ADHS-Kinder in der Schule

Kind mit ADHS in der Schule © istockphoto, JBryson (Symbolfoto)

Die für ADHS-Kinder typischen Verhaltensweisen machen sich vor allem in der Schule negativ bemerkbar. Hier wird von den Kindern erwartet, dass sie sich ruhig verhalten und aufmerksam dem Lehrer zuhören. ADHS-Kinder sind jedoch häufig unkonzentriert, lassen sich schnell ablenken und stören so den Unterricht. Mit ein paar Tipps und Tricks lassen sich Schule und ADHS besser miteinander vereinbaren.

ADHS-Kinder: Probleme in der Schule

Kinder mit ADHS haben in der Schule oftmals Probleme: Sie fallen durch eine leichte Ablenkbarkeit und ein geringes Durchhaltevermögen auf. Oft fangen sie Aufgaben an, bearbeiten diese aber nicht bis zum Ende. Die Kinder zeigen sich im Unterricht zudem unruhig und ungeduldig, sie fallen dem Lehrer ins Wort oder beantworten Fragen, ohne vorher aufgerufen worden zu sein.

Nicht selten treten bei ADHS-Kindern außerdem Begleiterscheinungen wie Sprachstörungen, eine Lese- oder Rechtschreibschwäche sowie Rechenprobleme auf. Auch motorische Auffälligkeiten, die sich beispielsweise in einer unruhigen Schrift zeigen können, sind möglich. ADHS-Kindern fällt es außerdem oft schwer, in der Klasse Anschluss zu finden. Durch ihr unruhiges, teilweise auch aggressives Verhalten, ecken sie bei ihren Mitschülern an.

Lehrer informieren

Wenn Ihr Kind in die Schule kommt, sollten Sie den Klassenlehrer darüber informieren, dass es an ADHS leidet. Erläutern Sie ihm, was hinter der Erkrankung steckt und welche Verhaltensweisen auftreten können. Bei einigen Verhaltenstherapien kann der Lehrer auch in die Behandlung mit einbezogen werden und so lernen, wie er in der Schule adäquat auf das Kind reagiert.

Leider ist es jedoch so, dass nicht alle Lehrer entsprechend auf Kinder mit ADHS eingehen können oder wollen. Wenn Sie merken, dass Ihr Kind in der Schule erhebliche Probleme hat und durch den Lehrer nicht unterstützt wird, sollten Sie langfristig über einen Klassen- oder zur Not auch über einen Schulwechsel nachdenken.

Ablenkung vermeiden

In der Schule sollten ADHS-Kinder möglichst in der ersten Reihe und in unmittelbarer Nähe des Lehrers sitzen. So kann dieser bei Problemen schnell und unkompliziert auf das Kind eingehen. Außerdem ist das Kind in der ersten Reihe gut vor Ablenkung durch Mitschüler geschützt. Ein Platz in der hintersten Reihe oder eine Sitzordnung mit Gruppentischen ist dagegen für ADHS-Kinder eher schlecht geeignet.

Wenn der Lehrer merkt, dass das Kind unruhig wird, sollte er ihm am besten eine kleine Aufgabe – etwa das Wischen der Tafel – geben, die für etwas Bewegung und Abwechslung sorgt. Auch kleine Pausen, in denen sich die ganze Klasse einmal strecken und recken darf, können hilfreich sein.

Damit das Kind während des Unterrichts möglichst wenig Ablenkung findet, sollten alle Utensilien, die es in der Schule benötigt, optimal vorbereitet werden. Dazu gehört beispielsweise, dass die Stifte gespitzt sind und im Füller genügend Tinte enthalten ist. Auch sollten Eltern darauf achten, dass sich im Rucksack des Kindes keine Spielsachen befinden. Bücher und Hefte verschiedener Fächer werden am besten mit je einer Farbe gekennzeichnet: So können sie leicht auseinander gehalten und langes Suchen vermieden werden.

Hausaufgaben mit ADHS-Kindern machen

Das Erledigen der Hausaufgaben kann mit einem ADHS-Kind leicht zu einem täglichen Kampf werden. Die Kinder versuchen, die Hausaufgaben immer wieder zu umgehen, können sich schlecht konzentrieren und lassen sich von Nebensächlichkeiten ablenken. Wir geben Ihnen fünf Tipps, mit denen das Erledigen der Hausaufgaben einfacher gelingt:

  1. Stellen Sie dem Kind einen ruhigen und aufgeräumten Arbeitsplatz zur Verfügung. ADHS-Kindern lassen sich leicht ablenken, sowohl von Geräuschen als auch von Gegenständen. Idealerweise befinden sich auf dem Tisch deswegen nur die Gegenstände, die das Kind zum Arbeiten tatsächlich braucht.
  2. Helfen Sie dem Kind, seine Hausaufgaben zu strukturieren. Dadurch gewinnt das Kind einen besseren Überblick, was zu tun ist, und kann so Erfolge beim Arbeiten besser beurteilen. Schreiben Sie beispielsweise die Hausaufgaben der verschiedenen Fächer auf einzelne Notizzettel, die das Kind nach und nach Abhängen kann.
  3. Bekommen Sie mit Ihrem Kind beim Erledigen der Hausaufgaben immer wieder Streit, beauftragen Sie jemand anderen mit dieser Aufgabe. Fragen Sie beispielsweise Oma und Opa, ob diese vorübergehend das Kind bei den Hausaufgaben betreuen können. Alternativ können Sie für einen gewissen Zeitraum auch eine Hausaufgabenhilfe organisieren.
  4. Verpflichten Sie Ihr Kind nicht, die ganze Zeit am Schreibtisch zu sitzen. Einige Aufgaben – beispielsweise Vokabellernen – können auch beim Sitzen im Garten oder auf dem Sofa erledigt werden.
  5. Lassen Sie Ihr Kind den Schulranzen für den nächsten Tag packen, wenn es alle Hausaufgaben erledigt hat. So gibt es am nächsten Morgen keine Hektik, sondern es können in Ruhe alle Dinge, die für den nächsten Tag benötigt werden, im Rucksack verstaut werden.

Aktualisiert: 04.01.2013 – Autor: Kathrin Mehner

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