Corona-Impfstoff von Novavax: Der neue Impfstoff-Typ

Novavax: Corona-Impfstoff mit Spritze
© Getty Images/Kilito Chan

Mit den mRNA-Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna sowie den Vektor-Impfstoffen von AstraZeneca und Johnson & Johnson sind in Deutschland und der EU aktuell zwei verschiedene Impfstoff-Typen gegen Corona zugelassen. Der Corona-Impfstoff des Pharmaherstellers Novavax (NVX-CoV2373) basiert auf einer anderen Technologie, denn es handelt sich dabei um einen proteinbasierten Impfstoff. Welche Wirkweise macht den Corona-Impfstoff so besonders, wie wirksam ist er und welche Nebenwirkungen sind möglich?

So funktioniert der Corona-Impfstoff von Novavax

Ähnlich wie andere Impfstoffe soll das Vakzin von Novavax den Körper auf eine mögliche Corona-Infektion vorbereiten und diesen so vor einem schweren Verlauf von COVID-19 schützen.

Grundlage des Impfstoffs ist eine künstlich hergestellte Proteinbasis, die unter anderem das Spike-Protein des Coronavirus enthält. Dieses Protein ist für das Andocken von SARS-CoV-2 an die Zellen des menschlichen Körpers verantwortlich.

Während bei anderen Impfstoffen der Bauplan für das (für SARS-CoV-2 typische) Spike-Protein in Form von DNA oder mRNA enthalten ist, enthält der Impfstoff von Novavax bereits das künstlich hergestellte Spike-Protein. Dieses wird also direkt injiziert und nicht erst im Körper hergestellt. Zudem beinhaltet der Impfstoff eine Substanz, auch Adjuvans genannt, welche die Reaktion des Immunsystems auf den Impfstoff zusätzlich verstärkt.

Nach Gabe des Impfstoffs nimmt der Körper die Proteinpartikel als Fremdkörper wahr und schlägt Alarm. Das Immunsystem produziert in der Folge Antikörper und T-Zellen, das Immunsystem wird dabei auf die Bekämpfung des Erregers trainiert. So kann es im Fall einer späteren Ansteckung mit SARS-CoV-2 das Spike-Protein erkennen und das Virus bekämpfen, um eine weitere Ausbreitung im Körper zu vermeiden.

Dieses Wirkprinzip ist keineswegs neu, sondern altbekannt und bewährt: Auch Grippeimpfstoffe, das HPV-Vakzin oder der Hepatitis-B-Impfstoff sind proteinbasiert. Es gibt jedoch bislang noch keinen zugelassenen Corona-Impfstoff dieses Typs.

Ebenso wie bei den meisten anderen Corona-Impfstoffen ist auch beim Vakzin von Novavax die Gabe von zwei Impfdosen erforderlich. Dabei ist ein Abstand von 21 Tagen vorgesehen.

Wie wirksam ist der Impfstoff von Novavax?

Studienergebnissen der Phase-3-Studie zufolge soll das proteinbasierte Vakzin über eine Wirksamkeit von 90,4 Prozent gegen den ursprünglichen Stamm des Coronavirus verfügen. Zudem beträgt die Schutzwirkung gegen die britische Variante Alpha etwa 86,3 Prozent. Gegen die südafrikanische Virusmutation Beta kann der Impfstoff mit circa 55 Prozent Wirksamkeit schützen.

Der Schutz vor schweren Verläufen gilt als sehr gut, in der Studie gab es keine schweren Verläufe unter den geimpften Personen. Die Schutzwirkung setzt darüber hinaus aufgrund der Art des Impfstoffes recht schnell ein.

Novavax-Impfstoff: Mögliche Nebenwirkungen

Der Impfstoff gilt allgemein als gut verträglich. Mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffes von Novavax sind vergleichbar mit denen anderer Corona-Impfstoffe. Häufigste Folge waren in der Studie Schmerzen an der Einstichstelle. Auch Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen traten bei den teilnehmenden Personen in der Studie vorübergehend auf. Bisher gab es keine Fälle von Blutgerinnseln oder Herzproblemen.

Zulassung und Einsatz in Entwicklungsländern

Eine Zulassung des Vakzins in Europa steht bislang noch aus, das Vakzin wird derzeit noch im sogenannten Rolling-Review-Verfahren geprüft. Die EU-Kommission gab im August 2021 aber bekannt, eine vertragliche Abnahmegarantie mit dem Hersteller Novavax genehmigt zu haben. Im Rahmen dieses Vertrags können die EU-Mitgliedsstaaten bis zu 100 Millionen Dosen des Vakzins kaufen, sobald dieses in der Europäischen Union zugelassen wurde.

Aufgrund seiner Technologie ist der Impfstoff außerdem bei Kühlschrank-Temperatur zu transportieren und zu lagern und könnte daher besonders gut in Entwicklungsländern eingesetzt werden. Der Hersteller Novavax hatte bereits angekündigt, 1,1 Milliarden Dosen für das Impfprogramm Covax bereitzustellen, mit dessen Hilfe auch ärmere Länder mit Corona-Impfstoffen versorgt werden sollen.

Aktualisiert: 04.10.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin

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