Schnupfen (Rhinitis)

Mann mit Schnupfen (Rhinitis) © istockphoto, sunemotion

Schnupfen – auch als Rhinitis bezeichnet – ist an für sich eine harmlose Erkrankung, kann jedoch auch Komplikationen nach sich ziehen. Aus diesem Grunde sollte auch ein simpler Schnupfen angemessen behandelt werden. Bis heute sind mehr als 100 verschiedene Typen von "Rhinoviren" bekannt. Sie werden in Form einer "Tröpfcheninfektion" von Mensch zu Mensch übertragen.

Schnupfen wird durch Viren ausgelöst

Schnupfen ist häufig Symptom einer Erkältung. Wenn jemand, der an Schnupfen erkrankt ist, niest, sich schnäuzt oder hustet, werden jedes Mal Millionen von Viren durch die Luft geschleudert. Über die Atemluft gelangen die Viren dann in den Atemtrakt gesunder Menschen. Gelingt es den Erregern, sich dort festzusetzen, entzündet sich die Schleimhaut. Sie schwillt an und wir bekommen kaum noch Luft durch die Nase.

Zunächst ist der Schnupfen dünnflüssig und die Nase läuft ständig. Später wird vermehrt zähflüssiger Schleim produziert, der die Nasenatmung erheblich behindert – die Nase verstopft.

Ein einfacher Schnupfen dauert normalerweise eine Woche und die Beschwerden sind in erster Linie auf die Nase begrenzt.

Komplikation: Nasennebenhöhlenentzündung

Der Schnupfen kann aber auch Wegbereiter für eine Sinusitis, also eine Entzündung der Nasennebenhöhlen, sein. Erste Anzeichen für eine Nasennebenhöhlenentzündung liegen vor, wenn

  • ein Schnupfen besonders hartnäckig ist
  • Fieber und/oder Kopfschmerzen dazukommen und
  • keine deutliche Besserung innerhalb von acht Tagen eintritt

Die Nasennebenhöhlen sind am klassischen Erkältungsschnupfen in aller Regel beteiligt. Doch erst, wenn isolierte Symptome wie zum Beispiel heftige Kopfschmerzen auftreten, während der Laufschnupfen fehlt, spricht man von einer Nasennebenhöhlenentzündung. Von der Sinusitis sind in erster Linie Erwachsene betroffen. 

Nasennebenhöhlenentzündung: Symptome und Behandlung

Was passiert dabei im Körper? Beim Schnupfen schwillt die Nasenschleimhaut an. Durch die Schwellung der Nasenschleimhaut werden die engen Verbindungsgänge zwischen Nasennebenhöhlen und der Haupthöhle fast vollständig verschlossen. Der Schleim kann nicht mehr über die Nase abfließen, bleibt in den Nebenhöhlen stecken. Die Krankheitserreger können sich ausbreiten und Entzündungen hervorrufen. 

Folgende Symptome treten bei einer Nasennebenhöhlenentzündung auf:

  • Typisch sind ein Druckgefühl und Schmerzen im Bereich der Augen, der Schläfen und der Nasenwurzel.
  • Die Schmerzen beginnen am Morgen, steigern sich bis zum Mittag und gehen am Nachmittag wieder leicht zurück. Sie verstärken sich beim Bücken.
  • Hinzu kommt allgemeines Unwohlsein, oft auch Fieber.

Wichtig ist die Behandlung beim Arzt, denn eine nicht oder nicht ausreichend behandelte Nasennebenhöhlenentzündung kann zu Komplikationen führen oder sogar chronisch werden.

Andere Komplikationen von Schnupfen

Neben einer Nasennebenhöhlenentzündung können bei Schnupfen weitere Komplikationen auftreten:

  • Bei Kindern kommt es häufig zu einer ungenügenden Belüftung des Mittelohres und damit zum Auftreten einer Mittelohrentzündung.
  • Wird die empfindliche Nasenschleimhaut zum Beispiel mechanisch oder durch Medikamente geschädigt, ist die Infektabwehr dadurch geschwächt und es kann zu verschiedenen Verlaufsformen kommen, die chronisch werden können.
  • Beim nervösen Schnupfen handelt es sich um einen Überempfindlichkeitszustand der Nasenschleimhaut mit anfallsartigen Beschwerden durch verschiedene Einflüsse wie Stress, Alkohol, Rauch, Staub, Temperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Medikamente. Die Symptomatik ähnelt der des allergisch bedingten Heuschnupfens.

Schnupfen: Wann zum Arzt?

Der Arzt muss aufgesucht werden, wenn:

  • der Schnupfen länger als sieben Tage dauert
  • Schmerzen in den Nasenebenhöhlen auftreten
  • Hals- oder Ohrenschmerzen oder eine Ausbreitung in die tieferen Atemwege hinzukommen (Fieber, Husten, Atembeschwerden etc.)

Was hilft gegen Schnupfen?

Schnupfen kann verschiedene Ursachen haben, doch die Therapie gestaltet sich in der Regel recht einheitlich: Wichtig ist es, für eine freie Nase zu sorgen, zum Beispiel durch die kurzzeitige Anwendung abschwellender Nasentropfen oder -sprays. Für Kleinkinder und Säuglinge gibt es spezielle Präparate. 

Aber Vorsicht: Wird abschwellendes Nasenspray zu lange angewendet, droht eine Nasenspray-Sucht. Daher sollte man solche Sprays nicht länger als sieben Tage und nicht mehr als zwei- oder dreimal am Tag verwenden.

Da trockene Schleimhäute die Anfälligkeit gegenüber Krankheitserregern erhöhen, ist außerdem Feuchtigkeit besonders wichtig. Schleimhaut befeuchtende Maßnahmen sind neben der Raumluftbefeuchtung und Inhalationen auch befeuchtende Nasentropfen. Dadurch wird zähes Sekret, das die Atmung behindert, verflüssigt und abtransportiert sowie das Abschwellen der Nasenschleimhaut gefördert.

In schweren Fällen kann man zu schleimlösenden Medikamenten aus der Apotheke greifen. Oft helfen aber auch bereits Hausmittel wie warme Brustwickel, Nasenspülungen mit Meersalz oder das Inhalieren mit Kamille, Eukalyptus oder Salbei. In jedem Fall sollten Sie darauf achten, viel zu trinken.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Schnupfen

So können Sie einem Schnupfen vorbeugen:

  • Räume nicht überheizen und die Luft gut befeuchten; besonders das Schlafzimmer kühl halten
  • Zimmer regelmäßig lüften
  • Befeuchten der Nasenschleimhaut und Rausschwemmen der Erreger durch regelmäßiges Inhalieren oder befeuchtende Nasensprays
  • Nase richtig putzen: Ein Nasenloch zuhalten, während Sie durch das andere schnäuzen

Außerdem sind natürlich alle Maßnahmen ratsam, die generell dazu beitragen, das Immunsystem zu stärken, beispielsweise eine vitaminreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung, am besten an der frischen Luft.

Aktualisiert: 07.12.2018 – Autor: Überarbeitet: Silke Hamann

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