Kräutertee: Vitalstoff und Gesundmacher

Verschiedene Kräutertees und Früchtetees © Anna Quaglia

Die einen trinken ihn wegen seiner Heilwirkung, die anderen machen einen Kult daraus. Tee ist beliebter denn je. Er soll schlank machen, vor Krebs schützen und das Herz fit halten. Alles nur Humbug? Und vor allem: Gilt dies nur für "echten" Tee aus der Teepflanze oder auch für Kräutertees und Früchtetees? Erfahren Sie mehr über die verschiedenen im Handel erhältlichen Kräuterteesorten, ihre Inhaltsstoffe und Wirkungen.

Polyphenole in Tee

Tee gilt als gesund. Grund dafür sind insbesondere die sogenannten Polyphenole. Diese Substanzen kommen auch im Rotwein vor, dem ja - in Maßen genossen - eine gesundheitsfördernde Wirkung zugesprochen wird. In Amerika gibt es sogar eine Reihe von kommerziellen Präparaten, die Polyphenolextrakte aus Tee und/oder Rotwein enthalten.

Polyphenole finden sich vor allem in "echtem" Tee, also beispielsweise in schwarzem, weißem und grünem Tee. Auch in Kräuter- und Früchtetees finden sich Polyphenole. Aber Kräutertees haben noch viele andere positive Wirkungen auf die Gesundheit.

Kräutertees und ihre Wirkung

Kräutertees stammen nicht vom Teestrauch, sondern von getrockneten Pflanzenteilen anderer Pflanzen. Sie enthalten - wie die "echten" Tees auch - keine Kalorien. Sie liefern aber Vitamine, Mineralstoffe und ätherische Öle mit gesundheitsfördernden Eigenschaften. Ihnen fehlt allerdings das Koffein (Ausnahme: Matetee).

Wir zeigen, was in den verschiedenen Teesorten steckt:

  • Brennesseltee
    Brennnesselblätter zeichnen sich durch ihren Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen aus. Bei Nierenerkrankungen darf Brennnesseltee nicht angewendet werden!
    Wirkungen: entwässernd, harntreibend, stärkend, belebend.
  • Fencheltee
    Die Fenchelfrüchte enthalten ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteil das bittere Fechenon und das süßliche Anethol ist.
    Wirkungen: hilft bei Blähungen, Krämpfen, Übelkeit, Bauchschmerzen und ist entzündungshemmend.
  • Kamillentee
    Kamillenblüten enthalten ätherische Öle, deren Hauptbestandteil das Azulen ist. Der Tee sollte immer heiß getrunken werden, weil sonst viel von seinem Aroma verloren geht.
    Wirkungen: ist entzündungshemmend, hilft bei Blähungen.
  • Lindenblütentee
    Lindenblüten enthalten nur wenig ätherische Öle. Deren Bestandteil Farnesol sorgt für den angenehmen Geschmack.
    Wirkungen: heiß getrunken schweißtreibend, beruhigend.
  • Melissentee
    Die Melissenblätter verbreiten einen intensiven Zitronenduft. Grund dafür sind die in der Melisse enthaltenen ätherischen Öle.
    Wirkungen: hilft bei Blähungen, Krämpfen, Übelkeit, Bauchschmerzen; wirkt beruhigend.
  • Matetee
    Die Blätter werden getrocknet (grüner Mate) und anschließend geröstet, wodurch die dunkelbraune Färbung und der würzige Geschmack entsteht.
    Wirkungen: anregend, verdauungsfördernd, harntreibend.
  • Pfefferminztee
    Pfefferminzblätter enthalten 2 - 5 % ätherische Öle (bis zu 60 % Menthol). Zudem sind Gerb- und Bitterstoffe vorhanden. Sie verursachen den bitteren Geschmack, wenn der Tee zu lange zieht.
    Wirkungen: gut gegen Blähungen, Krämpfe, Übelkeit, Bauchschmerzen; ist entzündungshemmend, hilft bei Zahnschmerzen, ist beruhigend, wohltuend bei Erkältungen (Dampfbad).

Hagebuttentee als Früchtetee

Auch Früchtetees können positiv auf die Gesundheit wirken. So zum Beispiel der Hagebuttentee: Die Früchte der Heckenrose enthalten Gerbstoffe, Fruchtsäuren, ätherische öle und Vitamin C. Reife Hagebutten zählen zu den Vitamin C-reichsten Früchten überhaupt. 

Wirkungen: Hagebuttentee schützt vor Erkältungskrankheiten.

Aktualisiert: 04.11.2016

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