Geschädigte Nerven – Stark wie Drahtseile

Geschädigte Nerven am Arm © istockphoto, CentralITAlliance

Muskelzucken, Taubheit, Kribbeln können ganz harmlose Missempfindungen sein. Manchmal sind sie jedoch Anzeichen einer Nervenschädigung, die behandelt werden muss: Die Finger werden taub und die Hände pelzig, die Beine kribbeln, das Augenlid zuckt und der Pudding schmeckt nach Seife. Manchmal können einem Nervenstörungen richtig auf die Nerven gehen. Denn hier liegen die Ursachen von Missempfindungen wie Taubheit, Zucken, Kribbeln oder ungewöhnlichen Geruchs- und Geschmackseindrücken.

Störungen durch Nervenschäden

Alles, was der Mensch sieht, hört, tastet, schmeckt, fühlt oder riecht muss von den Nerven weitergeleitet und im Gehirn verarbeitet werden. Und alles, was vom Körper geleistet wird, muss vom Gehirn über die Nerven an die Muskeln übertragen werden. So ist es nicht verwunderlich, dass bei Nervenschädigungen Missempfindungen und Bewegungsstörungen entstehen können.

Dies ist auch möglich, wenn die Nerven aufgrund von Durchblutungsstörungen nicht mehr richtig versorgt sind, wie etwa bei der diabetischen Polyneuropathie, einer Nervenschädigung, die als Folge der Zuckerkrankheit auftreten kann.

Viele Zusammenhänge

Neuropathien können in vielen Zusammenhängen auftreten. Viele sind harmlos, wie zum Beispiel das pelzige Gefühl an den Händen, doch andere können ernste Erkrankungen sein, wie eben Diabetes mellitus oder die von Zecken übertragene Infektionskrankheit Borreliose. Ein nervöses Zucken am Körper kommt immer mal wieder vor, so zum Beispiel bei fast jedem Menschen vorm Einschlafen. Das kann passieren, ohne dass man es bewusst wahrnimmt.

Am Augenlid beispielsweise fällt es jedoch auf. Ist jemand beunruhigt über sein Lidzucken oder tritt das Zucken mehrere Wochen hintereinander lang immer wieder auf, sollte er zum Arzt gehen. Meist kann ein Gespräch mit dem Experten schnell Klarheit schaffen, ob mehr dahintersteckt – zum Beispiel die Überfunktion der Schilddrüse. In der Regel ist das Zucken jedoch harmlos. Ursache kann beispielsweise ein Mangel an Mineralstoffen sein, wie er bei starkem Schwitzen auftritt. Hier helfen schon Ruhe und elektrolythaltige Getränke.

Aber auch Durchfall oder Medikamente können zu einer Elektrolytverschiebung im Körper beitragen, die zu Zittern oder Zucken führt. Manchmal reicht sogar eine Hyperventilation – ein schnelles Atmen aufgrund von Aufregung, Panik, Stress oder Angst-, um körperliche Symptome auszulösen.

Schwerwiegende Ursachen für Missempfindungen

Andererseits sind die Missempfindungen aber nicht immer harmlos. Auch eine Schädigung der Nerven außerhalb des Rückenmarks oder des Gehirns, die sogenannte Polyneuropathie, beginnt meist schleichend mit Kribbeln oder Empfindungsstörungen in Füßen und Händen, die später die gesamten Beine und Arme betreffen können.

Aktualisiert: 28.06.2017

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