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ADHS bei Kindern: Weitere Alltagstipps

Für genügend Bewegung sorgen

ADHS-Kinder haben meist einen erhöhten Bewegungsdrang – diesem sollten Sie versuchen, im Alltag gerecht zu werden. Da von den Kindern erwartet wird, dass sie in bestimmten Situationen, beispielsweise beim Essen oder im Unterricht, still sitzen, sollten sie in anderen Situationen die Möglichkeit bekommen, sich ausgiebig zu bewegen.

Mitgliedschaft in einem Sportverein kann helfen

Legen Sie bestimmte Zeiten fest, in denen sich Ihr Kind einmal richtig austoben kann. Besonders geeignet ist eine solche Phase zwischen Aktivitäten, bei denen sich Ihr Kind besonders konzentrieren muss. Versuchen Sie doch einmal, Ihr Kind in einem Sportverein anzumelden. Sport im Verein kann dabei helfen, die Integrationsfähigkeit des Kindes zu schulen und neue soziale Kontakte zu knüpfen.

Klare Kommunikation

Achten Sie darauf, mit Ihrem Kind stets ruhig, aber bestimmt zu reden. Vermeiden Sie es dagegen, sich aggressiv zu äußern, das Kind anzuschreien sowie Ihren Aussagen einen ironischen oder zynischen Unterton zu verleihen. Versuchen Sie, mit kurzen, klaren Rückmeldungen wie ‚stopp‘ oder ‚gut‘ zu arbeiten, die für das Kind leicht verständlich sind.

Haben Sie eine Anweisung gegeben, sollten Sie Ihre Position beibehalten und nicht nachgeben – nur so lernt das Kind, sich an klare Regeln zu halten. Ist ein Konflikt einmal gelöst, sollten Sie diesen ruhen lassen und das Kind nicht bei nächster Gelegenheit wieder mit alten Vorwürfen belasten.

Ruhig bleiben

Egal was Ihr Kind gerade angestellt hat – wichtig ist, dass Sie versuchen ruhig und gelassen zu bleiben – auch, wenn Sie innerlich verzweifelt und mit den Nerven am Ende sind. Denken Sie immer daran, dass Ihr Kind sich nicht absichtlich so benimmt, sondern dass sein Verhalten durch eine Störung im Gehirn ausgelöst wird.

Für ADHS-Kinder, die aufgrund ihres Verhaltens bei Gleichaltrigen oder Lehrern häufiger anecken, ist es besonders wichtig, dass sie in der Familie einen sicheren Rückhalt finden, der ihnen Schutz, Geborgenheit und Liebe bietet. Auch wenn es in konfliktgeladenen Situationen nicht immer einfach ist, versuchen Sie deshalb, sich immer auch die positiven Eigenschaften Ihres Kindes bewusst zu machen.

Hilfe suchen

Wenn ein Kind an ADHS leidet, ist dies häufig eine belastende Situation für die gesamte Familie. Oft wissen die Eltern nicht wirklich, wie sie mit ihrem Kind umgehen und auf bestimmte Verhaltensweisen reagieren sollen. Hier ist es wichtig, dass Sie sich als Elternteil rechtzeitig Hilfe suchen. Sprechen Sie mit einem Arzt und seien Sie offen für eine Therapie. Vielleicht können Sie über die Therapie auch Kontakte zu anderen Eltern knüpfen, die in einer ähnlichen Situation sind. Alternativ können Sie auch eine Selbsthilfegruppe aufsuchen und dort Ihre Probleme mit anderen Eltern teilen.

Da der Alltag mit einem ADHS-Kind auf Dauer sehr anstrengend werden kann, sollten Sie regelmäßig Pausen einbauen, die Sie nur für sich nutzen. Engagieren Sie beispielsweise für einen Nachmittag in der Woche eine Hausaufgabenhilfe, sodass Sie etwas Zeit zum Durchatmen bekommen. Gehen Sie Ihren eigenen Interessen nach – so können Sie neue Kraft und Energie für den Alltag sammeln.

Aktualisiert: 27.10.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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