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Histaminintoleranz behandeln

Nach der Diagnose einer Histaminintoleranz kommt es auf die richtige Behandlung der Unverträglichkeit an. Neben einer Umstellung der Ernährung können sich auch die zusätzliche Zufuhr von Vitamin B6 und Vitamin C oder eine medikamentöse Behandlung als hilfreich erweisen.

Histaminintoleranz diagnostizieren

Um eine Histaminintoleranz sicher diagnostizieren zu können, müssen zunächst andere Erkrankungen, die ähnliche Symptome hervorrufen, ausgeschlossen werden. Dazu zählen unter anderem Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelintoleranzen sowie chronisch entzündliche Darmerkrankungen.

Mithilfe eines Bluttests kann die Histaminabbaukapazität des Körpers bestimmt sowie die Histaminkonzentration im Blut gemessen werden. Bei betroffenen Personen ist die Aktivität der verantwortlichen Enzyme etwa auf die Hälfte der normalen Aktivität reduziert. In extremen Fällen kann sie sogar auf bis zu zehn Prozent absinken.

Neben einem Bluttest kann auch eine Umstellung der Ernährung Hinweise liefern, ob eine Histaminintoleranz vorliegt. Dafür müssen für eine gewisse Zeit histaminhaltige Lebensmittel streng vermieden werden. Verbessern sich die Beschwerden und wurden andere Nahrungsmittelunverträglichkeiten bereits ausgeschlossen, gilt es als wahrscheinlich, dass tatsächlich eine Histaminintoleranz vorliegt.

Histaminintoleranz behandeln: Nahrungsumstellung in 3 Schritten

Schritt 1: Um eine Histaminintoleranz erfolgreich behandeln zu können, sollte für mindestens zwei Wochen auf Lebensmittel, die besonders viel Histamin enthalten, verzichtet werden. Greifen Sie stattdessen auf Lebensmittel wie Kartoffeln oder Reis zurück, in denen nur wenig Histamin steckt. Durch diese Maßnahme wird der Histaminspiegel im Blut gesenkt. Achten Sie während dieser Phase darauf, dass Ihr Körper trotz der eingeschränkten Lebensmittelauswahl mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird.

Schritt 2: Nach dieser ersten Phase der Vermeidung sollten Betroffene langsam und vorsichtig austesten, welche Lebensmittel sie außerdem noch vertragen. Ergänzen Sie dazu ihre Diät in den nächsten vier bis acht Wochen vereinzelt um neue Lebensmittel. Achten Sie darauf, Ihren Körper zu Beginn nicht gleich zu überfordern: Probieren Sie nicht zu viele Lebensmittel auf einmal aus und nehmen Sie die ausgewählten Lebensmittel nur in kleinen Mengen zu sich.

Schritt 3: Beobachten Sie anschließend genau, wie Sie auf die einzelnen Lebensmittel reagieren. Wenn Sie möchten, können Sie in einem Ernährungstagebuch festhalten, welche Lebensmittel Sie gegessen haben, wie groß die Menge war und ob danach Beschwerden aufgetreten sind oder nicht. Auch Begleitumstände wie beispielsweise Stress können Sie in dem Tagebuch notieren.

Vitamin B6 und Vitamin C bei Histaminintoleranz

Untersuchungen haben ergeben, dass viele Betroffene einen zu niedrigen Vitamin B6-Spiegel im Blut haben. Vitamin B6 wirkt als Coenzym für Diaminoxidase und fördert somit den Abbau von Histamin. In einigen Fällen ist deswegen die Zuführung von hochdosiertem Vitamin B6 sinnvoll. Das Vitamin sollte jedoch nur verabreicht werden, wenn der Spiegel im Blut tatsächlich zu niedrig ist.

Ähnlich wie Vitamin B6 haben viele Personen, die an einer Histaminintoleranz leiden, auch zu wenig Vitamin C im Blut. Hier wird ebenfalls vermutet, dass durch die Gabe von Vitamin C Histamin im Körper schneller abgebaut werden kann.

Medikamente bei Histaminintoleranz

In manchen Situationen – beispielsweise auf Reisen – ist es nicht möglich, nur die Lebensmittel zu sich zu nehmen, die man gut verträgt. Zudem treten bei einigen Patienten auch nach der Nahrungsumstellung noch weiterhin Beschwerden auf. In solchen Fällen können die auftretenden Symptome mit Medikamenten behandelt werden. Dafür kommen entweder Antihistaminika oder eine Enzymersatztherapie in Frage.

Antihistaminika sorgen dafür, dass das Histamin im Körper nicht mehr seine volle Wirkung entfalten kann. Sie sind insbesondere dann geeignet, wenn es zu Symptomen wie Hautausschlägen, allergischem Schupfen, Kopfschmerzen oder Schwindel kommt. Alternativ besteht die Möglichkeit, dem Körper die benötigten Enzyme über Kapseln zuzuführen. Dies empfiehlt sich vor allem vor dem Verzehr von stark histaminhaltigen Speisen, auf die man trotz Unverträglichkeit nicht verzichten möchte.

Im Gegensatz zu vielen anderen Lebensmittelunverträglichkeiten kann es bei einer Histaminintoleranz zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen. In solchen Fällen wird der Arzt ein schnell wirkendes Antihistaminikum verschreiben.

Aktualisiert: 19.02.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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