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Parkinson (Morbus Parkinson)

Frau mit Morbus Parkinson © istockphoto, KatarzynaBialasiewicz

Parkinson ist eine Erkrankung, die mit Symptomen wie Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifheit, Muskelzittern und Haltungsinstabilität einhergeht. Die am häufigsten auftretende Form wird als Morbus Parkinson bezeichnet. Morbus Parkinson nimmt in der Regel einen schleichenden Verlauf und ist bis heute nicht heilbar. Durch die richtige Therapie – meist in Form von Medikamenten – lässt sich das Fortschreiten der Krankheit jedoch aufhalten und die Lebenserwartung der betroffenen Patienten deutlich steigern. Wir informieren Sie über die Ursachen und Symptome sowie die Diagnose und Behandlung von Parkinson.

Parkinson: Ursache unbekannt

Parkinson zählt zu den in Deutschland am weitesten verbreiteten neurologischen Erkrankungen. Sie betrifft in erster Linie ältere Menschen zwischen 55 und 65 Jahren, nur rund zehn Prozent sind bei der Diagnose jünger als 40 Jahre. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Personen, die an Parkinson leiden: Von den über 60-jährigen ist in Deutschland etwa ein Prozent betroffen, bei den über 70-jährigen sind es schon rund zwei Prozent und bei den über 80-jährigen drei Prozent.

Morbus Parkinson ist dadurch gekennzeichnet, dass es im Verlauf der Erkrankung zu einem ständig fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn kommt, die Dopamin produzieren. Warum die Nervenzellen absterben, ist bislang unbekannt. Deswegen spricht man auch vom idiopathischen Parkinson-Syndrom (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache).

Verschiedene Parkinson-Formen

Das idiopathische Parkinson-Syndrom ist die mit Abstand am häufigsten auftretende Form – für etwa 75 Prozent aller Parkinson-Erkrankungen gibt es keine erkennbare Ursache. Daneben existieren jedoch auch einige seltenere Parkinson-Formen, deren Ursache bekannt ist:

  • Familiäres Parkinson-Syndrom: Diese Form von Parkinson wird durch Veränderungen im Erbgut bedingt und ist somit auch vererbbar. Häufig treten die Symptome bereits in einem jungen Alter, das heißt unter 40 Jahren, auf.
  • Sekundäres (symptomatisches) Parkinson-Syndrom: Diese Form von Parkinson kann durch Umwelteinflüsse (zum Beispiel Gifte), durch bestimmte Medikamente (zum Beispiel Neuroleptika) oder Erkrankungen (zum Beispiel Hirntumore) sowie durch wiederholte Verletzungen des Gehirns (Boxerparkinson) hervorgerufen werden.
  • Atypisches Parkinson-Syndrom: Hierunter werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die genau wie Parkinson durch einen Verfall von Nervenzellen in einem bestimmten Bereich des Gehirns – den Basalganglien – hervorgerufen werden. Neben den typischen Parkinson-Symptomen leiden die Betroffenen unter weiteren Beschwerden. Deshalb wird das Atypische Parkinson Syndrom auch als Parkinson-Plus-Syndrom bezeichnet.

Schlüsselrolle des Dopamins bei Parkinson

Dopamin ist ein Botenstoff, der im Gehirn in erster Linie für die Signalübertragung zwischen Nervenzellen von Bedeutung und somit auch an der Steuerung unserer Bewegungen beteiligt ist. Ist im Gehirn zu wenig Dopamin vorhanden, kommt es durch den Mangel zu den für eine Parkinson-Erkrankung typischen körperlichen Einschränkungen wie beispielsweise einer Bewegungsverlangsamung (Bradykinese).

Durch den Dopamin-Mangel gewinnen zudem andere Botenstoffe wie Acetylcholin und Glutamat im Gehirn die Überhand. Durch das Ungleichgewicht werden weitere typische Anzeichen wie das Muskelzittern (Tremor) sowie die Muskelsteifheit (Rigor) ausgelöst.

Verlust an dopaminproduzierenden Nervenzellen

Der Dopamin-Mangel wird durch einen Verlust an dopaminproduzierenden Nervenzellen im Gehirn ausgelöst. Der Verlust ist dabei in bestimmten Bereichen des Gehirns ausgeprägter als in anderen Regionen: So sind vor allem die dopaminproduzierenden Nervenzellen in der schwarzen Substanz (Substantia nigra) sowie die Nervenzellen im Streifenkörper (Striatum) betroffen.

Sowohl die schwarze Substanz als auch der Streifenkörper sind an der Steuerung von Bewegungsabläufen beteiligt. Liegt zu wenig Dopamin vor, können die Nervenzellen in diesen Gebieten nicht genügend erregt werden. Dadurch werden die Bewegungsabläufe langsamer und feinmotorische Bewegungen wie das Schreiben fallen schwerer.

Aktualisiert: 19.10.2012 – Autor: Kathrin Mehner

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