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Tinnitus – Selbsthilfe und Behandlung

Frau mit Tinnitus © pixabay, cocoparisienne

Ohrgeräusche lassen sich in vielen Fällen als wohlgemeinte Mahnung des Körpers auffassen. Tinnitus ist zu Beginn in der Regel auch ein Warnsignal, dass wir uns körperlich oder seelisch übernommen haben. Deswegen sollten Sie die Ursachen aufspüren und möglichst beheben. Gehen Sie der Sache auf den Grund. Prüfen Sie Ihre Lebenssituation. Und scheuen Sie sich nicht, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um einen Tinnitus wieder loszuwerden!

12 Tipps zur Selbsthilfe bei Tinnitus

Zur Behandlung eines Tinnitus ist in der Regel der Betroffene selbst gefragt:

  • Suchen Sie sich einen Arzt des Vertrauens, aber geben Sie Ihre Verantwortung nicht beim Arzt ab.
  • Scheuen Sie nicht, auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen!
  • Vermeiden Sie in der Akutphase jeden Stress. Eine Krankschreibung in den ersten ein bis zwei Wochen ist hier sehr hilfreich.
  • Gehen Sie mit Nikotin, Koffein und Alkohol vernünftig um.
  • Meiden Sie Lärm und laute Musik. Oder schützen Sie sich durch Gehörschutz.
  • Überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt und Apotheker, ob Ihre Medikamente ohrschädigend sind.
  • Befassen Sie sich mit Entspannungsübungen.
  • Bemühen Sie sich um positives Denken.
  • Informieren Sie sich gründlich über Ihre Erkrankung.
  • Körperliche Bewegung wird Ihnen guttun.
  • Machen Sie Ihren Tinnitus nicht zum Lebensmittelpunkt. Ziehen Sie sich nicht zurück. Fördern Sie Ihre familiären und freundschaftlichen Beziehungen.
  • Versehen Sie sich bei einem festgestellten stärkeren Hörverlust möglichst bald mit einem Hörgerät.

Persönlich abgestimmte Therapie

Allgemein gilt: Eine gesunde Lebensführung, eine positive Lebenseinstellung und Entspannungsübungen sind hilfreich. Ebenso der Erfahrungsaustausch mit Gleichbetroffenen in Selbsthilfegruppen. Alle weiteren Therapieschritte müssen individuell auf Sie abgestimmt werden. Denn gerade wenn Tinnitus zum Leiden wird, spielen seelische Faktoren eine übergeordnete Rolle.

Ersparen Sie sich also Zeit und Nerven, indem Sie von Arzt zu Arzt rennen, in der Hoffnung, dass er Ihren Tinnitus beseitigt. Sie entscheiden über den Erfolg, Sie müssen selbst aktiv werden und lernen, den Tinnitus zu tolerieren! Hören Sie dabei auf sich selbst.

Den Tinnitus ausblenden

Selbst wenn Ihr Tinnitus bleibt, sollten Sie nicht die Hoffnung aufgeben. In den allermeisten Fällen verliert ein anfänglich als belastend empfundener Tinnitus zunehmend an Intensität. Bei andauernden Ohrgeräuschen ist das oberste Therapieziel, dem Tinnitus keine Aufmerksamkeit zu schenken. Sie können lernen, ihn zu überhören. Der Mensch reagiert auf ein unbekanntes Geräusch zunächst immer mit erhöhter Aufmerksamkeit.

Versuchen Sie, Ihre Aufmerksamkeit den bedeutenden Dingen im Leben zuwenden. Und nicht dem unwichtigen Tinnitus. Viele Betroffene schaffen dies innerhalb des ersten Jahres. Gönnen Sie sich dafür Zeit und Geduld.

Tinnitus-Kliniken

Für alle Betroffenen mit hohem Leidensdruck gibt es in Deutschland ein einzigartiges Netz an Tinnitus-Kliniken. Alle verfolgen einen psychosomatischen Therapieansatz. Hier gibt es gute Chancen, die Lebens- und Arbeitsfähigkeit deutlich zu verbessern.

Die Deutsche Tinnitus Liga (DTL) hat eine ausführliche Klinikliste erstellt, die Sie anfordern können.

Aktualisiert: 18.07.2017

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