Wie man eine Netzhautablösung behandelt

Netzhautablösung © Anastasia Gepp

Bei Verdacht auf eine Netzhautablösung untersucht der Augenarzt durch eine Augenspiegelung den Augenhintergrund. Dafür muss die Pupille zunächst mit Augentropfen erweitert werden. Dann kann der Augenarzt mit einem sogenannten Ophtalmoskop alle Bereiche der Netzhaut einsehen. Entdeckt er dabei Risse oder Löcher, die noch nicht zu einer Ablösung geführt haben, können diese durch eine Lasertherapie vorbeugend behandelt werden.

Laserbehandlung: Vorbeugung bei Netzhautrissen

Dabei werden mit dem Laserstrahl punktförmige Herde um den Netzhautdefekt gesetzt, die nach einigen Tagen vernarben und so die Netzhaut „anheften“. Dadurch kann einer Netzhautablösung vorgebeugt werden.

Die Laserbehandlung erfolgt in der Regel ambulant. Meist ist danach die Sehschärfe für etwa einen Tag etwas eingeschränkt, weshalb Sie 24 Stunden kein Auto fahren dürfen. Zudem sollten Sie für ungefähr eine Woche starke Erschütterungen – etwa durch Sport – vermeiden, bis die Vernarbung erfolgt ist.

OP zur Behandlung einer Netzhautablösung

Hat sich die Netzhaut jedoch bereits abgelöst, ist eine Operation zwingend notwendig. Dabei kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz: Am häufigsten wird ein Schaumstoffschwämmchen (Silikonplombe) von außen auf die Lederhaut des Auges genäht.

Auf diese Weise kommt es zu einer Eindellung der Augapfelwand, wodurch der Zug des Glaskörpers reduziert wird und sich die Netzhaut wieder anlegt. Sind verschiedene Stellen von der Ablösung betroffen, kann die Eindellung mit einem Silikonband (Cerclage) erfolgen, das um den Augapfel herum gelegt wird.

In seltenen Fällen muss der Glaskörper operativ entfernt und ersetzt werden (Vitrektomie). Dabei wird zunächst der Glaskörper entnommen und stattdessen eine schwere Flüssigkeit in das Auge gegeben, die die Netzhaut andrückt. Diese wird anschließend abgesaugt und der Augapfel mit Silikonöl oder einem Luft-Gas-Gemisch gefüllt, was den Glaskörper ersetzt.

Nach der OP: Lesen und Fliegen verboten

Die Operationen zur Behandlung einer Netzhautablösung können in lokaler Betäubung durchgeführt werden, allerdings kann in einigen Fällen eine Vollnarkose nötig sein. Meist müssen die Patienten einige Tage im Krankenhaus bleiben und dürfen etwa vier Wochen lang nicht lesen, um ein „Ruckeln“ des Auges durch die schnelle Augenbewegung zu vermeiden.

Wurde bei einer Glaskörperentfernung Gas als Ersatz verwendet, sind Flugreisen einige Monate tabu, da sich das Gas durch die Höhenänderung ausdehnen kann.

Aktualisiert: 10.07.2019 – Autor: Dr. med. Jana Wittkowski

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