Zysten behandeln

Frau besorgt wegen Zysten © istockphoto, tommaso79

Zysten können in den verschiedensten Organen auftreten, unter anderem in der Brust, den Eierstöcken, im Knie, im Kopf oder in den Nieren. Oftmals werden sie erst im Rahmen einer Routine-Untersuchung entdeckt, da sie keine oder nur unspezifische Symptome hervorrufen. Zysten sind in der Regel ungefährlich, können jedoch in seltenen Fällen auch entarten. Ob eine Behandlung erforderlich ist, hängt vor allem davon ab, ob die Zyste Beschwerden verursacht oder nicht. Erfahren Sie hier mehr über verschiedene Therapiemöglichkeiten.

Was ist eine Zyste?

Eine Zyste ist ein Hohlraum im Gewebe, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Dabei kann es sich um Blut, Eiter, Gewebsflüssigkeit oder Talg handeln. Die Flüssigkeit kann nicht austreten, da der Hohlraum durch eine Kapsel abgeschlossen ist. Jede Zyste kann eine oder mehrere flüssigkeitsgefüllte Kammern haben.

Zysten können in unterschiedlichen Größen sowie in verschiedenen Organen und Geweben vorkommen. Generell wird zwischen echten Zysten und Pseudozysten unterschieden. Pseudozysten sind nicht mit einer Zellschicht ausgekleidet, sondern nur von einer Bindegewebshülle umgeben. Generell können Zysten in jedem Alter auftreten.

Verschiedene Ursachen

Für die Entstehung einer Zyste kommen verschiedene Ursachen in Frage. In der Brust, den Eierstöcken sowie den Hoden bilden sie sich häufig durch den Einfluss von Hormonen.

Daneben können aber auch chronische Erkrankungen wie Mukoviszidose oder andere Erbkrankheiten die Ursache darstellen. Bei Mukoviszidose treten beispielsweise häufig Zysten in der Lunge auf. Schließlich können auch Tumore oder Parasiten sowie eine Ablaufstörung (etwa bei Talgdrüsenzysten) zur Bildung von Zysten führen.

Symptome bei einer Zyste

Zysten rufen nur selten Symptome hervor, deswegen bleiben sie häufig lange unentdeckt. Ob und wenn ja welche Symptome auftreten, ist maßgeblich von ihrer Größe und ihrer Lage abhängig. Einige Zysten sind leicht sicht- oder tastbar. Dies ist meist dann der Fall, wenn sie dicht unter der Haut liegen, beispielsweise in der Brust oder im Knie.

Liegen die Zysten dagegen in inneren Organen, werden sie häufig erst durch eine Routine-Untersuchung entdeckt. Besonders häufig bilden sie sich in Organen des Bauchraums, etwa der Leber oder der Niere. Solche Zysten machen sich meist nur bemerkbar, wenn sie stark vergrößert sind oder platzen. Dabei können stärkere Schmerzen und teilweise auch Blutungen auftreten.

Einige Zysten versperren den Ausführungsgang eines Organs (Retentionszyste). Dies ist beispielsweise an den Nasennebenhöhlen öfters der Fall. Ist hier der Ausführungsgang verstopft, kann der Schleim nicht mehr richtig abfließen. Dadurch können sich Keime leichter ansiedeln und es kann zu wiederholten Nasennebenhöhlenentzündungen kommen.

Diagnose erfolgt häufig zufällig

Zysten in inneren Organen werden häufig zufällig im Rahmen einer Routine-Ultraschalluntersuchung entdeckt. Sind weitere Untersuchungen nötig, können eine Computertomographie (CT), eine Kernspintomographie (MRT) oder eine Röntgenuntersuchung durchgeführt werden.

Zysten an sich sind gutartig, in seltenen Fällen können Sie jedoch entarten. Wenn Zweifel an der Gutartigkeit bestehen, kann eine Zystenpunktion durchgeführt werden. Dabei wird etwas Flüssigkeit aus der Zyste entnommen, um diese im Labor genauer untersuchen zu lassen.

Zysten behandeln

Liegt eine gutartige Zyste vor, die keine Beschwerden hervorruft, ist keine Behandlung nötig. Oftmals bildet sie sich einfach von selbst wieder zurück. Wird die Zyste jedoch zu groß oder verursacht Beschwerden, sollte sie entfernt werden.

Zysten direkt unter der Haut können leicht punktiert und die enthaltene Flüssigkeit entfernt werden. Allerdings kann es passieren, dass sie sich mit der Zeit wieder mit Flüssigkeit füllen. Ist dies der Fall, sollte die Zyste durch eine kleine Operation entfernt werden. Eine OP ist ebenfalls empfehlenswert, wenn gesundes Gewebe geschädigt wird oder Schmerzen auftreten.

Zysten in inneren Organen müssen häufig nicht behandelt werden – immer vorausgesetzt, dass sie keine Probleme bereiten. Trotzdem sollten sie regelmäßig von einem Arzt kontrolliert werden, um Veränderungen feststellen zu können. Einige Zysten können nämlich entarten und sich zu bösartigen Tumoren entwickeln.

Aktualisiert: 03.04.2018 – Autor: Kathrin Mehner

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?