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Milien: Was hilft gegen Grießkörner?

Milien unter dem Auge © istockphoto, vchal

Als Milien oder Grießkörner werden pickelartige kleine Erhebungen auf der Haut bezeichnet, die vor allem im Gesicht, insbesondere am Auge, häufig vorkommen. Was kann man tun, um Milien zu behandeln? Sind Ausdrücken, Aufstechen oder Hausmittel geeignet, um ein Grießkorn zu entfernen? Wie Milien entstehen und wie Sie sie wieder loswerden, erfahren Sie im Folgenden.

Was sind Milien?

Milien sind kleine, gelblich-weiße Erhebungen, fast wie Pickel, die sich vor allem rund um das Auge, besonders bevorzugt direkt auf dem Augenlid, finden lassen. Neben dem Gesicht können aber auch andere Körperpartien betroffen sein, wie zum Beispiel: 

  • Ohr
  • Nase
  • Brust
  • Hals
  • Arm
  • Stirn
  • Rücken
  • oder sogar der Genitalbereich

Milien, die oftmals auch als Hautgrieß oder Grießkörner bezeichnet werden, sind jedoch harmlos: Sie sind weder krankhaft, noch schmerzhaft und daher aus medizinischer Sicht auch nicht behandlungsbedürftig. Für Betroffene stellen sie eher ein kosmetisches Problem dar – ganz ähnlich wie Mitesser (Komedonen). Das bedeutet, dass erst einmal kein Grund zur Sorge besteht, wenn man Milien auf seiner Haut entdeckt.

Was tun gegen Milien?

Als wichtigste Regel bei Milien gilt: Auf gar keinen Fall sollten Sie ein Grießkorn selbst ausdrücken, aufstechen oder auf irgendeine andere Weise versuchen, dieses in Eigenregie zu entfernen! Dies kann im schlimmsten Fall von einem eigentlich harmlosen Hautanhängsel zu Entzündungen oder Narbenbildung führen. 

Außerdem bleibt bei dem Versuch des Entfernens auf eigene Faust meist ein Rest zurück, sodass die Milien an derselben Stelle wiederkommen können. 

Zwar sind die kleinen Pickelchen weder als krankhaft anzusehen noch sind sie ansteckend. Viele Menschen wollen sie dennoch aus kosmetischen Gründen loswerden. Werden die Milien als sehr störend empfunden, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Professionelle Entfernung von Milien

Um Milien dauerhaft loszuwerden, gibt es verschiedene Methoden, die vom Profi, sprich von Hautärzten oder Kosmetikstudios, angewandt werden können. So besteht entweder die Möglichkeit der Entfernung mit dem Messer oder aber mit dem Laser. 

Bei der ersten Option mit dem Messer wird der Hautgrieß mit einer sterilen Klinge angeritzt und anschließend der Inhalt des kleinen Bläschens ausgedrückt. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass unter hygienischen Bedingungen gearbeitet wird, um Entzündungen vorzubeugen. Daher sollte die Behandlung nur von einer erfahrenen und seriösen Kosmetikerin oder vom Hautarzt durchgeführt werden. Besonders im Bereich der dünnen und empfindlichen Haut im Bereich der Augenpartie, wo die Gefahr der Narbenbildung größer ist, sollte besser der Fachmann zurate gezogen werden. 

Eine andere Möglichkeit, Milien zu entfernen, bietet die Anwendung eines Lasers auf den betroffenen Hautstellen. Dabei wird durch die Hitze des Geräts der zu behandelnden Stelle auf der Haut sämtliche Flüssigkeit entzogen. Das Bläschen verliert somit rasch seinen Inhalt und zusätzlich wird auch seine äußere Schicht abgetragen. Es entsteht Schorf, der aber nach einigen Tagen von selbst abfällt und eine Milien-freie Zone hinterlässt. 

Milien entfernen lassen – wie hoch sind die Kosten?

Egal ob Laserentfernung oder das Aufschneiden mit dem Messer: Bei beiden Optionen ist zu beachten, dass die Kosten jeweils selbst getragen werden müssen, da Grießkörner von den Krankenkassen nicht als Hautkrankheit angesehen werden. Die Kosten belaufen sich je nach Hautarztpraxis oder Kosmetikstudio durchschnittlich auf 20 Euro bei der Entfernung mit dem Messer und 80 Euro bei der Laserbehandlung. 

Es ist jedoch jeweils zu beachten, dass der Betrag je nach Anbieter und Größe des betroffenen Hautareals variieren kann. Daher sollte man sich zunächst gut informieren und recherchieren, bevor eine Entscheidung für eine Praxis oder ein Studio getroffen wird.

Milien loswerden – Hausmittel als Alternative?

Viele Menschen suchen nach einem Weg, Milien mit Hausmitteln selbst zu entfernen. Völlig unmöglich ist das nicht, man sollte aber wissen, dass die Anwendung von Hausmitteln unter Umständen eher einen geringeren Effekt auf Milien hat. Jedoch kann vor dem Zuziehen eines Fachmannes die Bekämpfung des Hautgrießes mit herkömmlichen Mitteln versucht werden. Außerdem spielen diese sowohl bei der Vorbeugung von Milien als auch bei der Nachbehandlung nach deren professioneller Entfernung durch den Profi eine wichtige Rolle. 

Um Milien selbst zu behandeln, können verschiedene Peelings hilfreich sein. Sie helfen dabei, abgestorbene Hautschuppen zu loszuwerden und die Bildung neuer Milien einzudämmen. Denn Hautgrieß besteht zum größten Teil aus Keratin, das zugleich den Hauptbestandteil von toten Hautpartikeln darstellt. Werden diese nicht von der Hautoberfläche entfernt, begünstigen sie das Entstehen neuer Grießkörner. 

Peelings können auch leicht selbst hergestellt werden, meist aus Lebensmitteln, die sich oftmals bereits zu Hause im Schrank befinden, wie zum Beispiel Honig, Zucker, Zitronensaft, Apfelessig und Olivenöl. Diverse Anleitung zur Herstellung eines Peelings finden sich im Internet und erfordern weder viel Zeit noch viel Aufwand. 

Auch ein Gesichtsdampfbad kann zur Vorbereitung für ein reinigendes Peeling helfen, Grießkörner im Gesicht zu entfernen. Weiterhin kann man Teebaumöl über Nacht auf die betroffenen Stellen auftragen, das dann am nächsten Morgen durch gründliches Waschen einfach wieder entfernt werden kann. In der Nähe der Augen ist Teebaumöl jedoch mit Vorsicht anzuwenden, da es die Schleimhäute reizen kann.

Retinol gegen Milien

Retinol, auch als Axerophthol bezeichnet, ist im Alltag besser als Vitamin A bekannt. Es ist ein fettlösliches und für den Menschen essenzielles Vitamin. Das bedeutet, es muss von außen zugeführt werden, am besten mit der Nahrung, und ist überlebenswichtig. Vitamin A ist an wichtigen Vorgängen im Körper beteiligt. Dazu zählen die Bildung des Sehfarbstoffes und die von wichtigen Strukturproteinen, auch in der Haut. 

Retinol kann aber ebenso gegen Milien angewandt werden. So kann es über Nacht auf die betroffene Stelle aufgetragen werden. Außerdem konnten andere positive Effekte auf die Haut beobachtet werden, nicht zuletzt die Straffung des Hautbildes. 

Retinol kann man ganz einfach online oder in der Apotheke kaufen, sei es als Serum oder Creme. Meist enthalten auch Feuchtigkeitscremes Vitamin A – die Möglichkeiten sind vielfältig. Allerdings ist bei der Verwendung von Retinol darauf zu achten, es von den Augen fernzuhalten. Zusätzlich kann es zu einer erhöhten UV-Empfindlichkeit beitragen, sodass auf adäquaten UV-Schutz geachtet werden sollte.

Wie entstehen Grießkörner?

Milien bilden sich an den Ausführungsgängen von Schweißdrüsen oder aber an Haarfollikeln der Körper- und Gesichtsbehaarung. Sie bestehen aus Keratin, einem Strukturprotein, das der Haut sowie ganz allgemein Zellen im Körper Stabilität und Struktur verleiht. Diesem Protein verdanken Milien ihre feste Konsistenz. 

Meist haben Grießkörner eine kugelige, zystenartige Struktur, das heißt, sie sind mit Flüssigkeit gefüllt. Ihre Größe variiert zwischen einem und drei Millimetern. 

Ursachen und Formen von Milien

Unterscheiden kann man grundsätzlich zwischen einer primären und sekundären Form des Hautgrießes:

  • primäre Form: Man vermutet einen Zusammenhang mit hormonellen Schwankungen, daher sind meist Frauen betroffen. Hormonelle Veränderung während des Menstruationszyklus, einer Schwangerschaft oder den Wechseljahren können das Auftreten von Milien begünstigen. Eindeutig wissenschaftlich erwiesen ist dies bisher jedoch nicht.
  • sekundäre Form: Hierbei liegt eine zuvor erfolgte Verletzung der Haut an der betroffenen Stelle vor. So kann diese durch Verbrennungen, Abschürfungen, Sonnenbrand oder Entzündungen bereits vorgeschädigt sein. Auch nach einer ausgeheilten Gürtelrose (Herpes zoster) kann man Milien manchmal beobachten. Bei der sekundären Form erfolgt meist von selbst eine vollständige Ausheilung innerhalb weniger Wochen.

Grießkörner bei Babys

Eine weitere Gruppe, bei der es oftmals zur Bildung von Grießkörnern kommen kann, sind Neugeborene – man spricht dann von „milia neonatorum“. Als Ursache hierfür gelten ebenfalls hormonelle Schwankungen. 

Sind Babys während der Schwangerschaft noch dem mütterlichen Hormonhaushalt ausgesetzt, kommt es nach der Geburt zur Normalisierung, beziehungsweise zum Aufbau eines eigenen hormonellen Gleichgewichts. Dies resultiert manchmal im vorübergehenden Auftreten von Milien. Diese verschwinden innerhalb kurzer Zeit wieder und bedürfen keiner Behandlung. 

Keinesfalls sollten die Milien bei dem betroffenen Kind ausgedrückt oder gar aufgestochen werden! Sollten sie nicht abheilen oder stark ausgeprägt sein, sollte im Zweifelsfall der Kinderarzt zurate gezogen werden, um andere Hauterkrankungen auszuschließen.

Kann man Milien vorbeugen?

Generell ist es schwierig zu sagen, ob es tatsächlich eine sichere Methode gibt, um das Auftreten von Hautgrieß zu verhindern. Jedoch kann auf einige grundlegende Dinge geachtet werden, um Milien vorzubeugen:

  • Nicht nur bei der Anwendung von Retinol, sondern auch generell sollte Wert auf einen ausreichenden Sonnenschutz gelegt werden. Dies beugt sekundären Milien und Hautschäden vor. 
  • Darüber hinaus sollte auf eine gründliche Hautpflege geachtet werden, um abgestorbene Haut zu entfernen und die Drüsen der Haut nicht zu verstopfen. Peelings helfen demnach nicht nur bei der Behandlung von Milien, sondern auch, um diese zu verhindern. Jedoch sollten die Peelings nicht zu aggressiv sein, um die Haut nicht zu sehr mechanisch zu reizen. 
  • Ebenso sollte – nicht nur zugunsten der Haut, sondern auch der allgemeinen körperlichen Gesundheit – auf Umweltgifte, wie zum Beispiel Nikotin, verzichtet und eine gesunde Ernährung angestrebt werden. 

Sollten die zuvor genannten Punkte und die Anwendung von Hausmitteln trotzdem nicht zur Reduzierung oder dem Verschwinden von Milien beitragen, oder wenn eine Milie entzündet ist, sollte ein Besuch beim Fachmann in Erwägung gezogen werden.

Quellen und weitere Informationen:

Aktualisiert: 07.11.2019 – Autor: Carina Lang

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