Haarausfall - Kunsthaare und Behandlung

Kunsthaarimplantation

Bei dieser Methode werden unterschiedlich gefärbte Kunsthaare aus synthetischen Fasern mittels einer speziellen Nadel in die Kopfhaut eingefügt. Doch innerhalb eines Jahres muss man mit einem Abbrechen von ca. zehn Prozent und mehr der Kunsthaare rechnen. Außerdem ist das Risiko einer bakteriellen Infektion erhöht, häufig kann es zu einer Fremdkörperabstoßungsreaktion mit entzündlicher Verhärtung der Kopfhaut kommen. Ärzte raten von dieser Methode eher ab.

Medikamentöse Behandlung von Haarausfall

Haarausfall bei Männern:

Der Wirkstoff Finasterid ist seit 1999 in Deutschland für den genetisch bedingten Haarausfall bei Männern zugelassen. Finasterid hemmt selektiv das Enzym, das das männliche Hormon Testosteron in DHT (Dihydrotestosteron) umwandelt. Die Finasterid-Tabletten werden einmal pro Tag oral eingenommen. Das Medikament muss über einen Zeitraum von 3 bis 6 Monaten kontinuierlich angewendet werden, um einen Erfolg zu sehen zu können.

Selten kann es bei der Einnahme von Finasterid zu Nebenwirkungen wie einem reduzierten Lustempfinden oder Potenzstörungen kommen. Für Frauen ist das Mittel nicht geeignet, da eine positive Wirkung für den hormonellen Haarausfall nicht nachgewiesen ist. Zudem kann bei schwangeren Frauen eine Fötenschädigung nicht ausgeschlossen werden.

Haarausfall bei Frauen:

Für Frauen - und natürlich auch für Männer - gibt es gegen Haarausfall ein Präparat, das entweder auf die Kopfhaut aufgetragen oder als Tablette eingenommen werden kann. Es enthält den Wirkstoff Minoxidil und ist seit 2004 in Deutschland zugelassen. Als Nebenwirkung konnte bei einige Patienten nach der Einnahme eine vermehrte Körperbehaarung festgestellt werden.

Auch sollten Männer vor dem Erwachsenenalter kein Finasterid einnehmen, da DHT bei der Ausbildung der männlichen Geschlechtsmerkmale eine Rolle spielt. Insgesamt gilt: Bei einer vollausgeprägten Glatze oder prominenten Geheimratsecken sind auch mit Finasterid nur kleine Erfolge möglich. Bei leichtem und mittelschwerem Haarausfall ist Finasterid jedoch eine Therapieoption, um den Haarausfall zumindest zu stoppen.

Aktualisiert: 18.01.2017 – Autor: bo

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?