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Graue Haare und ihre typischen Auslöser

Mann mit grauen Haaren © Chiemsee2016

Dienten einst Haare vor allem zum Schutz vor Kälte, sind sie heutzutage für die meisten ein wichtiges Indiz, sich attraktiv zu fühlen. Gepflegte und natürlich glänzende Haare werden sowohl bei Männern als auch bei Frauen mit dem Aspekt von Schönheit verbunden. Wer dann sein erstes graues Haar entdeckt, ist oft erst einmal geschockt. Schließlich werden graue Haare im Allgemeinen mit dem Alter und dem Altern verbunden. Doch auch in ganz jungen Jahren können Haare aus zumeist physischen Ursachen grau erscheinen. Warum werden Haare grau?

Ursache grauer Haare

Aus dem anatomisch-physiologischen Blickwinkel gesehen, handelt sich bei Haaren um pigmentierte Hornfäden. Das wirkt recht nüchtern betrachtet, denn zumeist wird den eigenen Haaren am Kopf sehr viel Aufmerksamkeit und Pflege gewidmet. Mit zahlreichen Shampoos, Spülungen, Kuren und weiterer Kosmetik speziell für das Haar werden diese behandelt, um das Prädikat schön zu erhalten.

Haare wachsen nicht einfach nur auf dem eigenen Kopf, mit unserer Frisur verbinden wir meist auch unsere Persönlichkeit. Graue Haare passen zumeist nicht in das Schönheitsideal. Werden unsere Haare grau, wird oftmals viel versucht, das Grau wieder in Farbe umzuwandeln. Und um es einmal direkt vorweg zu nehmen: Graue Haare sind nicht wirklich grau, sondern eigentlich farblos. Für das menschliche Auge dagegen erscheinen die farblosen Haare grau bis weiß.

Graue Haare: Natürlicher Vorgang

Unsere Haare sind vom Aufbau her in die von außen nicht sichtbare Haarwurzel und dem sichtbaren Haarstamm unterteilt. Direkt in den Haarwurzeln befinden sich Zellen, sogenannte Melanozyten, die für die Farbgebung der Haare verantwortlich sind. Denn das Farbpigment Melanin wird in den Melanozyten hergestellt.

Eine wichtige Voraussetzung für die Erzeugung von Melanin ist aber, dass unser Körper ausreichende Mengen Tyrosin, eine Aminosäure, produziert. Ist nicht genügend Tyrosin vorhanden, wird auch kein Melanin gebildet, stattdessen lagern sich Luftbläschen in den Haarschaft ein. Und diese wirken dann schlicht und einfach grau. Im Laufe der Jahre ist es ein völlig natürlicher Vorgang, dass sich die Produktion von Melanin verlangsamt und nach und nach unsere Haare grau wirken.

Graues Haar mit 20

Ab einem bestimmten Zeitpunkt ist die Melaninproduktion übrigens völlig eingestellt und das Resultat kann dann ein komplett grauer Schopf sein. Meist beginnt das Grauwerden unserer Haare an den Schläfen, bis letztendlich die gesamte Kopfbehaarung grau wird. Graue Haare müssen zunächst kein Grund zur Beunruhigung sein. Sie sind uns sozusagen schon in die Wiege gelegt, denn ab welchem Alter das Haar grau wird, lässt sich auch auf eine genetische Veranlagung zurückführen.

Zwischen 25 und 30 ist das Entdecken der ersten grauen Haare meist dem natürlichen Alterungsprozess zuzuordnen. Doch graue Haare können auch ein Zeichen ernsthafter Erkrankungen sein und sollten beim Auftreten mit 20 und vor allem unter 20 unbedingt von einem Mediziner untersucht werden.

Stress und Ernährung als mögliche Ursachen

Eine ausgewogene Ernährung sowie das Vermeiden von Stress können dem Haar möglicherweise dazu verhelfen, länger die natürliche Haarfarbe zu behalten. Denn ein Nährstoffmangel, der durch eine unausgewogene Ernährung zustande kommen kann, führt möglicherweise dazu, dass Melanin nur unzureichend produziert werden kann. Auch eine Übersäuerung im Körper könnte eine mögliche Ursache grauer Haare sein.

Vollkornprodukte, frisches Obst und Gemüse sind reich an Vitaminen sowie Folsäure und daher für einen ausgewogenen Speiseplan zu empfehlen. Das übermäßige Trinken von Kaffee und Alkohol dagegen kann zu negativen Folgen für die Gesundheit führen.

Mit Farbe optisch neue Pigmente in das Haar bringen

Auch komplett graue Haare, die gepflegt sind, können attraktiv wirken. Doch wer sich in einem bestimmten Alter noch mit Farbe auf dem Kopf wohler fühlt, kann durch Färben oder Tönen Farbstoffe optisch in das Haar einlagern. Hierbei sollte jedoch beachtet werden, dass bei einer Färbung üblicherweise Wasserstoffperoxiden im Färbemittel enthalten sind. Diese können das Haar strapazieren und die Haarstruktur angreifen. Wer sich dennoch dafür entscheidet, dem ist das professionelle Färben durch einen Fachmann zu empfehlen.

Eine Alternative zum Färben kann auch das sogenannte Renaturieren sein. Hierbei können Resultate erzielt werden, die der ursprünglichen Haarfarbe sehr nahe kommen und damit Natürlichkeit ausstrahlen. Diese Methode ist jedoch umstritten, da Bleiacetate enthalten sind. Zudem können bislang ausschließlich die Farbergebnisse braun und schwarz erzielt werden.

Aktualisiert: 22.04.2016 – Autor: Sabrina Haas

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