Haarausfall bei Frauen

Frau mit Haarausfall © istockphoto, Highwaystarz-Photography

Gesundes, fülliges Haar – gerade für Frauen ist dies auch ein Zeichen von Attraktivität. Umso schlimmer, wenn die Haare ausfallen. In vielen Fällen sind die Hormone oder eine Vererbung daran schuld. Zwar leiden mehr Männer als Frauen unter Haarausfall, doch leiden betroffene Frauen wesentlich stärker darunter. Ein Grund ist sicherlich die gesellschaftliche Akzeptanz von wenig oder keinen Haaren bei Männern im Gegensatz zum Haarausfall bei Frauen. Allerdings ist nicht gleich jeder Verlust von einigen Haaren ein Haarausfall. Von einem krankhaftem Haarausfall, dem sogenannten Effluvium wird erst gesprochen, wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen.

Haarausfall hat viele Gesichter

Neben einer erblichen Veranlagung für Haarausfall, fallen Frauen vor allem dann die Haare häufiger aus, wenn sie schwanger oder in den Wechseljahren sind bzw. während einer Pillenpause. Der Grund: Östrogene steigern das Wachstum der Haare, während Androgene es hemmen.

In solchen hormonellen Sonderzeiten ist die Produktion der weiblichen Keimdrüsen gedrosselt, und es kommt zu einem relativen Überwiegen der männlichen Hormone. Deshalb ist es nachvollziehbar, dass gerade dann wenn eine Änderung des Hormonhaushaltes eintritt, vermehrt die Haare ausfallen können. Andere Faktoren wie das Alter oder die Jahreszeit spielen außerdem eine große Rolle.

Ursachen von Haarausfall bei Frauen

  • Erbliche Faktoren (anlagebedingter weiblicher Haarausfall)
  • Verschiebung des hormonellen Gleichgewichtes nach einer Geburt
  • Sinkender Östrogenspiegel in den Wechseljahren
  • Funktionsstörungen der Schilddrüse
  • Schwere Infektionen, Vergiftungen
  • Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus
  • Stress, Defizite in der Ernährung, Mangelerscheinungen durch Diäten
  • Medikamente zum Beispiel gegen hohe Blutfettwerte, Blutdruckmedikamente (ACE-Hemmer, Betablocker) sowie Medikamente zur Krebsbehandlung

Um den Haarverlust wirksam bekämpfen zu können, sollten die Ursachen bekannt sein. Zur diagnostischen Abklärung ist ein Besuch beim Hautarzt und – für Frauen – beim Gynäkologen zu empfehlen. Haarausfall durch Stress, Nährstoffmangel, Hormonstörungen oder Medikamente ist meistens ein vorübergehendes Phänomen, das reversibel ist.

Wer selbst aktiv werden möchte, sollte wissen, dass es in der Apotheke rezeptfreie Arzneimittel gegen diffusen Haarausfall gibt, die die Haarwurzel mit schwefelhaltigen Aminosäuren und B-Vitaminen versorgen.

Haarausfall nach der Schwangerschaft

Nach einer Schwangerschaft oder Stillzeit kann es zu Haarausfall – dem sogenannten postpartale Effluvium – kommen. Dies ist kein Grund zur Beunruhigung, denn die Haare wachsen in der Regel, auch ohne Therapie, nach mehreren Wochen bis Monaten wieder nach. Was passiert?

Während der Schwangerschaft ist der Östrogenspiegel im Blut sehr hoch. Deshalb beobachten die meisten Frauen zunächst schönes, dichtes und glänzendes Haar sowie glatte Haut. Mit der Geburt sinkt der Östrogenspiegel jedoch stark ab, was den plötzlichen Übertritt von Haaren im Wachstumsstadium (Anagenpahse) in das Ruhe- und Ausfallsstadium (Telogenphase) zur Folge hat. Diese Haare fallen dann typischerweise 2-3 Monate später aus.

Haarverlust in den Wechseljahren

Während und in den Wechseljahren haben nicht wenige Frauen einen dauerhaft erhöhten Haarwechsel. Dieses Phänomen wird als chronisch telogenes Effluvium (CTE) bezeichnet. Erhärtet wird der Verdacht auf CTE durch über Monate oder Jahre hinweg erhöhte Telogenhaarraten. Dies kann mit Hilfe eines Trichogramms festgestellt werden.

Das Trichogramm ist eine häufig angewandte Methode, um das Ausmaß des Haarverlustes oder den Effekt von Haartherapeutika zu erfassen. Dazu werden mit einer Pinzette 50 bis 100 Haare ausgezupft, um unter dem Mikroskop die Haarwurzeln beurteilen und sie den einzelnen Wachstumsphasen zuordnen zu können. Normal wären maximal 20% Telogenhaare. Ein weiteres Messverfahren, das von Dermatologen zunehmend angewandt wird, ist das sogenannte TrichoScan-Verfahren, bei dem keine Haare epiliert werden müssen.

Was tun, wenn Haarausfall auftritt?

Wichtig ist zu wissen, dass es Zeiten mit erhöhtem Haarwechsel gibt, die in der Regel nicht zu einer dauerhaften Haarlichtung im Sinne einer androgenetischen Alopezie führen. Zur besonderen Unterstützung gibt es in der Apotheke rezeptfrei erhältliche Arzneimittel, die das Haar mit allen wichtigen Nährstoffen, die es für ein gesundes Haarwachstum benötigt, versorgt. Hält der Haarwechsel länger an oder gehen die Haare plötzlich in größeren Mengen aus, sollte man einen Experten zu Rate ziehen.

Haarsprechstunden

Inzwischen gibt es in ganz Deutschland sogenannte Haarsprechstunden für Betroffene. In der Haarsprechstunde widmen sich die Ärzte intensiv den Formen des Haarausfalls und den Erkrankungen der Kopfhaut. Zur Diagnostik und Therapie stehen dabei unterschiedliche Methoden zur Verfügung.

Aktualisiert: 14.10.2016

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