Verhütungsmethoden – Hormonelle Verhütung

Antibabypille als hormonelle Verhütungsmethode © istockphoto, TanyaJoy

Je nach Zusammensetzung der Hormone verhindern solche Mittel den Eisprung ("Ovulationshemmer"), verdicken den Schleim im Gebärmutterhals und erschweren so den Spermien das Eindringen oder unterbinden die Einnistung der Eizelle in die Gebärmutter. In den letzten Jahren sind neben der seit Anfang der Sechziger eingesetzten klassischen "Antibabypille" eine Reihe von Alternativen entwickelt worden.

Oraleempfängnisverhütende Mittel (Antibabypille)

Sie werden über 21 oder 22 Tage täglich in Tablettenform geschluckt, gefolgt von einer Einnahmepause von 7 bzw. 6 Tagen. Sie schützen sofort, müssen allerdings regelmäßig, spätestens 12 Stunden nach dem normalen Rhythmus eingenommen werden. Antibiotika und einige Antiepileptika können ihre Wirkung beeinträchtigen.

Bei dieser noch immer beliebtesten Form der Empfängnisverhütung werden mehrere Kategorien unterschieden:

  • ­herkömmliche Pille (Kombinationspräparat): verhindert den Eisprung durch eine Mischung aus Östrogenen und Gestagenen. Bei Einphasenpräparaten bleibt das Mischverhältnis über den Einnahmezeitraum konstant, bei Zweiphasen- und Dreiphasenpräparate ändert es sich, um besser dem weiblichen Zyklus zu entsprechen (Pearl-Index: 0,1-0,9)
  • ­Mikropille: ist einer herkömmlichen Pille ähnlich, hat allerdings einen geringeren Östrogengehalt (Pearl-Index: 0,2-0,5)
  • ­Minipille: Sie enthält nur niedrig dosierte Gestagene und muss deshalb nach einem strengen Zeitplan eingenommen werden (Pearl-Index: 0,15-3).

Das seit 2002 eingesetzte neue Gestagen Drospirenon ("Yasmin®") wirkt den durch Östrogene verursachten Wassereinlagerungen und der damit verbundenen Gewichtszunahme entgegen, hat positive Auswirkungen auf die Haut und hilft manchmal auch bei prämenstruellem Syndrom. Andere, schon länger bekannte Gestagene wie Chlormadinon und Dienogest wirken auch gegen Akne, Haarausfall und verstärkte Körperbehaarung.

Vaginalring (NuvaRing®)

Dieser weiche, biegsame Ring besteht aus Kunststoff, hat einen Durchmesser von 54 mm und enthält in einem Depot ein Östrogen-Gestagen-Gemisch. Er gibt diese Hormone konstant ab und wirkt wie eine Minipille (Pearl-Index: 0,65). Es wird von den Frauen selbst wie ein Tampon eingeführt und nach drei Wochen wieder entfernt. Nach einer Woche Pause wird der nächste eingesetzt. Er ist seit Februar 2003 auf dem deutschen Markt erhältlich.

Verhütungspflaster (Evra® oder Lisvy®)

Das 4,5 x 4,5 cm große, hautfarbene Hormonpflaster Evra® gibt es in Deutschland seit 2003. Es gibt sein Östrogen-Gestagen-Gemisch kontinuierlich über die Haut in den Körper ab, wird auf Po, Oberarm, Bauch oder oberen Rücken geklebt und wöchentlich gewechselt. Wie bei der herkömmlichen Pille folgt nach drei Wochen eine Woche Pause (Pearl-Index: 0,88; bei übergewichtigen Frauen schlechter).

Seit 2015 ist außerdem das niedriger dosierte, transparente und etwa 11 cm² große Verhütungspflaster Lisvy® erhältlich (Pearl-Index: 0,81; für stark übergewichtige Frauen liegen nicht ausreichend Daten vor).

Verhütungsstäbchen (Implanon®)

Diese Verhütungsmethode mit einem Stäbchen, das Hormone abgibt, ist seit Juni 2000 in Deutschland auf dem Markt. Wie die Dreimonatsspritze enthält es nur Gestagene, die langsam abgegeben werden, sein Empfängnisschutz ist sehr sicher und hält über drei Jahre (Pearl-Index: 0,1-0,9). Das 3-4 Zentimeter lange und 2 Millimeter dünne Stäbchen wird vom Frauenarzt unter die Haut geschoben, und zwar an der Innenseite eines Oberarms.

Dreimonatsspritze

Ähnlich wie die Minipille enthält dieses Verhütungsmittel nur Gestagene, allerdings in Depotform. Es wird alle drei Monate vom Frauenarzt in den Oberarm- oder Gesäßmuskel gespritzt und gibt von dort langsam seine Wirkstoffe ab (Pearl-Index: 0,2-0,5).

Hormonspirale (Mirena®)

Wie die Kupferspirale wird auch die Hormonspirale ("intrauterines System" = IUS) vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt und kann bis zu 5 Jahren verbleiben. Statt Kupfer gibt sie von dort kontinuierlich Gestagene ab. Sie verbindet die Vorteile der klassischen Spirale mit den Methoden der Minipille oder Dreimonatsspritze und ist damit sehr sicher (Pearl-Index: 0,05-0,1).

Aktualisiert: 12.10.2018 - Autor: Dagmar Reiche

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