Vorteile und Nachteile einer Milchpumpe

Milchpumpe © istockphoto, Pilin_Petunyia

Die meisten frisch gebackenen Mütter stillen ihr Baby etwa ein halbes Jahr lang, denn Muttermilch stellt für den Säugling in den ersten sechs Monaten die perfekte Ernährung dar. Doch was tun, wenn die Mutter noch während der Stillzeit wieder zu arbeiten beginnt oder einfach nur ein paar Stunden Zeit für sich haben möchte? Damit das Baby auch während dieser Zeit mit Muttermilch versorgt werden kann, kann mithilfe einer Milchpumpe ein Muttermilch-Vorrat angelegt werden.

Milchpumpen in der Apotheke leihen

Allgemein wird bei Milchpumpen zwischen elektrischen Geräten und Handpumpen unterschieden. Handpumpen sind jedoch nur dafür geeignet, überschüssige Milch abzupumpen. Ganze Mahlzeiten können deutlich einfacher und schneller mit einer elektrischen Milchpumpe gewonnen werden. Diese wird entweder über Batterien oder Netzstrom betrieben. Bei den meisten Milchpumpen kann der Behälter, mit dem die Milch aufgefangen wird, praktischerweise anschließend mit einem Sauger verschlossen und direkt als Fläschchen verwendet werden.

Wer eine Milchpumpe benutzen möchte, muss diese nicht unbedingt kaufen, sondern kann auch in einer Apotheke die Milchpumpe leihen. Diesen Service bieten mittlerweile viele Apotheken an. Lassen Sie sich die Milchpumpe in der Apotheke oder alternativ von Ihrer Hebamme vor dem ersten Gebrauch genau erklären. Zudem sollten Sie die Milchpumpe vor der ersten Verwendung sorgfältig auskochen, um möglicherweise vorhandene Keime abzutöten.

So funktioniert die Milchpumpe

Beim Gebrauch der Milchpumpe ist es besonders wichtig, die Pumpe richtig anzulegen, da ansonsten durch das von der Pumpe verursachte Vakuum Risse in der Brustwarze entstehen können. Ist die Milchpumpe richtig angebracht, saugt sie etwa im gleichen Rhythmus wie ein Baby. Bei vielen elektrischen Pumpen lässt sich die Saugstärke der Milchpumpe individuell einstellen.

Zu Beginn ist es durchaus normal, dass nur wenige Milliliter Muttermilch abgepumpt werden können. Diese Menge lässt sich jedoch in der Regel schnell steigern. Insgesamt sollte nicht länger als 20 Minuten lang Milch abgepumpt werden, da ansonsten die Brust zu sehr belastet und die Milchbildung zu stark angeregt wird. Bei elektrischen Milchpumpen sollte die Pumpe in einem Moment ausgeschaltet werden, indem die Pumpe gerade nicht saugt. Ansonsten kann das Entfernen von der Brust äußerst schmerzhaft sein.

Nach dem Gebrauch muss die Milchpumpe sorgfältig gereinigt werden. Die Einzelteile der Pumpe können per Hand oder in der Spülmaschine gesäubert werden. Wird per Hand gespült, sollten die einzelnen Teile nicht mit einem Geschirrhandtuch abtrocknet werden, da es ansonsten zu Verunreinigungen kommen kann. Noch sicherer ist es, die einzelnen Teile der Milchpumpe nicht zu spülen, sondern zu sterilisieren. Dies kann entweder durch Abkochen, durch einen Vaporisator oder ein Mikrowellen-Sterilisationsgerät erfolgen.

Tipps zum Abpumpen

Für viele Mütter ist der Umgang mit der Milchpumpe zu Beginn nicht einfach. Mit diesen Tipps wird das Abpumpen der Milch leichter:

  • Beugen Sie Ihren Oberkörper beim Abpumpen leicht nach vorne.
  • Wechseln Sie beim Milchabpumpen öfters die Seiten. Falls es Ihnen hilft, können Sie Ihr Kind beim Abpumpen gleichzeitig an der anderen Brust stillen.
  • Wärmen Sie Ihre Brust vor dem Gebrauch der Milchpumpe leicht an
  • Massieren Sie Ihre Brust beim Abpumpen langsam und mit kreisenden Bewegungen

Vorteile einer Milchpumpe

Stillende Mütter können sich durch den Gebrauch einer Milchpumpe einen Vorrat an Muttermilch anlegen. So können sie auch einmal etwas alleine unternehmen, ohne dass das Baby auf die Versorgung mit der Muttermilch verzichten muss. Daneben bietet der Gebrauch einer Milchpumpe den Müttern noch weitere Vorteile:

  • Durch das Abpumpen der Milch wird die Brust entlastet. Besonders am Anfang der Stillzeit, wenn sehr viel Milch produziert wird, kann durch eine Milchpumpe einem Milchstau vorgebeugt werden.
  • Durch das Abpumpen der Milch kann nicht nur ein Milchstau verhindert, sondern auch die Milchproduktion angeregt werden. Dies ist besonders dann hilfreich, wenn die Mutter zu wenig Milch produziert.
  • Die abgepumpte Muttermilch kann dem Baby in einem Fläschchen verabreicht werden. So kann nicht nur die Mutter, sondern auch der Vater das Baby füttern.

Nachteile von abgepumpter Muttermilch

Der große Vorteil des Stillens liegt darin, dass dabei in der Regel keine großen Komplikationen auftreten: Die Muttermilch ist frisch, wohl temperiert und die Brust muss – im Gegensatz zu Fläschchen und Milchpumpe - auch nicht sterilisiert werden. Die Verwendung einer Milchpumpe ist gegenüber dem Stillen mit mehr Aufwand verbunden. Zudem gehen - sofern die Muttermilch eingefroren wird - wichtige Bestandteile der Milch verloren.

Wer sein Baby stillt, es aber auch ab und zu mit abgepumpter Muttermilch aus dem Fläschchen ernährt, sollte beachten, dass es dabei zu einer Saugverwirrung des Babys kommen kann. Diese wird durch eine unterschiedliche Saugbewegung des Kindes an der Flasche und an der Brust ausgelöst. Um die Saugverwirrung zu verhindern, sollte abgepumpte Muttermilch dem Baby am besten über einen Becher, einen Löffel oder eine Pipette zugeführt werden.

Generell sollte das natürliche Stillen der Ernährung mit abgepumpter Muttermilch vorgezogen werden. Wenn das Stillen des Kindes jedoch nicht immer möglich ist, kann auch abgepumpte Muttermilch mit ruhigem Gewissen verwendet werden. Beim Aufbewahren der Muttermilch gilt es jedoch einiges zu beachten.

Aufbewahren und Einfrieren von Muttermilch

Allgemein gilt, dass Muttermilch im Kühlschrank etwa drei Tage, im Gefrierfach bis zu einem halben Jahr haltbar ist. Wenn die Muttermilch nicht gekühlt werden kann, sollte sie spätestens acht Stunden nach dem Abpumpen – bei sommerlichen Temperaturen deutlich schneller – verfüttert werden. Wird die Milch im Kühlschrank gelagert, sollte sie nicht in der Tür aufbewahrt werden, da die Temperatur dort höher ist.
Vor dem Einfrieren der Muttermilch sollte auf dem Behälter das Datum, die Uhrzeit und bei Bedarf auch der Name des Kindes vermerkt werden. Der Name sollte vor allem dann notiert werden, wenn das Kind gemeinsam mit anderen Kindern – beispielsweise bei einer Tagesmutter – betreut wird.

Im Gefrierschrank sollte die Muttermilch am besten in speziellen Muttermilchbehältern gelagert werden. Dabei sollte stets beachtet werden, dass sich die Milch beim Einfrieren leicht ausdehnt – deswegen sollte der Behälter höchstens zu etwa 80 Prozent gefüllt werden. Möchten Sie die eingefrorene Muttermilch verwenden, sollten Sie diese im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur – auf keinen Fall jedoch in der Mikrowelle - auftauen lassen.

Nach dem Auftauen können Sie die Milch 24 Stunden lang verfüttern, danach muss die Milch entsorgt werden. Ein erneutes Einfrieren ist nicht möglich. Bevor das Baby die Milch bekommt, sollte diese vorsichtig in einem heißen Wasserbad erwärmt werden. Testen Sie nach dem Erwärmen unbedingt die Temperatur der Milch, um Verbrennungen zu vermeiden.

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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