Innenohr - was hinter dem Trommelfell passiert

Anatomie des Innenohrs (Illustration) © istockphoto, pixologicstudio

Dass unsere Ohren für das Gehör zuständig sind, weiß jedes Kind; doch auch Gleichgewicht und Raumgefühl sind weitere wichtige Aufgaben des Innenohrs. Wir erklären, wie Mittelohr und Innenohr aufgebaut sind, welche Funktionen sie haben und welche Krankheiten auftreten können.

Was genau gehört zu Mittel- und Innenohr, wo liegen sie genau?

Das Innere des Ohres beginnt nach 3 bis 4 Zentimetern Gehörgang mit dem Trommelfell, das die Außenwelt vom Ohreninneren trennt. Diese bindegewebige Membran misst einen Zentimeter im Durchmesser – dahinter liegt der mit Luft gefüllte Bereich des Mittelohrs: die Paukenhöhle.

Das Mittelohr

Die linsenförmige Paukenhöhle kann man sich wie einen sehr kleinen Würfel mit einer Kantenlänge von etwa 9,3 Millimetern vorstellen – die eine "Seitenfläche" ist das Trommelfell, eine kleinere liegt gegenüber und besteht aus einem ovalen und einem runden Fenster, hinter denen sich das Innenohr verbirgt. Zwischen Trommelfell und ovalem Fenster ist eine Kette aus Gehörknöchelchen aufgespannt, nämlich Hammer, Amboss und Steigbügel. Drei weitere Seitenflächen bestehen aus mit Schleimhaut überdecktem Knochen. Die letzte Seite ist die Öffnung der Ohrtrompete, der

Tuba auditiva. Sie ist ein 3,5 Zentimeter langer, mit Schleimhaut ausgekleideter Gang und verbindet Mittelohr und Nasenrachen. Diese Verbindung öffnet sich nur beim Schlucken, Gähnen oder weitem Mundöffnen – was wichtig ist, um zwischen Mittelohr und Außenluft den gleichen Luftdruck herzustellen. Anderenfalls wölbt sich das Trommelfell schmerzhaft nach innen oder außen. Wie der Name Mittelohr vermuten lässt, befindet sich dieses zwischen Außen- und Innenohr.

Das Innenohr

Das Innenohr liegt mitten im Felsenbein, einem dicken Schädelknochen, und besteht aus besonders geformten knöchernen Aushöhlungen, dem bauchigen Vorhof (Vestibulum), der spiraligen Hörschnecke (Cochlea) und den drei ringförmigen Bogengängen (Ductus semicirculares), in die die Zellen und Strukturen des Innenohres eingebettet sind.

Hörschnecke und Bogengänge haben einen gemeinsamen Ausgangspunkt, den Vorhof des Innenohrs. Von dort geht es geradeaus weiter zur Hörschnecke, oberhalb des Vorhofs liegen die drei Bogengänge, die in alle drei Richtungen des Raums zeigen, sowie die Sinneszellen von Sacculus und Utriculus.

Die knöcherne Hörschnecke ist erbsgroß, ca. 3 Zentimeter lang und hat zweieinhalb Windungen. Sie ist mit Flüssigkeit gefüllt und enthält ein schlauchförmiges Zellgebilde (Corti-Organ), das die Schallwellen in Nervensignale umwandelt. Im Vorhof liegen Sacculus und Utriculus. Sie registrieren, wenn sich unser Körper auf und ab oder vor und zurück bewegt. In den drei Bogengängen hingegen wird jede Drehbewegung wahrgenommen und an das Gehirn gemeldet.

Aktualisiert: 26.02.2016 – Autor: Nathalie Blanck

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