Alzheimer und Demenz – Fluch des Alters?

Ältere Frau hat Alzheimer © istockphoto, KatarzynaBialasiewicz

Die meisten Menschen haben Angst davor, mit zunehmendem Alter ihre geistigen Fähigkeiten einzubüßen. Nicht ganz zu unrecht – schließlich nimmt die Zahl der von Demenz und insbesondere von der Alzheimer-Krankheit betroffenen Menschen in den letzten Jahren stetig zu. Die scheint wohl einer der Preise zu sein, die wir für unsere gestiegene Lebenserwartung zahlen.

Übersicht: Alzheimer-Demenz

Eines ist allen der über fünfzig Demenzarten unterschiedlicher Ursache gemeinsam: Sie gehen mit stetigem Verlust der geistigen Fähigkeiten einher. Die Alzheimer-Demenz ist dabei mit Abstand die häufigste Demenzform – schätzungsweise 1,2 Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen.

Und: Ihre Anzahl steigt – bis zum Jahr 2050 voraussichtlich auf das Doppelte. Diese Zahlen sind von enormer Brisanz, sind doch nicht nur die Erkrankten selbst betroffen, sondern vielfach auch die Angehörigen, die die Pflege übernehmen.

Dazu werden auch immer mehr Betreuungseinrichtungen benötigt, die auf die speziellen Bedürfnisse demenzkranker Menschen eingerichtet sind. Das bedeutet, dass sowohl finanzielle Lösungen gefunden werden müssen, als auch ein gesellschaftliches Umdenken erforderlich ist, um die nach wie vor tabuisierte Erkrankung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Ursachen für Demenz

In wenigen Bereichen wurde in den letzten Jahren so viel geforscht wie zum Thema Demenz. Es wurde viel Neues gefunden, manches davon auch bereits wieder verworfen. Noch immer sind die genauen Entstehungsmechanismen der Alzheimer-Demenz nicht vollständig entschlüsselt. Erschwert wird die Suche nach den Ursachen dadurch, dass die Diagnose im Prinzip erst nach dem Tod in der Autopsie gestellt werden kann, zu Lebzeiten dagegen nur eine Verdachtsdiagnose ist.

Was man sicher weiß, ist, dass das Risiko für eine Alzheimer-Demenz nach dem 60. Lebensjahr rasant ansteigt. Bei den über 85-Jährigen sind ein Drittel bis ein Viertel betroffen. Viele Wissenschaftler sehen deshalb in der Alzheimer-Demenz keine Erkrankung im eigentlichen Sinn, sondern den Endzustand des Lebens, der nur zu verschiedenen Zeitpunkten (oder – bedingt durch den Tod – gar nicht) erreicht wird.

Typisch für Alzheimer

Typisch für die Alzheimer-Krankheit sind Ablagerungen von Eiweißstückchen im Gehirn, den sogenannten Amyloiden. Vermutlich behindern diese Fibrillen oder Plaques den Austausch von Informationen zwischen den Nervenzellen – diese verkümmern und sterben nach einer Weile ab.

Allerdings vermutet man mittlerweile, dass es weitere Mechanismen geben muss, da die Ausprägungen dieser Plaques nicht mit dem Schweregrad der Krankheit korrelieren und umgekehrt auch in Gehirnen von Gesunden diese Veränderungen gefunden werden. Dazu gibt es wohl auch eine vererbbare Anfälligkeit, an der Alzheimer-Demenz zu erkranken.

Aktualisiert: 26.09.2017 - Autor: Dagmar Reiche

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