Lifeline Logo

Diabetes und Fasten

Fasten mit Gemüse bei Diabetes © rawpixel

Fasten trotz Diabetes – ist das möglich? Alljährlich endet die närrische Zeit mit einer siebenwöchigen Periode des Fastens. Viele Menschen wollen während der Fastenzeit bewusst kürzer treten. Meist wird in den Wochen zwischen Fasching und Ostern auf bestimmte Konsum- und Genussgüter wie Fleisch, Alkohol, Nikotin oder Süßigkeiten verzichtet. Fast die Hälfte aller Deutschen hält eine Einschränkung während der Fastenzeit für sinnvoll, wie Umfragen ergeben.

Fasten: Motive unterschiedlich

Doch die Motive für das Fasten können sehr unterschiedlich sein: Während der Ursprung der 40-tägigen Fastenzeit religiöser Natur ist – die Christen gedenken der ebenso langwährenden Fastenzeit Jesu Christi vor seinem öffentlichen Wirken – möchten heute viele Menschen beim Fasten ihre Alltagsgewohnheiten überdenken und neu ordnen, oder auch bewusster leben.

Vielen Übergewichtigen geht es aber auch vor allem darum, abzunehmen. So haben viele der rund acht Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit Typ-2-Diabetes haben mit ihren Pfunden zu kämpfen. Probleme mit dem Gewicht werden sie durch Fasten jedoch auf lange Sicht genauso wenig in den Griff bekommen wie gesunde Menschen. Darüber hinaus müssen Diabetiker, die Fasten möchten, besonders vorsichtig sein. Radikalkuren können für Menschen mit Diabetes sogar gefährlich werden. Jedes Fasten sollte deshalb immer im Vorfeld mit dem Arzt abgesprochen und von diesem begleitet werden!

Diabetes und Fasten: Unterzuckerung vermeiden

Diabetiker müssen beim Fasten besondere Vorsicht walten lassen: Regelmäßiges Blutzuckermessen und eine Anpassung der Therapie sind unumgänglich. Grundsätzlich ist Fasten aber auch für Diabetiker erlaubt, vorausgesetzt sie leiden nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen und haben keine Probleme mit Niere oder Leber.

Jede radikale Ernährungsumstellung wirkt sich jedoch stark auf die Stoffwechselvorgänge aus. Insbesondere für Diabetiker, die mit blutzuckersenkenden Mitteln oder Insulin therapiert werden, steigt das Risiko auf Unterzuckerung. Um während des Fastens den Stoffwechsel zu regulieren, muss die Dosis der Insulinspritzen oder der oralen Antidiabetika in Form von Tabletten individuell an die Nahrungsaufnahme angepasst werden. Um Risiken auszuschließen, ist eine ärztliche Anleitung und Überwachung der gesamten Fastenkur zu empfehlen.

Für die regelmäßige Kontrolle des Blutzuckers sollten Menschen mit Diabetes während des Fastens auf modernste Geräte zurückgreifen. Sie liefern nicht nur innerhalb kürzester Zeit ein zuverlässiges Ergebnis, sondern sind auch im Notfall sofort einsatzbereit, da sie nicht codiert werden müssen.

Welche Fasten-Methode bei Diabetes?

Menschen mit Diabetes sollten keine strengen Fastenkuren ohne feste Nahrung durchführen. An das sogenannte totale Fasten, was auch als Nulldiät bezeichnet wird, sollten sich nur vollkommen gesunde Menschen wagen, denn dem Körper wird dabei keinerlei Energie zugeführt. Allein Wasser und bestimmte Teesorten, wie ungesüßter Früchte- oder Kräutertee, sind erlaubt.

Das gleiche gilt für die Saftkur: hier wird der Speiseplan nur durch kleine Mengen an Obst- und Gemüsesäften ergänzt. Eine schonendere Variante bietet das sogenannte Heilfasten, das jedoch nicht dem Heilen dient; vielmehr beugt es durch seine entschlackende und entgiftende Wirkung auf den Körper Krankheiten vor.

Die Fastenkur nach Buchinger ist ganzheitlich ausgerichtet und setzt sich aus Entlastungs- und Aufbautagen sowie Darmreinigungen zusammen. Zusätzlich sind bei Diabetes Fastenkuren zu empfehlen, die den Körper ausreichend mit Nährstoffen und Mineralstoffen versorgen, wie etwa die Schrothkur (7-Tage-Körner Kur) oder das auch für den Alltag geeignete Basenfasten mit Hülsenfrüchten, Getreide, Obst und Gemüse.

Fasten und Diabetes: Fazit

Fasten kann für Typ-2-Diabetiker dann sinnvoll sein, wenn es darum geht, die Ernährung zugunsten einer gesünderen Lebensweise umzustellen, oder durch ungesunde Lebensweise verursachten Krankheiten vorzubeugen. Fastenkuren für Diabetiker sollten immer unter ärztlicher Anleitung erfolgen.

Nach der Fastenkur sollte der Ernährungsplan dauerhaft eine abwechslungsreiche, fett- und kalorienarme Mischkost, vornehmlich bestehend aus Obst, Gemüse, sowie Vollkornprodukten, enthalten.

Fasten für Diabetiker: Risiken meiden

  • Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dürfen nicht alle Diabetiker fasten. Sprechen Sie daher im Vorfeld mit Ihrem Arzt.
  • Lassen Sie durch Ihren Arzt die medikamentöse Therapie individuell auf Ihre Fastenkur anpassen.
  • Um durch die Nahrungsumstellung verursachte Unterzuckerung während der Fastenkur zu vermeiden, sollten Sie regelmäßig Ihren Blutzucker messen.

Aktualisiert: 03.05.2012 – Autor: Daniela Heinisch

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?