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Methoden der Verhütung

Kondom als Verhütungsmethode © istockphoto, dima_sidelnikov

Verhütung sehen viele Frauen mittlerweile als selbstverständliche Möglichkeit an, ihr Leben zu planen und berufliche Ziele mit dem Wunsch nach einer Familie in Einklang zu bringen. Eine große Palette verschiedener Methoden bietet zwar individuell optimal zugeschnittene Empfängnisverhütung, stellt aber auf der anderen Seite die Frauen häufig vor eine schwierige Wahl. Hilfestellung, sich im Dschungel der zahlreichen, oft auch neuen Möglichkeiten zurechtzufinden, gibt der Frauenarzt.

Wirkweise der Verhütung

Banal gesagt ist ein Verhütungsmittel ein Mittel, um eine Schwangerschaft zu verhindern, also eine "Empfängnisverhütung". Daher auch das Fremdwort Kontrazeption (gegen Empfängnis). Die Möglichkeiten sind mittlerweile so vielfältig, dass es Sinn macht, für die verschiedenen Methoden eine Einteilung zu finden. Zunächst lässt sich zwischen Verhütung für Männer und für Frauen unterscheiden.

Männer können derzeit sicher nur mittels Sterilisation oder Kondom verhüten. Weiter lässt sich zwischen reversiblen, also rückgängig zu machenden, und irreversiblen Möglichkeiten der Verhütung unterscheiden. Meist meint man erstere, wenn man von Verhütungsmitteln spricht. Aber auch Sterilisation von Frau oder Mann sind - in der Regel unumkehrbare - Methoden, sich vor einer Schwangerschaft zu schützen.

Eine weitere Einteilung ist die nach dem Weg, auf dem Verhütungsmittel wirken:

  • ­mechanisch
  • chemisch
  • hormonell
  • natürlich

Die verschiedenen Methoden können kombiniert werden. Eine ideale Verhütungsmethode müsste 100-prozentig sicher und schnell wirksam, umkehrbar, ohne Nebenwirkungen, einfach zu handhaben und ohne Einfluss auf die Sexualität sein. Bisher gibt es eine solche nicht. Deshalb spielen bei der Frage, welche Mittel angewendet werden, verschiedene Faktoren eine Rolle.

Nicht nur der Pearl-Index, also die Sicherheit bzw. Versagerquote, muss berücksichtigt werden, sondern auch Alter, Begleiterkrankungen, Lebensrhythmus, Kosten und - nicht zuletzt - auch individuelle Vorlieben.

Der Pearl-Index

Dieser wichtige Parameter spiegelt die Sicherheit eines Verhütungsmittels. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit einem bestimmten Mittel verhüten, in diesem Zeitraum schwanger werden.

Je höher der Index, desto größer ist die Versagerquote, desto unsicherer also das Mittel. Bezugsgröße ist der Pearl-Index ohne Verhütung, der bei 85 liegt (also 85 von 100 Frauen werden ohne Verhütungsmittel innerhalb eines Jahres schwanger).

Sicherste Methode ist das Verhütungsstäbchen (Pearl-Index 0,1-0,9), unsicherste der Coitus interruptus mit 4-18. Sehr sicher sind vor allem auch die anderen hormonellen Methoden.

Aktualisiert: 12.10.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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