Farbenfehlsichtigkeit – Diagnose und Therapie

Das Farbensehen wird vor allem mittels spezieller Tafeln mit verschiedenfarbigen Punkten (Ishihara-Tafeln) geprüft; der Test ist etwa ab dem 3. Lebensjahr durchführbar. Hinweise sind, dass das betroffene Kind Schwierigkeiten beim Malen mit Farben oder beim Erkennen der Ampellichter hat. Doch meist gelingt es den Betroffenen rasch, dies zu kompensieren: Sie lernen dann einfach die Anordnung (oben = Rot, unten = Grün) oder die Farben ihnen bekannter Gegenstände auswendig.

Betroffene mit einer Farbschwäche sehen nicht Grau, sondern nehmen viele Farbschattierungen einfach anders wahr – so als hätten sie in einem Farbkasten zum Mischen weniger Ausgangsfarben zur Verfügung als ein Normalsichtiger. Das hat nicht nur Nachteile – manches wird besser oder kontrastreicher wahrgenommen. Betroffene mit einer totalen Farbenblindheit leiden oft unter einer starken Blendempfindlichkeit und unter einer beeinträchtigten Sehkraft.

Was kann man gegen Farbenfehlsichtigkeit tun?

Eine Therapie der angeborenen Farbsinnstörung gibt es nicht, eine Korrektur ist nur bedingt möglich:

  • Menschen mit einer totalen Farbenblindheit tragen oft eine dunkle Sonnenbrille. Je nach Lichtverhältnissen werden für diese Brillen spezielle Kantenfilter verwendet, die bestimmte Farben aus dem Sonnenlicht herausfiltern. Lupen oder kleine Ferngläser ermöglichen das Lesen von kleiner Schrift oder das Sehen in die Ferne.
  • Für Menschen mit einer Rot-Grün-Schwäche gibt es spezielle Linsen, die bestimmte Farbspektren anders rausfiltern; allerdings wird damit die Wahrnehmung anderer Farben verändert. Recht neu ist eine computergesteuert individuell auf den Grad der Fehlsichtigkeit angepasste Farbkorrekturbrille zum Ausgleich der Rot-Grün-Schwäche – diese befindet sich allerdings noch nicht in der Serienreife.
  • Es gibt Geräte, die Farben erkennen können. Sie schicken einen kleinen Lichtstrahl auf den Gegenstand und messen, wie viel Licht wieder zurückkommt. So kann das Gerät melden, welche Farbe ein Gegenstand hat. Der Praxisnutzen ist allerdings umstritten.

Je nach Ausprägung der Farbenfehlsichtigkeit kann diese die Berufswahl einschränken - so dürfen Menschen mit einer Farbschwäche zum Beispiel nicht Pilot, Zugführer oder Kapitän werden.

Aktualisiert: 09.02.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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