Inneres Bauchfett: Persönliches Risiko ermitteln

Inneres Bauchfett ermitteln

Ein erhöhter Bauchumfang ist das äußerlich sichtbare Zeichen für zu viel inneres Bauchfett. Daher gilt die Bauchumfangsmessung als einfache Methode, um übermäßiges inneres Bauchfett zu erfassen. Bis zu 75 Prozent dieses Fettanteils können so ermittelt werden. Im Gegensatz zum BMI gibt die Bauchumfangsmessung also einen Einblick in die Fettverteilung und die damit verbundene gesundheitliche Gefährdung.

Wann eine regelmäßige Bauchfettmessung nötig ist

In ihren Leitlinien empfiehlt die Deutsche Adipositas-Gesellschaft eine regelmäßige Messung des Bauchumfangs schon bei einem BMI von über 25. Die Bauchumfangsmessung sollte Standard zur Bestimmung des inneren Bauchfetts in den Arztpraxen werden, kann aber auch von jedem selbst durchgeführt werden.

Bauchumfang messen

Wie Sie Ihren Bauchumfang selbst richtig messen können, erklären wir im Folgenden:

  • Stellen Sie sich mit freiem Oberkörper aufrecht hin.
  • Legen Sie das Maßband in der Mitte zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Beckenkamm an.
  • Führen Sie das Maßband in gerader Linie zwischen den beiden Punkten um Ihren Bauch herum.
  • Lesen Sie den Bauchumfang in leicht ausgeatmetem Zustand ab.

Ein Bauchumfang von mehr als 88 Zentimeter bei Frauen und 102 Zentimeter bei Männern erhöhen deutlich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Dieser von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte Richtwert ist wichtig. Denn Menschen mit gleichem Gewicht können aufgrund der Fettverteilung einem unterschiedlichen Risiko für Stoffwechsel-Erkrankungen ausgesetzt sein.

Risikofaktoren im Kombipack

Bei den Ursachen für Stoffwechsel- und Gefäßerkrankungen haben neben zu viel innerem Bauchfett auch Veränderungen des Blutdrucks, Blutzuckers und früher oder später des Insulinspiegels einen festen Platz. Diese Veränderungen können sich unabhängig entwickeln, aber auch durch übermäßiges inneres Bauchfett hervorgerufen werden.

Daraus wird schließlich ein gefährliches Risikobündel, das man als Metabolisches Syndrom bezeichnet, wenn mindestens drei der folgenden fünf Kriterien erfüllt sind:

Risikofaktor Werte
Bauchumfang Frauen über 88 cm,
Männer über 102 cm
Triglyzeride über 150 mg/dl bzw. 1,7 mmol/l
HDL-Cholesterin Frauen unter 50 mg/dl bzw. 1,30 mmol/l,
Männer unter 40 mg/dl bzw. 1,03 mmol/l
Blutzucker über 110mg/dl bzw. 6,1 mmol/l (nüchtern)
Blutdruck über 130 zu 85 mmHg

Inneres Bauchfett erhöht das Risiko des Metabolischen Syndroms

Die abdominale Adipositas mit übermäßigem inneren Bauchfett ist die Form der Adipositas, bei der die Wahrscheinlichkeit für ein Metabolisches Syndrom am größten ist. Die Konstellation von Risikofaktoren des Metabolischen Syndroms über viele Jahre führt nahezu unmerklich zu Schädigungen an großen und kleinen Blutgefäßen, was zu Konsequenzen an den versorgten Organen führt.

Die häufigsten Folgen betreffen die Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit, Angina pectoris, Herzinfarkt) und die das Gehirn versorgenden Gefäße (Schlaganfall).

Aktualisiert: 15.10.2018 – Autor: Nathalie Blanck

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