Die deutlichsten Frühwarnzeichen einer Demenz

Pflegerin kümmert sich um Demenz-Patientin © istockphoto, Halfpoint

Jedes Jahr erkranken in der Bundesrepublik Deutschland 200.000 Menschen neu an einer Demenz. Je älter wir werden, desto höher ist die Gefahr an Demenz zu erkranken: Mehr als sieben Prozent der Menschen über 65 Jahre in Deutschland sind betroffen und sogar fast jeder Dritte über 90 Jahren ist erkrankt. Umso wichtiger ist es, frühzeitig zu erkennen, wenn sich erste Anzeichen der Krankheit zeigen. Wir erklären, welche Ursachen und Symptome für, aber auch gegen eine Demenz sprechen.

Ursachen einer Demenz

Demenz beschreibt den Zustand von geistigem Abbau und den Verlust von zuvor beherrschten Fähigkeiten. Die Ursachen dafür sind unterschiedlich. Die häufigste Unterform ist die Alzheimer-Demenz, bei der Nervenzellen des Gehirns zu Grunde gehen, kaputt gehen, weil sich Proteinplaques in ihnen ablagern. Eine andere Ursache für Demenz ist eine Mangeldurchblutung des Gehirns. Diese Form der Erkrankung wird vaskuläre Demenz genannt. Sie beruht auf vielen kleinen Schlaganfällen, die sich erst in der Summe bemerkbar machen.

Angehörige machen sich Sorgen

Aufgrund der hohen Zahl an Demenzkranken haben viele Menschen Angst, selbst daran zu erkranken, oder dass ihre Angehörige von einer Demenz betroffen sein könnten. Sobald Dinge verlegt oder Einzelheiten vergessen werden, weckt das schnell den Gedanken, ob da etwas nicht stimmen könnte? Doch nicht jeder, der Dinge vergisst, leidet an einer Demenz. Es ist natürlich, Dinge zu verlegen und zu vergessen – und dies zählt zum normalen Alterungsprozess.

Tests zur Früherkennung von Demenz

Um das Entstehen einer Demenz hingegen bereits in frühen Stadien festzustellen, gibt es spezielle Punkte, auf die sowohl die Angehörigen als auch der behandelnde Arzt achten können. Dabei sind vor allem Verhaltensbeobachtungen, sprachliche Tests und kognitive Aufgaben hilfreich, um erste Anzeichen einer Demenz aufzuzeigen.

Folgende Symptome weisen auf eine Demenz hin:

  1. Sprachliche Einschränkungen: Probleme damit, im Gespräch die richtigen Worte zu finden oder dem Gegenüber im Gesprächsverlauf zu folgen
  2. Die Urteilskraft lässt nach: Mühe damit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, die zuvor ohne Probleme verstanden wurden, z.B. wie eine Mahlzeit gekocht wird, wie im Supermarkt Einkäufe erledigt werden, wie einfache Elektrogeräte bedient werden
  3. Vergesslichkeit im Alltag: Gegenstände werden verlegt, bereits Gesagtes mehrfach wiederholt, Verabredungen oder zusammen Erlebtes werden vergessen
  4. Orientierungsverlust in zuvor bekannter Umgebung
  5. Persönlichkeitsveränderungen: erhöhte Reizbarkeit, innere und äußere Unruhe

Symptome einer Demenz je Stadium

Leichte Einschränkungen, die typisch für das Frühstadium der Demenz sind, zeigen sich etwa, wenn im Alltag komplizierte Aufgaben nicht mehr gelöst werden können, wie Rechnen oder das Ablesen einer Uhr. Eine selbstständige Lebensführung ist dann zwar bereits eingeschränkt, aber noch möglich. Problematischer wird es, wenn bereits einfache Alltagsaufgaben nicht mehr gemeistert werden können, wie sich korrekt anzuziehen und zu pflegen, weil Alltagsgegenstände in ihrer Funktion nicht mehr als solche erkannt werden.

Dann sind die Betroffenen auf Hilfe von außen angewiesen. Bei einer Schwerform der Demenz sind die kognitiven Funktionen der Erkrankten so weit eingeschränkt, dass von ihnen selbst einfache Gedankengänge nicht mehr nachvollzogen werden können.

MRT als Zusatzuntersuchung

Bildgebende Untersuchungen des Gehirns, wie ein MRT, gehören nicht zu den ersten Maßnahmen, um eine Demenz zu diagnostizieren. Allerdings können sie helfen, zwischen den verschiedenen Demenz-Ursachen zu unterscheiden. Bei der vaskulären Demenz, die durch viele kleine Schlaganfälle verursacht wird, zeigen sich die Narben der Schlaganfälle zum Beispiel im MRT oder CT.

Und bei der Alzheimer-Demenz zeigt sich im PET/CT (Positronen-Emissions-Tomographie/Computertomographie) ein  geringerer Stoffwechsel der Nervenzellen des Gehirns. Außerdem haben Studienergebnisse gezeigt, dass die Größe des Gehirns bei fortgeschrittener Alzheimer-Demenz im MRT vermindert ist. Allerdings ist dies nicht spezifisch genug, um eine Diagnose zu stellen – wegweisend für die Diagnose „Demenz“ sind die Symptome des geistigen Abbaus.

Demenz abgrenzen von anderen Erkrankungen

Wichtig ist zudem, die Demenz von anderen Krankheiten abzugrenzen, zum Beispiel von einer Depression, die oft ebenfalls mit einer Verschlechterung der geistigen Leistungsfähigkeit einhergeht. Bei Verdacht auf eine Demenz darf ebenfalls nicht vergessen werden, dass auch andere Ursachen, wie Unterernährung, neu aufgetretene Schwerhörigkeit oder eine Fehlfunktion der Schilddrüse ähnlich aussehen können wie eine Demenz.

Aktualisiert: 23.08.2018 – Autor: Dr. med. Julia Völker

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