Lifeline Logo

Was ist eine Augengrippe?

Frau mit Augengrippe © istockphoto, AndreyPopov

Die Augengrippe ist eine hochansteckende Viruserkrankung der Bindehaut, die durch eine Infektion mit den sogenannten Adenoviren hervorgerufen wird. Bei Verdacht auf Augengrippe sollte sofort ein Arzt konsultiert werden, da diese Erkrankung aufgrund ihrer hohen Ansteckungsgefahr meldepflichtig ist. 

Wie bekommt man Augengrippe?

Eine Ansteckung mit den Erregern der Augengrippe erfolgt über eine Schmierinfektion. Die krankheitsauslösenden Viren befinden sich in der Tränenflüssigkeit. Nachdem sich der Betroffene die Augen gerieben hat, gibt es zwei mögliche Wege, wie die Erreger in der Umwelt verteilt werden können:

  1. durch direkten Körperkontakt, wie zum Beispiel Händeschütteln
  2. indirekt durch Anfassen von Gegenständen in der Umgebung, wie zum Beispiel Türklinken oder Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln

Gerade bei Kleinkindern ist Vorsicht geboten, da sie dazu tendieren, unbedacht sämtliche Gegenstände in ihrer Reichweite anzufassen, wodurch ein höheres Infektionsrisiko für das Kind besteht.

Für Kontaktlinsenträger besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko, da sie sich regelmäßig ins Auge fassen und so die Viren übertragen werden können.

Wie kann ich mich vor Augengrippe schützen?

Obwohl die Adenoviren sehr widerstandsfähig sind und mehrere Wochen auf Gegenständen wie Türklinken überleben können, empfiehlt es sich auf jeden Fall, Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen und -desinfizieren zu ergreifen, um einer Ansteckung mit der Augengrippe und deren Verbreitung vorzubeugen.

Zu beachten ist auch, dass Betroffene während der bis zu zwölf Tage dauernden Inkubationszeit, also vor Ausbruch der Symptome, ansteckend sind.

Was sind Anzeichen einer Augengrippe?

Die Symptome einer akuten Augengrippe ähneln denen einer klassischen Bindehautentzündung, was die Abgrenzung und Diagnose erschwert. Zu den typischen Anzeichen gehören:

  • gerötete Augen
  • tränende Augen
  • Juckreiz oder Brennen im Auge
  • ein verschwommenes Sichtfeld
  • hohe Lichtempfindlichkeit
  • eine geschwollene Bindehaut
  • geschwollene Lymphknoten

Darüber hinaus treten häufig grippeähnliche Symptome auf:

Typisch für die Augengrippe ist ebenfalls, dass die Symptome zunächst nur bei einem Auge auftreten und dann auf das andere übergreifen.

Diagnose: Augengrippe oder Bindehautentzündung?

Die Augengrippe ist eine besonders aggressive Form der Bindehautentzündung, die speziell von den Adenoviren ausgelöst wird. Dagegen kann eine gewöhnliche Bindehautentzündung auch bakteriellen Ursprungs sein.

Aufgrund der Ähnlichkeit der Symptome ist es für Ärzte oft nicht leicht, die Augengrippe eindeutig von einer gewöhnlichen, harmloseren Bindehautentzündung zu unterscheiden.

Eine zu hundert Prozent richtige Diagnose kann daher nur durch einen Abstrich von der Bindehaut gestellt werden. Bei der anschließenden Untersuchung des Abstriches können die Augengrippe erregenden Adenoviren durch den Arzt eindeutig identifiziert werden.

Behandlung und Verlauf einer Augengrippe

Eine Augengrippe lässt sich nicht mit Medikamenten behandeln. Jedoch können die Symptome einer Augengrippe durch Augentropfen oder auch Augensalben gelindert werden.

Eine Behandlung mit Antibiotika ist im Gegensatz zur Therapie einer gewöhnlichen, bakteriellen Bindehautentzündung im Fall einer Augengrippe nicht angebracht.  Hintergrund ist, dass Antibiotika bei Viren generell wirkungslos sind und den geschwächten Körper durch etwaige Nebenwirkungen zusätzlich belasten würden.

Die Anwendung von Hausmitteln gegen Augengrippe kann, genau wie die konventionellen Augentropfen oder Augensalben, lediglich die Beschwerden lindern. In jedem Fall sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, bevor Sie selbst Hausmittel zur Linderung der Symptome anwenden. Gängige Hausmittel bei Augengrippe sind das Trinken von Zistrosentee sowie das Auflegen kühler Lappen auf die Augenpartie.

Dauer und Krankschreibung

Die Dauer einer Augengrippe kann zwischen 10 Tagen und 4 Wochen variieren, danach klingen die Symptome von selbst wieder ab.

In der Regel wird der Arzt den Patienten für zwei bis drei Wochen krankschreiben. An die Vorgabe des Arztes sollte sich der Betroffene unbedingt halten, um eine Ausbreitung der hochansteckenden Augengrippe zu verhindern.

Folgen von Augengrippe

Leichte Trübungen der Augenhornhaut können als Spätfolge nach einer Augengrippe auftreten. Diese Trübungen heilen nach wenigen Wochen vollständig aus. In seltenen Fällen kann es allerdings zu einer dauerhaften Augenhornhauttrübung kommen, die zu einer Verschlechterung des Sehvermögens führt. Hier wird der Patient in der Regel mit kortisonhaltigen Augentropfen behandelt.

Bleibt diese Behandlungsmethode wirkungslos, bietet sich eine Laserbehandlung an, bei der die Hornhauttrübungen chirurgisch abgetragen werden.

Aktualisiert: 07.11.2019 – Autor: Johannes Rapp

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?