Verhütungsmethoden – Mechanische und chemische Verhütung

Kondome © iStockphoto, PinkTag

Mechanische Verhütung

Bei diesen Methoden benutzt man Hilfsmittel, die vom Frauenarzt oder selbst entweder in der Scheide oder auf dem Penis platziert werden und dadurch einmalig oder über einen längeren Zeitraum verhindern, dass die Spermien ihren Weg zu den Eizellen finden. Zu diesen Hilfsmitteln gehören beispielsweise Kondom oder die Spirale.

Kondom (Präservativ)

Ein Kondom für Männer ist ein Schutz, der über das steife Glied gezogen wird und verhindert, dass das Ejakulat in die Scheide gelangt. Richtig angewendet liegt es im mittleren Sicherheitsbereich (Pearl-Index 2-12).

Das Kondom für Frauen ("Femidom®"), ist ein an einer Seite offener Schlauch, der - mittels eines Ringes gegen Reinrutschen gesichert - in die Vagina eingeführt wird (Pearl-Index 5-25). Es ist bisher nur über Internet oder internationale Apotheken erhältlich.

Kondome haben den Vorteil, dass sie als einziges Verhütungsmittel gegen HIV und andere Infektionskrankheiten schützen.

Pessar, Portiokappe, Lea Contraceptivum®

Pessare (Diaphragma) bestehen aus einer Latexmembran mit einem flexiblen Drahtring, werden vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt und verschließen den Muttermund. Kombiniert mit einem chemischen Verhütungsmittel (z.B. Spermizid) liegt der Pearl-Index bei 1-4, sonst bei 20. Pessare müssen vom Frauenarzt angepasst werden.

Ähnlich in Aussehen und Wirkung ist die Portiokappe; sie deckt nur einen kleineren Teil des Muttermundbereiches ab. Die Handhabung ist schwieriger, der Pearl-Index liegt bei 6. Seit 1996 gibt es das Lea Contraceptivum®, eine Weiterentwicklung der Portiokappe, die einfacher in der Handhabung und- ebenfalls bei Kombination mit einem Spermizid - sicherer ist (Pearl-Index 2-3).

Verhütungsschwamm

Er ist klein, rund, aus Polyurethanschaum und durchtränkt mit einer Samen abtötenden Substanz. Er ist einfach zu handhaben und wird ähnlich wie ein Tampon in die Scheide geschoben. Dort kann er bis zu 24 Stunden bleiben, auch bei mehrmaligem Geschlechtsverkehr. Sein Pearl-Index ist 5-10.

Spirale, Kupferkette

Die Kupferspirale (Intrauterinpessar = IUP) ist ein t- oder hufeisenförmiges Kunststoffgebilde, dessen Mittelteil von Kupferdraht umwickelt ist. Die dort freigegebenen Kupferionen sind für den Verhütungseffekt verantwortlich. Die Spermien können nur schwer passieren und Eizellen – falls sie doch befruchtet werden – sich nicht mehr einnisten.

Eine Weiterentwicklung ist die Hormonspirale, die seit 1990 auf dem Markt ist und statt Kupfer Gestagene frei setzt. Eine weitere, neuere Alternative ist die Kupferkette, die ähnlich wie die Kupferspirale wirkt, aber sicherer ist und weniger Nebenwirkungen hat. Beide werden vom Frauenarzt in die Gebärmutter eingesetzt und können dort 3-5 Jahre verbleiben. Die Sicherheit ist mit einem Pearl-Index von 0,05-0,3 hoch.

Chemische Verhütung

Bei diesen Methoden benutzt man chemische Hilfsmittel, die mindestens 10 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt werden. Sie wandeln sich dort durch die Körperwärme in einen zähen Schleim oder Schaum um und bilden so für die Spermien eine Barriere. Außerdem enthalten sie Stoffe, die die Beweglichkeit d er Spermien hemmen oder sie abtöten.

Sie sind als Zäpfchen, Schaumzäpfchen, Salben, Gels, Cremes oder Schaumsprays erhältlich. Der Pearl-Index liegt zwischen 3 und 20; empfohlen wird, sie mit anderen Verhütungsmitteln wie Kondomen oder Pessaren zu kombinieren. Nachteil ist, dass chemische Verhütungsmittel die Schleimhäute reizen und so leichter zu Infektionen führen können.

Aktualisiert: 22.01.2019 - Autor: Dagmar Reiche

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