Netzhautablösung: Gefahr für die Sehkraft

Netzhautablösung © Cocoparisienne

Viele Menschen sehen beim Blick in den Himmel oder auf eine weiße Fläche kleine schwarze Punkte oder "fliegende Mücken". Dies ist meist ein Zeichen für eine harmlose Trübung des Glaskörpers im Auge. Treten jedoch plötzlich ganze "Mückenschwärme" oder Blitze auf, kann dies auf eine Netzhautablösung hinweisen. Dann sollten Sie sofort einen Augenarzt aufsuchen, denn im schlimmsten Fall kann eine Netzhautablösung zur Erblindung führen. Hier erfahren Sie, wie Sie die Symptome einer Netzhautablösung erkennen und welche Ursachen vorliegen können.

Netzhautablösung: Augenärztlicher Notfall

Bei einer Netzhautablösung (in der Fachsprache Ablatio retinae oder Amotio retinae genannt) löst sich die obere Schicht der Netzhaut von der darunter liegenden Pigmentzellschicht ab. Die Bereiche der abgelösten Netzhaut können dann nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden, da kein Kontakt zu den Blutgefäßen besteht, die unterhalb der Pigmentzellschicht verlaufen. Dadurch kommt es zum Absterben von Sehzellen.

Ist die Netzhaut im Bereich des gelben Flecks – dem Punkt des schärfsten Sehens – betroffen, kann dies zu einer Verminderung der Sehschärfe bis zur Erblindung führen. Daher sollten Sie bei den Symptomen einer Netzhautablösung schnellstmöglich einen Augenarzt oder am Wochenende den augenärztlichen Notdienst aufzusuchen.

Diabetes und Kurzsichtigkeit als Risikofaktoren

Je nach zugrundeliegender Ursache unterscheidet man verschiedene Formen der Netzhautablösung:

  • Bei der rhegmatogenen Netzhautablösung führt ein Loch oder ein Riss in der Netzhaut zur Ablösung. Solche Defekte entstehen meist, wenn der Glaskörper, der den Augapfel von innen auskleidet, Zug auf die Netzhaut ausübt. Eine solche Glaskörperabhebung ist häufig bei älteren Menschen der Fall, da der Glaskörper im Alter schrumpft. Auch starke Kurzsichtigkeit oder eine vorangegangene Augenoperation wegen grauem Star erhöhen das Risiko für Netzhautdefekte. Zudem kann ein Schlag auf das Auge zu einer Netzhautablösung führen.
  • Die exsudative Netzhautablösung wird durch eine Flüssigkeitsansammlung zwischen Netzhaut und Pigmentzellschicht verursacht. Ursachen hierfür können Entzündungen oder Gefäßerkrankungen sein. In seltenen Fällen wird diese Form der Netzhautablösung durch einen Tumor im Auge, beispielsweise ein Aderhautmelanom, verursacht.
  • Bei einer traktiven Netzhautablösung übt Narbengewebe Zug auf die Netzhaut aus. Grund für eine Vernarbung der Netzhaut sind meist Langzeitschäden eines Diabetes mellitus (diabetische Retinopathie).

Typische Symptome einer Netzhautablösung

Eine Netzhautablösung verläuft in der Regel schmerzfrei, jedoch treten meist typische Symptome auf:

  • Wenn der Glaskörper an der Netzhaut zieht und diese einreißt, äußert sich das häufig durch Lichtblitze.
  • Hebt sich die Netzhaut ab, können Betroffene dies als einen Schatten oder einen schwarzen Vorhang wahrnehmen, der sich in das Gesichtsfeld schiebt.
  • Auch die Sehschärfe kann vermindert sein.
  • Kommt es durch einen Netzhautriss zu einer Blutung, kann ein "Rußregen" vor den Augen auftreten.

Netzhautablösung abgrenzen

Einzelne schwarze Punkte oder "fliegende Mücken" (sogenannte "Mouches volantes") sind hingegen in der Regel unbedenklich und auf eine harmlose Glaskörpertrübung zurückzuführen. Treten sie allerdings zum ersten Mal auf oder ist nur ein Auge betroffen, sollten Sie sicherheitshalber einen Augenarzt aufsuchen. Das gleiche gilt, wenn sie in Kombination mit anderen typischen Anzeichen einer Netzhautablösung auftreten.

Aktualisiert: 28.05.2019 – Autor: Jana Wittkowski

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