So erkennt man eine Fruktoseintoleranz

Obst und Gemüse enthalten viel Fruktose © pixabay, silviarita

Das Obstangebot ist heutzutage größer und vielfältiger denn je. Aber nicht jeder kann Obst uneingeschränkt genießen. Gehören Sie auch zu den Personen, bei denen es nach dem Genuss von Obst häufig zu einem Rumoren im Bauch kommt? Dann kann eine Fruktosemalabsorption beziehungsweise intestinale Fruktoseintoleranz vorliegen.

Test auf Fruktoseintoleranz

Wie viele Personen in Deutschland an Fruktosemalabsorption oder einer Fruktoseintoleranz leiden, ist nicht genau bekannt. Viele scheinen betroffen zu sein, ohne dass eine Diagnose gestellt ist.

Dabei ist diese mithilfe eines Tests, des sogenannten "H2-Atemtests" oder Fruktose-Wasserstoffatemtests, recht einfach: Dieser Fruktosemalabsorption-Test misst nach einer Belastung mit Fruktose über die Atemluft, ob die typischen Darmgase entstehen und abgeatmet werden. Treten bei der Durchführung des Tests zusätzlich die typischen Symptome auf, ist von einer Fruktoseintoleranz auszugehen.

Fruktosemalabsorption: Was sind die Ursachen?

Bei Fruktosemalabsorption ist die Aufnahme von Fruktose, also Fruchtzucker, der zum Beispiel in Obst und Honig vorkommt, im Dünndarm gestört. Normalerweise schleust ein Transporter den Zuckerbaustein Fruktose aus der Nahrung in die Dünndarmzellen und damit in die Blutbahn. Bei der Fruktosemalabsorption ist dieses Transportsystem defekt beziehungsweise seine Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

Weitgehend unverdaut gelangt die Fruktose deshalb in größerer Menge in den Dickdarm. Die dort vorhandenen Bakterien bauen Fruktose zu kurzkettigen Fettsäuren und Gasen wie Wasserstoff oder Kohlendioxid ab, welche die Beschwerden auslösen können.

Fruktosemalabsorption oder intestinale Fruktoseintoleranz?

Auch wenn die beiden Begriffe häufig synonym verwendet werden, gibt es einen Unterschied zwischen einer Fruktoseintoleranz und einer Fruktosemalabsorption. Aus medizinischer Sicht gilt folgende Definition:

  • Die Malabsorption liegt vor, wenn der Fruchtzucker im Dünndarm nicht richtig aufgenommen wird und daher große Teile davon in den Dickdarm gelangen.
  • Von einer intestinalen Fruktoseintoleranz spricht man, wenn der Fruchtzucker tatsächlich unverträglich ist und die Malabsorption des Fruchtzuckers zu Beschwerden führt.

Hereditäre Fruktoseintoleranz abgrenzen

Nicht zu verwechseln ist die Fruktosemalabsorption auch mit der angeborenen (hereditären) Fruktoseintoleranz. Hierbei handelt es sich um eine seltene Störung des Fruktosestoffwechsels, bei der den Betroffenen ein Enzym, das für den Fruktoseabbau benötigt wird, fehlt. Sie erfordert von Geburt an einen strikten Verzicht auf Fruktose.

Symptome einer Fruktoseintoleranz

Zu den typischen Anzeichen von Fruktoseintoleranz gehört in der Regel eine Kombination aus einigen der folgenden Symptome:

Meiden die Betroffenen Fruchtzucker, verschwinden die Symptome völlig. Ein vollständiger Verzicht auf Fruchtzucker muss jedoch auch bei Fruktoseintoleranz nicht sein, denn eine geringe Menge Fruktose wird meist vertragen.

Die Fruktoseverträglichkeit ist von Person zu Person unterschiedlich und individuell zu ermitteln. Bei manchen Menschen sind die Symptome der Intoleranz nur vorübergehend, bei anderen kann die Fruktose ein Leben lang Probleme machen.

Fruktoseintoleranz – was tun?

Nach der Diagnose einer Fruktoseunverträglichkeit wird üblicherweise zunächst eine Karenzzeit empfohlen, in der komplett auf Fruktose verzichtet wird.

Danach können (und sollten) Schritt für Schritt wieder fruktosehaltige Lebensmittel in den Speiseplan integriert und die eigenen Grenzen ausgetestet werden. Im Laufe der Zeit, wenn sich der Darm weiter erholt hat, können diese Grenzen immer weiter verschoben werden.

Ein Arzt oder Ernährungsberater kann helfen, einen individueller Ernährungsplan zu erstellen, um zu vermeiden, dass es zu einer Mangelernährung kommt. Häufige Folgen von Fruktoseintoleranz sind ein Mangel an Zink oder Folsäure, sodass – nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt – ein Zuführung über Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll sein kann.

Ernährung: Welche Lebensmittel meiden?

Der Einfachzucker Fruktose ist ein natürlicher Bestandteil von Obst und zahlreichen Gemüsesorten. Besonders fruktosereich sind beispielsweise:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Pflaumen
  • Trauben
  • Datteln
  • Tomaten

Fruktose befindet sich außerdem in Fruchtsaft, Fruchtjoghurt, Müsliriegeln, Trockenfrüchten, Marmelade, Süßwaren sowie Limonade und Cola. Auch Lebensmitteln wie Brot oder Wurst wird häufig Fruchtzucker zugesetzt. Vorsicht gilt auch beim Alkohol: Vor allem süße Getränke wie lieblicher Wein oder Likör enthalten viel Fruktose.

Daher ist es bei einer Fruktoseintoleranz wichtig, beim Einkaufen die Liste der Zutaten genau zu lesen. Vorsicht ist allerdings bei der Kennzeichnung "fruktosefrei" oder "ohne Fruktose" geboten: Dies bedeutet oftmals nur, dass kein zusätzlicher Fruchtzucker beigemengt wurde. Dennoch kann in diesen Lebensmitteln Fruktose enthalten sein.

Was essen bei Fruktoseintoleranz?

Eine Fruchtzuckerunverträglichkeit bedeutet nur in den wenigsten Fällen einen kompletten Verzicht auf Ost und Gemüse. Im Gegenteil: Ein vollständiger Verzicht kann zu Vitaminmangel führen und ist daher nicht ratsam. Das Ziel sollte daher nicht sein, fruktosefrei zu essen, sondern fruktosearm.

Vergleichsweise gut verträgliche Lebensmittel bei Fruktoseintoleranz sind beispielsweise:

Diese Faktoren beeinflussen die Verträglichkeit

Die individuelle Verträglichkeit von Fruktose kann außerdem abhängig sein von:

  • der Art der Zubereitung
  • der Kombination verschiedener Lebensmittel in einer Mahlzeit
  • der insgesamt an diesem Tag aufgenommenen Menge an Fruktose

Auch die Tageszeit oder der Zeitpunkt des Essens kann eine Rolle spielen. So ist Fruktose direkt nach einer Hauptmahlzeit sowie am Nachmittag meist besser verträglich.

Spezielle Rezepte sowie Tabellen mit Angaben zum Fruktosegehalt von Lebensmitteln finden sich im Internet und können Betroffenen das fruktosearme Kochen erleichtern. Es kann ratsam sein, selbst eine Liste zu führen, welche Lebensmittel in der Regel gut vertragen werden.

Zucker bei intestinaler Fruktoseintoleranz

Auch der Zuckeraustauschstoff Sorbit sollte bei Fruktoseunverträglichkeit gemieden werden. Da Sorbit im Darm dasselbe Transportmittel nutzt, kann er kurzfristig die Aufnahme der Fruktose vermindern. Sorbit kommt in manchen Obstarten vor und wird vielen Produkten – genau wie Fruktose – als Zuckeraustauschstoff zugesetzt.

Glucose (Traubenzucker) hingegen begünstigt die Fruktoseaufnahme, da sie die Aktivität des Transporters anregt. Aus diesem Grund wird Saccharose (Haushaltszucker), die je zur Hälfte aus Fruktose und Glucose besteht, von manchen Betroffenen besser aufgenommen. Auch kann es bei einer Fruktoseintoleranz hilfreich sein, hin und wieder beim Kochen von Obst oder Gemüse Traubenzucker zuzusetzen, um die Verdaulichkeit eines Gerichtes zu erhöhen. 

Zum Süßen eignen sich außerdem Stevia oder Reissirup – nicht geeignet sind hingegen Agavendicksaft, Honig oder Ahornsirup. Auch Milchzucker (Laktose) kann bei einer Fruchtzuckerunverträglichkeit eine Alternative darstellen, sofern man nicht zugleich auch von einer Laktoseintoleranz betroffen ist.

Aktualisiert: 31.10.2018 – Autor: dge; überarbeitet: Silke Hamann

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