Hausstaubmilben bekämpfen: 13 Tipps bei Hausstauballergie

Am liebsten haben es die Hausstaubmilben kuschelig warm und feucht. Kein Wunder, dass sie unsere Betten lieben. Auch Nahrung gibt es für sie in Decken und Kissen genug: Hautschüppchen und Haare.

Menschen, die an einer sogenannten Hausstauballergie (auch Stauballergie oder Milbenallergie) leiden, reagieren eigentlich gar nicht auf den Hausstaub allergisch. Verantwortlich für die Symptome ist der Kot der Milben im Staub. Genau genommen handelt es sich also um eine Hausstaubmilbenallergie.

Oberstes Ziel bei der Bekämpfung der Hausstaubmilben ist es, ihnen die Nahrung zu entziehen und es für sie so ungemütlich wie möglich zu machen. Damit kann man sie zwar nicht komplett aus dem Haus entfernen, aber wenigstens ihre Anzahl im Hausstaub reduzieren. Im Folgenden finden Sie 13 Tipps, was Sie gegen Hausstaubmilben tun können und was gegen die Allergie hilft.

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Bettwäsche wöchentlich wechseln

Frau wechselt Bettwäsche gegen Hausstaubmilben © iStock.com/HearttoHeart0225
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Eine einfache Methode, Hausstaubmilben aus dem Bett zu entfernen, ist, die Bettwäsche einmal pro Woche zu wechseln und bei 60 °C in der Waschmaschine zu waschen. So werden der allergieauslösende Kot der Milben, die Milben selbst und auch die Nahrungsquelle der Milben – Haare und Hautschuppen – beseitigt. Nach Möglichkeit sollten außerdem alle paar Monate die Kissen und Decken gewaschen oder in die Reinigung gebracht werden.

Zimmer und Bettzeug gründlich lüften

Frau lüftet Schlafzimmer gegen Hausstaubmilben © iStock.com/gpointstudio
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Da sich Hausstaubmilben in einem feucht-warmen Klima besonders wohl fühlen, sollte man alle Zimmer, insbesondere das Schlafzimmer, am besten mehrmals täglich stoß- oder querlüften. Dazu alle Fenster weit öffnen und nach fünf Minuten wieder schließen. So findet ein schneller und gründlicher Luftaustausch statt, bei dem auch Staub und Milbenkot entfernt werden.

Übrigens: Durch Stoß- und Querlüften wird auch die Anzahl von möglicherweise vorhandenen Krankheitserregern in der Luft verringert. Gründliches Lüften ist außerdem ein gutes Hausmittel zur Verhinderung von Pilzbefall in der Wohnung, etwa durch Schimmelpilze.

Schlafzimmer kühl halten

Frau dreht Heizung im Schlafzimmer runter © iStock.com/djedzura
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Ein einfaches Mittel gegen Hausstaubmilben ist, die Temperatur im Schlafzimmer gering zu halten, höchstens bei 18 °C. Denn in kühler Luft vermehren sich die Hausstaubmilben deutlich langsamer.

Auf Gardinen und Teppiche verzichten

Frau hängt Gardinen ab gegen Hausstaubmilben © iStock.com/Valeriy_G
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Hausstaub, in dem sich die Milben tummeln, findet sich insbesondere in Gardinen und Teppichen, aber auch in offenen Regalen mit Büchern, Pflanzen oder Klamotten. Daher sollte darauf weitgehend, insbesondere im Schlafzimmer, verzichtet werden. Zur Verdunkelung können anstelle von Vorhängen Rollos genutzt werden, Bücher dürfen gerne im Wohnzimmer aufbewahrt werden und ein Kleiderschrank mit Türen hält den Staub von Jeans & Co. fern.

Milbendichte Bettüberzüge verwenden

Frau bezieht Matratze mit milbendichtem Bettbezug (Encasing) © iStock.com/penkanya
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Für Menschen mit einer Milbenallergie gibt es spezielle Bettüberzüge. Dabei handelt es sich um Schutzbezüge für Kopfkissen, Oberbett und Matratze, die unter die normale Bettwäsche gezogen werden. Sie sind sehr engmaschig gewebt, luftdurchlässig, atmungsaktiv und umhüllen das Bettzeug rundherum milbendicht.

Der auch als "Encasing" bezeichnete Bezug verhindert einerseits, dass Milbenkot aus dem Bettzeug nach außen gelangt, andererseits sorgt er dafür, dass die Milben im Inneren des Bezugs von ihrer Nahrungszufuhr abgeschnitten werden schützt darüber hinaus das Bettzeug vor dem Eindringen von weiteren Milben. Es ist wichtig, auch das Bett des Partners mit einem Encasing zu versehen, um die Menge der Allergene zu vermindern und den Kontakt mit den Allergenen zu vermeiden.

Die Allergiebezüge sollten mindestens alle drei Monate bei 60 °C gewaschen werden.

Im Schlafzimmer nicht kämmen oder umziehen

Mann zieht sich im Schlafzimmer um © iStock.com/Hirurg
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Wenn wir unsere Haare kämmen oder die Kleidung wechseln, lösen sich besonders viele Hautschuppen, die den Hausstaubmilben als Nahrung dienen. Daher ist es ratsam, weder Kleidung noch Schuhe in den Schlafräumen zu wechseln und sich dort auch nicht zu kämmen.

Auch getragene Kleidung sollte im Schlafzimmer nicht offen aufbewahrt werden. Es empfiehlt sich beispielsweise eine geschlossene Wäschetonne mit Deckel oder die Aufbewahrung im Badezimmer.

Haustiere nicht ins Schlafzimmer lassen

Hund im Schlafzimmer © iStock.com/kupicoo
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Die Hautschuppen und Haare von Haustieren liefern den Milben zusätzliche Nahrung. Daneben wirbeln Tiere durch ihre Bewegung Staub auf und erhöhen die Luftfeuchtigkeit. Haustiere sollten daher nicht ins Schlafzimmer und – bei allergischen Kindern – nicht ins Kinderzimmer gelassen werden.

Kuscheltiere waschen oder einfrieren

Kuscheltiere in Waschmaschine gegen Hausstaubmilben © iStock.com/Vyacheslav Dumchev
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Tiere aus Stoff oder Kuschelkissen sollte man regelmäßig bei 60 °C waschen. Ist das nicht möglich, weil diese nicht bei höheren Temperaturen waschbar sind, kann man die Kissen und Stofftiere auch für zwölf Stunden bei minus 18 °C in die Tiefkühltruhe legen, um die Milben zu töten und danach bei niedrigerer Temperatur waschen, um die abgetöteten Milben zu entfernen.

Allergiker-Staubsauger benutzen

Frau saugt mit Allergikerstaubsauger gegen Hausstaubmilben © iStock.com/South_agency
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Teppiche und glatte Böden können mit einem Staubsauger speziell für Allergiker gereinigt werden. Dieser verfügt über einen Mikrofilter (HEPA-Filter), der auch kleinste Teilchen abhält, sodass die Allergene durch das Gebläse des Staubsaugers nicht wieder in die Umgebung gelangen. Im Handel ebenfalls erhältlich sind Milbensauger, die speziell für das Absaugen und Reinigen von Matratzen konzipiert sind.

Oberflächen feucht abwischen

Frau wischt feucht Staub gegen Hausstaubmilben © iStock.com/urbazon
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Staub und Schmutz auf glatten Oberflächen lassen sich am besten mit einem feuchten Tuch entfernen. Böden sollten, wenn möglich, einmal pro Woche feucht gewischt werden. Auch für das Staubwischen auf Regalen oder Möbeln gilt: Mit einem feuchten Tuch wird weniger Staub aufgewirbelt und die Reinigung gelingt gründlicher.

Hyposensibilisierung durchführen

Mann erhält Hyposensibilisierung gegen Hausstaubmilben © iStock.com/Tero Vesalainen
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Die als Hyposensibilisierung bezeichnete Behandlung einer Milbenallergie hat zum Ziel, die Überempfindlichkeit des Körpers gegenüber dem allergieauslösenden Milbenkot zu reduzieren und somit die Ursache der Allergie zu beheben. Das Immunsystem wird während der rund dreijährigen Therapiedauer in regelmäßigen Abständen mit bestimmten Mengen des Allergens konfrontiert. Dadurch lernt es, nicht mehr – oder weniger stark – darauf zu reagieren.

Diese Art der Behandlung nennt man auch Desensibilisierung oder "Spezifische Immuntherapie" (SIT). Ihre Wirkung kann jahrelang andauern. Wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt, wenn Sie Informationen über eine Hyposensibilisierung und mögliche Nebenwirkungen dieser Therapie benötigen.

Milbenspray verwenden

Frau verwendet Milbenspray gegen Hausstaubmilben © iStock.com/12963734
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Ein in den Wohnräumen anzuwendendes Mittel gegen Milben ist das Milbenspray. Das Spray kann auf Teppiche, Betten, Kissen und andere Textilien gesprüht werden, um die Milben schnell loszuwerden. Im Handel erhältliche Sprays enthalten unterschiedliche Wirkstoffe, die teilweise direkt gegen die Milben wirken oder aber den Milben die Nahrung entziehen, indem sie diese für die Tiere ungenießbar machen.

Medikamente einnehmen

Mann nimmt Medikamente gegen Hausstaubmilben © iStock.com/Paul Bradbury
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Medikamente zur Soforthilfe bei einer Allergie gibt es rezeptfrei in der Apotheke zu kaufen. Ein gängiger Wirkstoff in Tabletten aus der Gruppe der Antihistaminika ist das Cetirizin, das gegen die Histamine wirkt, die durch die allergische Reaktion freigesetzt werden und die Beschwerden verursachen. Auch anti-allergische Nasensprays sind hilfreich, wenn die Nase juckt und läuft. Abschwellende Nasensprays können helfen, sollten aber immer nur kurzzeitig angewendet werden.

Aktualisiert: 05.05.2021 - Autor: Dr. rer. nat. Isabel Siegel, Diplom-Biologin und Medizinautorin