Bindehautentzündung behandeln

Frau behandelt Bindehautentzündung mit Augentropfen © istockphoto, AndreyPopov

Ein rotes Auge sollte immer von einem Arzt abgeklärt werden, da neben den vielfältigen Formen der Bindehautentzündung auch weitere Erkrankungen die Ursachen für die Symptome darstellen können.

Wie wird die Bindehautentzündung diagnostiziert?

Der Arzt betrachtet das Auge bei seiner Untersuchung mit einer sogenannten Spaltlampe und kann so die verschiedenen Strukturen des Auges vergrößert untersuchen. Um das Innere der Augenlider anschauen zu können, muss der Arzt das Augenlid umklappen. Da die Behandlung einer Bindehautentzündung oftmals unterschiedlich und von der Ursache abhängig ist, kann ein Abstrich der Bindehaut nötig sein, um den Erreger zu bestimmen.

Vermutet der Arzt eine Allergie als Ursache der Bindehautentzündung, werden verschiedene Allergietests gemacht, um den Auslöser zu eruieren. Für das Adenovirus als Auslöser der gefährlichen Keratokonjuntivitis gibt es einen Schnelltest. Dies ermöglicht dem Arzt eine schnellere Diagnose und Behandlung.

Behandlung der Bindehautentzündung

Eine einfache Bindehautentzündung heilt in der Regel folgenlos ab. Manchmal können Medikamente aber eine Heilung beschleunigen.

  • Sind Bakterien die Ursache, verordnet der Arzt meist eine Augensalbe oder Augentropfen, welche ein Antibiotikum beinhalten.
  • Gegen Chlamydien hilft ein spezielles Antibiotikum. Ebenso besonders ist die Behandlung der Gonokokken. Diese beiden Formen der Bindehautentzündung sollten stationär erfolgen, da die Therapie im gesamten Körper wirken muss.
  • Eine virale Bindehautentzündung ist für gewöhnlich langwieriger, heilt jedoch in der Regel ohne Medikamente wieder ab. Bei Herpes-Viren sollte die Behandlung jedoch medikamentös erfolgen.
  • Bei einer Allergie sollte der Betroffene an erster Stelle den Kontakt zum Auslöser meiden. Ist dies nicht möglich, können so genannte Antihistaminika die allergische Reaktion bremsen.
  • Ein trockenes Auge als Ursache der Bindehautentzündung kann mit Augentropfen behandelt werden, die einen künstlichen Tränenersatz darstellen.
  • Manche Tropfen enthalten gefäßverengende Wirkstoffe und sollten nicht allzu lange angewandt werden. Eine zu lange Behandlung kann einen Teufelskreis auslösen, da die engen Gefäße wiederum ein trockenes Auge und damit eine Bindehautentzündung auslösen können. Eine kurzfristige Anwendung ist jedoch unproblematisch.
  • Begleitend zur medikamentösen Therapie können entzündungshemmende homöopathische Mittel angewandt werden. Eine alleinige Behandlung mit Homöopathie sollte bei einer Bindehautentzündung allerdings nicht erfolgen.
  • Für die Behandlung einer Bindehautentzündung sollten keine Hausmittel angewandt werden. Obwohl zum Beispiel Kamille Entzündungen lindern kann, werden beim Spülen mit Kamille-Lösungen teilweise Keime verschleppt oder wiederum Reizungen oder Allergien der Bindehaut ausgelöst.

Jedes rote Auge sollte einem Arzt vorgestellt werden, um seltene gefährliche Augenerkrankungen auszuschließen und eine bestmögliche Behandlung der Bindehautentzündung zu erreichen.

Hygiene verhindert Ansteckung

Besonders wichtig bleibt die besondere Hygiene in betroffenen Familien. In der Regel kann eine hoch ansteckende Bindehautentzündung nur schwer an der Ausbreitung gehindert werden. Dennoch sollten Angehörige unbedingt darauf achten, keine vom Betroffenen benutzten Handtücher oder Kopfkissen zu verwenden und sich nach dem Kontakt gründlich die Hände zu waschen.

Aktualisiert: 07.06.2018 – Autor: Marina Hochdorfer

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