Verschlucken – warum ist es so gefährlich?

Verschlucken ist nicht ungewöhnlich und kann sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern mal vorkommen. Es kann jedoch gefährlich werden, wenn Fremdkörper die Luftröhre verstopfen, was zu Luftnot und im schlimmsten Fall sogar zum Ersticken führen kann. Was man bei Verschlucken tun kann, erfahren Sie hier.

Warum ist Verschlucken so gefährlich?

Fremdkörper in der Luftröhre können diese verstopfen, was zu Luftnot und schlimmstenfalls zur Erstickung führen kann, Flüssigkeiten können in Bronchien und Lungenbläschen laufen und dort eine massive Lungenentzündung hervorrufen. Diese beiden Folgen der Aspiration können tödlich sein.

Auch das Verschlucken eines zu großen Happens kann lebensgefährliche Folgen haben: Der Mediziner spricht vom so genannten Bolustod, der auftritt, wenn ein zu großer Nahrungshappen (ein Bolus) zwischen Kehlkopf und Speiseröhre festsitzt und einen Herzstillstand auslöst.

Was kann man tun?

Eine Sofortmaßnahme, die gegen Verschlucken angewandt wird, kennt jeder von uns: Man klopft dem Betroffenen einfach auf den oberen Rücken und unterstützt damit den Hustenmechanismus, der den verschluckten Gegenstand wieder nach oben befördert.

Selbst Säuglingen und Kleinkindern kann mit dieser Methode geholfen werden: Legen Sie dazu den Säugling bäuchlings auf Ihren Oberschenkel oder Ihren Unterarm und klopfen Sie leicht auf seinen Rücken. Kleinkinder sollen sich stark nach vorn beugen – meist reicht allein diese Bewegung, dass ein Hustenreflex ausgelöst wird.

Was tun bei verschluckten Kleinteilen?

Bei heruntergeschluckten Gegenständen im Kleinkindalter ist Abwarten eine mögliche Therapieoption – allerdings darf dann der verschluckte Fremdkörper im Durchmesser nicht größer als 2 Zentimeter sein und keine scharfen oder spitzen Kanten haben. Im Laufe einer Woche wird der Fremdkörper auf natürlichem Weg ausgeschieden.

Wenn Sie sich über die Qualität des Fremdkörpers nicht sicher sind, suchen Sie Ihren Arzt auf, eine Röntgenaufnahme kann oft Größe, Aufenthaltsort und Materialfragen des Fremdkörpers klären.

Heimlich-Hangdriff

Behindert der verschluckte Fremdkörper die Atmung sehr, kann der Betroffene bewusstlos werden – jetzt sind lebensrettende Erste-Hilfe-Maßnahmen gefragt. Verständigen Sie den Notarzt und unterstützen Sie die Atmung des Betroffenen, indem Sie regelmäßig eine Atemspende durchführen, bis der Notarzt eintrifft.

Eine drastische Maßnahme, die verwendet wird, wenn jemand wirklich zu ersticken droht, ist der Heimlich-Handgriff, bei dem mit beiden Armen um den Brustkorb des Betroffenen gefasst wird und synchron zu den Hustenversuchen massiv Druck nach oben ausgeübt wird. Dieser Griff befördert größere Happen aus Speise- und Luftröhre wieder ans Tageslicht, sollte aber wegen der möglichen Begleitverletzungen nur von darin Geschulten ausgeführt werden.

Chronische Schluckstörungen

Chronische Schluckstörungen gehen oft nicht nur mit Lungenentzündungen einher, sondern führen dazu, dass der Betroffene immer weniger isst und trinkt: Er verliert an Gewicht und sein Ernährungsstatus verschlechtert sich. In spezialisierten Fachabteilungen und Kliniken kann genau untersucht werden, wie es zum Eindringen von Nahrung in die Luftröhre kommt. Dazu werden

  • die verschiedenen Rachenmuskeln untersucht
  • der Essvorgang genau beobachtet und
  • mittels Endoskopie und Kontrastmittel-Röntgenaufnahmen Abweichungen von dem normalen Schluckvorgang festgestellt

Je nach Ergebnis wird dann die Nahrung an das spezielle Problem des jeweiligen Patienten angepasst, verschiedene Schlucktechniken mit einer abweichenden Körperhaltung ausprobiert oder versucht, den normalen Schluckablauf mit beispielsweise Biofeedback-Methoden wiederherzustellen. Die Therapie muss meist mehrere Monate durchgeführt werden, doch dann kann bei über 60 Prozent der Betroffenen eine Verbesserung erzielt werden.

Aktualisiert: 04.04.2019 - Autor: Nathalie Blanck

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