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Innenohr - Funktionen

Welche Funktion hat das Mittelohr?

Das Mittelohr verstärkt die Schallwellen, die am Trommelfell ankommen und es in Schwingung versetzen. Das ist notwendig, weil die Sinneszellen im Innenohr in Flüssigkeit eingebettet sind und Schall in Flüssigkeit weniger stark wahrgenommen wird (den Effekt kennt man, wenn man in der Badewanne untertaucht).

Wie wird die Verstärkung erreicht? Das Trommelfell ist viel größer als das korrespondierende Fenster zum Innenohr – so nimmt der Schalldruck zu. Die Hebelwirkung der kleinen Gehörknöchelchen erhöht den Druck zusätzlich. Daneben regulieren zwei Muskeln die Spannung des Trommelfells und die Stärke der Übertragung des Signals von der Steigbügelplatte (dem letzten Gehörknöchelchen) auf das ovale Fenster des Innenohrs.

Funktion des Innenohrs

Im Innenohr laufen die Schallwellen die Windungen der Hörschnecke hinauf. Sie aktivieren die Sinneszellen des eingebetteten "Hörschlauchs" je nach Frequenz gleich zu Beginn (bei hohen Tönen) oder erst am Ende (bei tiefen Frequenzen). Jeder Klang wird so zerlegt und ergibt eine typische Sinnesreizung, die ans Gehirn weitergeleitet wird.

Wichtig ist, dass die Sinneszellen für hohe Frequenzen gleich zu Beginn erregt werden, die Schallwellen dann nicht weiterlaufen; umgekehrt aber die Schallwellen der tiefen Frequenzen die Sinneszellen für hohe Frequenzen ein wenig aktivieren, bevor sie weiterlaufen – so werden diese auf Dauer wesentlich mehr beansprucht und nutzen sich schneller ab.

Steuerung des Gleichgewichtssinns

Soweit die Funktion des Hörens – der Gleichgewichtssinn wird über die Sinneszellen von Sacculus, Utriculus und denen der Bogengänge gesteuert. Die Spitzen der Sinneszellen ragen in eine Gallertmasse, auf der zur Beschwerung kleine Steinchen liegen, die Otolithen. Diese gesamte Konstruktion schwimmt in Flüssigkeit.

Kommt es zu einer Körperbewegung, bewegt sich erst die Flüssigkeit, danach dann verzögert die Gallertmasse mit den Sinneszellen. Wie stark und schnell sich die Gallertmasse von ihrer Ruheposition entfernt, hängt vom Bewegungsausmaß ab – die Spitzen der Sinneszellen werden gekrümmt, das wird als Signal ans Gehirn gemeldet. Das Gehirn ermittelt aus dieser Information und den Signalen der Augen und der Muskeln die Lage unseres Körpers im Raum – ob wir sitzen, liegen, fallen oder uns drehen.

Aktualisiert: 20.01.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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