Unkontrolliertes Fasten kann gefährlich werden!

Unkontrolliertes Fasten, nicht ärztlich überwachtes Heilfasten oder eine Nulldiät können gefährlich werden. Denn Fasten bedeutet Hungern und muss ärztlich überwacht werden. Eine Nullkalorienzufuhr kann im schlimmsten Fall tödlich enden. Fastenkuren sollten am besten unter ärztlicher Aufsicht, möglichst in einer Klinik, durchgeführt werden. Fasten ist als Maßnahme zur Gewichtsreduktion nicht geeignet, da der Organismus insbesondere Flüssigkeit verliert und Muskulatur abbaut. Das Fettgewebe bleibt bei einer kurzfristigen "Fastenkur" weitgehend erhalten und es tritt der gefürchtete Jo-Jo-Effekt ein.

Heilfasten als Anstoß zu einem gesünderen Lebensstil

Heilfasten kann aber ein Impuls für eine Änderung des Lebensstils sein. Die positiven Erfahrungen einer Heilfastenkur können dazu beitragen, dass die gesamte Lebensführung gesundheitsbewusster wird und die Ernährungsgewohnheiten geändert werden. Eine Heilfastenkur kann jedoch eine medizinisch notwendige Therapie nicht ersetzen.

Fastenwirkung

Viele positive Wirkungen des Heilfastens sind wissenschaftlich kaum oder nur ungenügend belegt. Der in Zusammenhang zum Heilfasten immer wieder genannte Begriff "Entschlacken" ist wissenschaftlich nicht begründbar. In einem gesunden menschlichen Körper gibt es keine Ansammlung von Schlacken und Ablagerung von Stoffwechselprodukten. Nicht verwertbare Stoffe werden bei ausreichender Flüssigkeitszufuhr über den Darm und die Nieren ausgeschieden.

Grundsätzlich sollten Heilfastenkuren nur nach vorheriger Gesundheitsuntersuchung möglichst stationär oder unter ärztlicher Begleitung durchgeführt werden.

Kein Mittel zur Gewichtsreduktion

Während dem Fasten ursprünglich religiöse Motive zu Grunde lagen, dient es heute oftmals fälschlicherweise der Gewichtsreduktion. Ein falsches und teilweise sogar gefährliches Mittel: Während jeder Nullkalorienzufuhr greift der Organismus auf die Eiweißreserven zurück. Dabei deckt er seinen Bedarf auch aus der Herzmuskulatur. Dadurch entstehende Veränderungen können Herzrhythmusstörungen und Kammerflimmern auslösen. Außerdem kann es beim Fasten zu einer Blutübersäuerung (Azidose) kommen, wenn eine "Kur" länger als einige Tage andauert.

Häufig kommt es beim Fasten zu schmerzhaften Gichtanfällen, durch die hohen Flüssigkeits- und Elektrolytverluste können niedriger Blutdruck, Schwäche, Kopfschmerzen, Müdigkeit, trockene Haut und Schleimhaut, Mundgeruch sowie erhöhtes Kälteempfinden auftreten. Bedenklich ist längerfristiges Fasten (mehr als fünf Tage) auch durch die fehlende Zufuhr lebensnotwendiger Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe.

Wer darf auf keinen Fall fasten?

Überhaupt nicht fasten sollten:

  • Schwangere und Stillende
  • Menschen mit bestimmten Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Krebskranke
  • Kinder
  • Diabetiker

Der richtige Weg

Langfristige Gewichtsabnahmen beziehungsweise gesundheitsfördernde Wirkungen sind letztlich nur durch eine Ernährungsumstellung zu erreichen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt deshalb eine ballaststoffreiche aber fettarme Kost, die satt macht und Fettreserven langsam aber sicher abbaut.

Aktualisiert: 22.02.2019 – Autor: Nathalie Blanck

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