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So geht Bildschirmarbeit richtig und gesund

Frau arbeitet am Computer © rawpixel

Wer kennt das nicht – nach einigen Stunden vor dem PC fühlt man sich erschöpft und verspannt, Kopf und Nacken schmerzen, die Augen brennen oder tränen. Dazu fragt man sich hin und wieder, ob die Strahlung und elektromagnetischen Felder vielleicht doch schwere Krankheiten wie Krebs auslösen können. Computerarbeitsplätze sind wohl kaum mehr aus dem Arbeitsleben wegzudenken. Deshalb ist es wichtig zu wissen, was man selbst tun kann, um das Arbeiten am Bildschirm zu verbessern.

Augen brennen und jucken

Ihre Augen erbringen vor dem Bildschirm Höchstleistungen: zwischen 1.500- und 3.500-mal wechselt der Blick in der Stunde zwischen Monitor, Tastatur und Schreibtisch hin und her. Dabei sinkt die Zahl der Lidschläge, die so wichtig sind für das Befeuchten des Auges – Brennen und Jucken sind die Folgen.

Mehr als jeder zweite der rund zehn Millionen Deutschen, die am Computer arbeiten, klagt über häufige Rückenbeschwerden und Kopfschmerzen. Bei jahrelangem Arbeiten vor dem Bildschirm sind oft Langzeitschäden die Folge.

Das RSI-Syndrom

Das RSI-Syndrom (RSI steht für engl. Repetitive Strain Injury = "Schädigung durch wiederholte Anspannung") ist ein Sammelbegriff für Probleme in Muskeln, Sehnen, Gelenken und Nerven, die durch wiederholte gleichförmige Bewegungen entstehen.

Es liegt auf der Hand, dass Menschen am Computer besonders häufig betroffen sind: Ständige Maus- oder Tastaturklicks gekoppelt mit einer unphysiologischen oder verkrampften Haltung und einem oft wenig ergonomisch gestalteten Arbeitsplatz führen schnell zu Problemen – daher auch die alternativen Bezeichnungen "Mausarm" oder "Sekretärinnenkrankheit". Doch auch andere Menschen, die ständig gleichförmige Bewegungen mit Armen und Händen durchführen, können ebenso betroffen sein – man denke nur an Kassierer, Fließbandarbeiter oder Musiker.

Typisches Zeichen sind Schmerzen durch die Reizung der Sehne, die zunächst – wie beim Tennisarm – im Bereich des Ellenbogens auftreten, dort wo die Sehne das Muskels am Knochen ansetzt.

Weitere häufige Krankheitsbilder, die durch das Arbeiten am Computer entstehen können, sind:

  • Schleimbeutelentzündungen 
  • Muskelverspannungen bis zu Nacken und Schultern
  • Schwellungen, Kribbeln, Gefühlsstörungen oder Taubheit durch Einklemmung oder Reizung von Nerven

Psychischer Stress kann die Problematik verstärken, unter anderem, weil er die Verspannungen steigert.

Bildschirmarbeit: Schädliche Strahlung vom Monitor?

Es klingt etwas unheimlich: Fast das gesamte Spektrum der elektromagnetischen Strahlung kommt zur Anwendung, damit Texte und Bilder auf dem Bildschirm sichtbar werden. Aber sie macht nicht krank, das zumindest ist das Fazit mehrerer Studien, die u. a. von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Auftrag gegeben wurden. Die UV-Strahlen etwa, die vom Bildschirm ausgehen, sind geringer als die, die an einem Wintertag durch ein Fenster dringen. Krebserregende UV-B und UV-C-Strahlen kommen praktisch nicht vor, und braun wird man bei der sehr geringen Menge an UV-A-Strahlen auch nicht. Die Röntgenstrahlen liegen weit unter den zulässigen Werten.

Außerdem gibt es strenge Normen für Monitore. Die TCO 99-Norm hat u. a. die Grenzwerte für elektromagnetische Strahlung verschärft. Und die neueren Flachbildschirme, die die alten Röhrenmodelle überwiegend abgelöst haben, strahlen gar nicht.

Allerdings kann sich in sehr trockenen Räumen die Luft stark statisch aufladen, da elektrische und magnetische Wechselfelder rund um den Bildschirm entstehen. Die Monitoroberfläche lädt sich positiv auf und zieht vor allem negativ geladene Staubpartikel an – ein bekanntes Phänomen vom schnell verschmutzenden Fernseher. Durch häufiges Lüften und eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit lässt sich dieser Effekt abmildern; für Allergiker ist das allerdings nur ein schwacher Trost.

Wirkung von elektromagnetischer Strahlung

Ein Problem bleibt: Der Mensch ist vor dem Bildschirm dem Elektrosmog massiv ausgesetzt. Wissenschaftler vermuten, dass durch elektromagnetischen Wellen die Melatoninausschüttung der Zirbeldrüse im Gehirn gebremst wird. Melatonin ist das Hormon, das den Wach-Schlaf-Rhythmus steuert. Bei reduzierter Hormonausschüttung wird das Immunsystem geschwächt, was zu Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit führen kann.

Außerdem sagt man dem Melatonin eine krebshemmende Wirkung nach, d.h. umgekehrt, dass die Krebsgefahr steigen könnte, wenn weniger von dem Hormon produziert wird. Der Bildschirm allein bewirkt wohl noch nicht solch massive Veränderungen, seine Wirkung kann sich aber mit den alltäglichen elektromagnetischen Strahlungen aus einer Vielzahl anderer Quellen summieren.

7 Tipps: Richtig arbeiten am Bildschirm

Um Problemen wirksam entgegenzuwirken oder sie gar nicht erst entstehen zu lassen, kann man selbst eine ganze Menge tun. Hier die wichtigsten Tipps:

  • Die richtige Beleuchtung: Die Konzentration wird besonders dann beansprucht, wenn der Arbeitsplatz falsch beleuchtet ist. Bei Kunstlicht sollte man auf die richtige Beleuchtungsstärke achten und besonders Blendungen oder Spiegelungen vermeiden. Die ideale Beleuchtung ist immer noch das Tageslicht, jedoch nur ohne direkte Sonneneinstrahlung. Je größer der Monitor, desto besser. Bildschirmdiagonalen von wenigstens 17 Zoll sind wichtig. Die Blickrichtung auf den Bildschirm sollte immer parallel zur Fensterfront verlaufen, um zu hohe Lichtkontraste zu vermeiden.
  • Der ideale Abstand zwischen Augen und Monitor beträgt 50 bis 60 Zentimeter.
  • Absolut notwendig sind regelmäßige Pausen, möglichst mit Entspannungsübungen – sowohl für die Augen als auch besonders für Kopf- und Nackenmuskeln. Schauen Sie immer wieder zwischendurch in die Ferne.
  • Bei anhaltenden Sehbeschwerden sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.
  • Achten Sie auf eine Bildwiederholfrequenz (gibt an, wie häufig ein Bild pro Zeiteinheit aufgebaut wird) Ihrer Grafikkarte von mindestens 60 Hertz (bei Röhrenbildschirmen 75 HZ). So kontrollieren Sie im Zweifel Ihre Bildwiederholfrequenz: Viele Menschen entdecken ein leichtes Flackern auf hellen Monitorflächen, wenn sie circa 30 Zentimeter neben den Monitor schauen. Flackert die weiße Fläche am Monitor bei dieser Betrachtung, ist die Bildwiederholfrequenz mit Sicherheit zu niedrig. Übrigens: Je höher die Auflösung des Bildschirms ist, desto geringer darf die Bildwiederholfrequenz sein.
  • Unbedingt verzichten sollte man auf das Rauchen vor dem Monitor. Denn durch das an sich unschädliche elektrostatische Feld werden unzählige kleinste Rauch- und Staubpartikel auf Haut und Augen zurückgeschleudert.
  • Brillenträgern, die unter Augenproblemen leiden, kann unter Umständen die Anschaffung einer speziellen Brille für Bildschirmarbeitsplätze helfen. Deren Gläser sind besonders auf die Entfernungen im Bildschirmbereich abgestimmt und erleichtern das Sehen vor allem im Nahbereich.

Aktualisiert: 15.04.2020 – Autor: Dagmar Reiche

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