leichter, Dinge wahrzunehmen und zu ändern, die einen stören.

12. Lächeln Sie

Unterschiedliche Studien haben einen Zusammenhang zwischen einem (echten, aber auch künstlichen) Lächeln und einer positiven Veränderung der Stimmung zeigen können. Die sogenannte Facial-Feedback-Hypothese geht davon aus, dass die Aktivierung bestimmter Gesichtsmuskeln, die beim Lächeln benötigt werden, Signale an das Gehirn sendet, welches daraufhin Botenstoffe wie Dopamin und Serotonin ausschüttet. Diese beeinflussen wiederum unsere Gefühle und steigern unser Wohlbefinden.

Arbeitsplatz-Maßnahmen als Chance

Auch manche Unternehmen haben mittlerweile erkannt, dass sich eine ausgewogene Work-Life-Balance positiv auf ihre Mitarbeitenden auswirkt. Daher haben immer mehr Beschäftigte die Möglichkeit, sich durch Überstunden oder verschiedene Arbeitszeitmodelle ein Sabbatjahr (Sabbatical) anzusparen. Dadurch ergibt sich ein komplettes Jahr bezahlter Urlaub.

Auch durch Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten und moderne Arbeitsmodelle, Firmenkindertagesstätten, gemeinsame Betriebsausflüge, Teamwork-Seminare und eine freundliche Arbeitsatmosphäre können Unternehmen zur Work-Life-Balance ihrer Mitarbeitenden beitragen.

Wer entspannt und ausgeglichen ist, sich in seiner Arbeit wohlfühlt und sie nicht als notwendiges Übel, sondern als wichtigen Teil seines Lebens ansieht, wird auch effektiver arbeiten und eher bereit sein, gelegentlich ein paar Überstunden einzulegen. Im Endeffekt führt eine Ausgeglichenheit zwischen den Lebensbereichen also zu einer höheren Produktivität. So profitieren beide Seiten von den Vorteilen einer guten Work-Life-Balance.

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