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Spirale: Verhütung ohne Hormone

Kupferspirale zur Verhütung © istockphoto, flocu

Die Spirale, auch Intrauterinpessar, ist neben Pille und Kondom weltweit eines der meist verwendeten Verhütungsmittel. Die 2,5 bis 3,5 cm große Spirale wird in die Gebärmutter der Frau eingesetzt. Während die ersten Modelle der Intrauterinpessare die Form einer Spirale hatten und damit namensgebend waren, ist die heutige Kupferspirale meist t-förmig, besteht aus Kunststoff und besitzt einen mit Kupferdraht umwickelten Schaft. Manchmal ist auch ein Goldplättchen eingearbeitet, das die Spirale besser auf dem Ultraschall erkennen lässt. Die Verhütung mit der Spirale gilt als sehr sicher und kann bei guter Verträglichkeit fünf Jahre im Körper verbleiben.

Spirale: Wirkung und Funktion

Wie genau die Spirale wirkt, ist nicht bis ins Detail bekannt, Experten gehen von mehreren Mechanismen aus, welche die Verhütung bewirken:

  • Kupferionen, die in die Gebärmutter abgegeben werden, wirken toxisch und hemmend auf die Spermien. Sie verlieren so an Orientierungsfähigkeit, Lebensdauer und Beweglichkeit.
  • Die Spirale ist ein Fremdkörper und verursacht somit eine Entzündung in der Gebärmutterschleimhaut, die jedoch ungefährlich ist, da sie nicht von Viren oder Bakterien ausgelöst wird. Die Entzündungszellen können Spermien direkt abbauen; gleichzeitig wird durch Veränderung der Gebärmutterschleimhaut eine Einnistung verhindert. Im Notfall wird deshalb bisweilen auch "die Spirale danach" (ähnlich wie die "Pille danach") eingesetzt.
  • Der Transport von Eizelle und Spermien wird durch beeinflusste Funktion der Eileiter behindert.
  • Spirale: Einsetzen nur durch Frauenarzt

Spirale einsetzen – Spirale entfernen

Das Einsetzen der Spirale erfolgt immer in einer gynäkologischen Praxis. Dazu wird eine spezielle Hülse benutzt, die das Einsetzen durch den Muttermund in die Gebärmutter erleichtert. Da der Muttermund während der Regelblutung leicht geöffnet ist und eine Schwangerschaft in der Regel ausgeschlossen werden kann, wird der Gynäkologe während der letzten Tage der Periode die Spirale einsetzen.

Die Spirale wird mit Hilfe von Ultraschall genau platziert; auch wird auf diese Weise die Lage in regelmäßigen Abständen kontrolliert. Die Frauen können zusätzlich selbst anhand von Kontrollschnürchen, die ähnlich wie der Faden eines Tampons zu ertasten sind, die Lage der Spirale überprüfen.

Das Einsetzen der Spirale dauert zwar nicht lange verursacht aber meistens ein Ziehen oder auch Schmerzen. Gerade junge Frauen, deren Gebärmutter noch im Wachstum ist, empfinden das Einsetzen der Spirale als unangenehm. Eventuell empfiehlt sich hier ein Schmerzmittel. In seltenen Fällen kann es beim Einsetzen der Spirale zu Verletzungen kommen.

Spirale: Nebenwirkungen und Sicherheit

Die Kupferspirale geriet kurze Zeit nach ihrer Entwicklung in Verruf, da ein spezifisches Modell durch Konstruktionsfehler zu schweren Entzündungen führte. Auch die modernen Spiralen bergen in den ersten Monaten nach dem Einsetzen ein erhöhtes Infektionsrisiko in sich. Gerade bei jungen Frauen treten zu Beginn vermehrt Entzündungen des Beckenbereichs auf. Das Risiko wird durch häufigen Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern erhöht. Über den Faden der Spirale können leichter Keime aufsteigen, die im schlimmsten Fall sogar zu einer Unfruchtbarkeit führen können.

Auch ist bei jungen Frauen und Mädchen sowie bei Frauen, die noch kein Kind geboren haben, die Gefahr höher, dass die Spirale ausgestoßen wird. Zusätzlich kann es zu Blutungsstörungen wie Schmierblutungen, Zwischenblutungen oder einer generell verstärkten und auch längeren Regelblutung kommen. Eventuell empfiehlt es sich in diesem Fall, den Sitz der Spirale überprüfen zu lassen. Zudem verursacht die Spirale häufig einen vermehrten Ausfluss.

Leicht erhöht ist bei der Verhütung mit Spirale auch das Risiko einer Eileiterschwangerschaft. Wird eine Frau trotz Spirale schwanger, muss sie diese entfernen lassen. Hierbei besteht die 20-prozentige Gefahr einer Fehlgeburt, die jedoch bei Nicht-Entfernen noch höher liegt.

Spirale: Verhütung geeignet für jedermann?

Die Verhütung mit Spirale eignet sich aufgrund der oben genannten Nachteile nicht für jeden. Im Allgemeinen wird bei folgenden Personengruppen eher der Gebrauch einer anderen Verhütungsmethode empfohlen:

  • Junge Frauen und Mädchen, die noch kein Kind bekommen haben oder deren Gebärmutter noch wächst
  • Frauen mit Zyklus- und Regelblutungsstörungen
  • Blutgerinnungsstörungen und Anämie
  • Entzündungen und (Verdacht auf) bösartige Erkrankungen im Bereich der Gebärmutter und der Genitalien

Bei folgenden Erkrankungen sollte das Einsetzen der Spirale nur nach sorgfältigem Abwägen der Risiken mit dem Arzt eingesetzt werden:

  • Gutartige Myome der Gebärmutter
  • Nierenerkrankungen
  • Diabetes mellitus
  • Behandlungen, die den Einsatz von vermindernder Wirkung auf das Immunsystem erfordern

Dagegen eignet sich die Spirale für folgende Personen:

  • Frauen, die bereits Kinder haben und mit der Familienplanung abgeschlossen haben
  • Frauen, die keine hormonellen Verhütungsmitteln nehmen können oder nicht auf einen natürlichen Zyklus verzichten wollen
  • Frauen, die sich über einen Zeitraum von mehreren Jahren keine Gedanken über Verhütung machen wollen

Die Vorteile der Spirale liegen vor allem darin, dass der Anwender keine Handhabungsfehler begehen kann (häufigster Grund für Schwangerschaft trotz Verhütung) und nicht wie etwa die Pille vergessen werden kann. Frauen, die bereits Kinder haben, kommen meist mit der Spirale klar.

Spirale: Kosten und Preis

Die Kosten der Spirale sind von den Patientinnen selbst zu tragen, außer bei Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr und bei sozialhilfe-berechtigten Frauen. Die Kosten für die Spirale belaufen sich –abhängig vom Modell - zwischen 25 und 40 Euro. Der Arzt berechnet zusätzlich für das Einsetzen der Spirale einen Betrag zwischen 80 und 130 Euro.

Die erste Ultraschalluntersuchung zur Überprüfung der Lage erfolgt vier bis sechs Wochen nach Einsetzen der Spirale und wird von der Krankenkasse übernommen. Die weiteren Kontrolluntersuchungen, die alle sechs Monate fällig werden, muss die Patientin selbst bezahlen. In der Regel ermöglicht die Spirale damit eine kostengünstigere Form der Verhütung als die Pille, wenn sie ab einem Zeitraum von mindestens drei Jahren verwendet wird.

Aktualisiert: 11.03.2019 – Autor: Daniela Heinisch

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