Hepatitis A-Impfung empfohlen

Hepatitis A-Impfung in Arm © Angelo Esslinger

Um einer Infektion mit dem Hepatitis A-Virus vorzubeugen, bietet eine Impfung den besten Schutz. Sie ist generell gut verträglich, sodass nur selten leichte Nebenwirkungen auftreten. Erfolgt lediglich eine Impfung gegen Hepatitis A, sind zwei Impfdosen nötig. Wird dagegen ein Kombinationsimpfstoff gegen Hepatitis A und B verwendet, muss dreimal geimpft werden. Danach ist man für mindestens zwölf Jahre geschützt, eine Auffrischung wird frühestens nach zehn Jahren empfohlen. Die Kosten für die Impfung müssen häufig selber getragen werden.

Aktive und passive Impfung

Generell wird bei Hepatitis A zwischen einer aktiven und einer passiven Impfung unterschieden. Die aktive Impfung erfolgt mit einem Totimpfstoff, der Teile des Hepatitis A-Virus enthält. Eine Gefahr, dass durch den Impfstoff eine Hepatitis A-Erkrankung ausgelöst wird, besteht nicht. Durch die Impfung bilden sich im Körper Antikörper gegen den Erreger. Findet zu einem späteren Zeitpunkt eine Infektion statt, fangen diese die Viren ab und verhindern, dass die Erkrankung ausbricht.

Bei bestimmten Personengruppen werden anstelle des Totimpfstoffes menschliche Antikörper verwendet. Dies wird als passive Impfung bezeichnet. Das Verfahren kommt unter anderem bei chronisch Kranken oder Personen mit einem geschwächten Immunsystem zum Einsatz. Ebenso wird diese Art der Impfung angewendet, wenn eine Allergie gegen einen Bestandteil des normalen Impfstoffes vorliegt. Die Schutzwirkung hält allerdings nur für drei Monate an.

Zwei Impftermine nötig

Erfolgt lediglich eine Impfung gegen Hepatitis A, muss zu zwei verschiedenen Zeitpunkten geimpft werden. Danach ist die Grundimmunisierung abgeschlossen. Nach der ersten Impfdosis befinden sich bei etwa 95 Prozent der Patienten Antikörper gegen das Hepatitis A-Virus im Blut. Bis sich die Antikörper bilden, dauert es etwa 12 bis 15 Tage. Aufgrund der schnellen Wirkung kann die Impfung auch noch kurz vor einer Reise durchgeführt werden.

Die zweite Impfung sollte etwa sechs bis zwölf Monate nach der ersten erfolgen. Danach sind die Betroffenen für mindestens zwölf Jahre vor einer Infektion mit dem Erreger geschützt. Schätzungen zufolge wirkt die Impfung jedoch noch deutlich länger – möglicherweise eher 20 bis 25 Jahre. Trotzdem wird für Risikogruppen empfohlen, den Impfschutz nach zehn bis zwölf Jahren wieder aufzufrischen.

Wer sollte sich impfen lassen?

Die Hepatitis A-Impfung wird generell für die folgenden Personengruppen empfohlen:

  • Reisende, die in ein Gebiet mit einem erhöhten Risiko für eine Hepatitis A-Infektion fahren.
  • Personen mit einer chronischen Lebererkrankung.
  • Personen, den häufiger Blutbestandteile übertragen werden, zum Beispiel bei Hämophilie.
  • Personen, die in Krankenhäusern oder Pflegeheimen, in Kindertagesstätten oder Kinderheimen oder bei der Polizei tätig sind.
  • Personen, die direkt mit Abwässern in Kontakt kommen wie beispielsweise Arbeiter in Kläranlagen.
  • Homosexuelle Männer.

Nebenwirkungen der Impfung

Der Hepatitis A-Impfstoff wird in den Muskel gespritzt – entweder an Po, Oberarm oder Oberschenkel – und gilt allgemein als gut verträglich. Trotzdem kann es teilweise zu Nebenwirkungen kommen. Dazu gehören in erster Linie eine leichte Rötung und Schwellung an der Injektionsstelle. Ebenso können leichte Krankheitssymptome wie Abgeschlagenheit, eine Erhöhung der Körpertemperatur und Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Welche Nebenwirkungen auftreten, ist immer auch von dem verwendeten Impfstoff abhängig. Sprechen Sie deswegen vor dem Eingriff mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen.

Kombinierte Hepatitis A- und B-Impfung

Die Hepatitis A-Impfung kann sowohl als Einzelimpfung, als auch in Kombination mit Hepatitis B oder Typhus erfolgen. Wird ein Impfstoff gegen Hepatitis A und B gewählt, muss insgesamt dreimal geimpft werden bis die Grundimmunisierung erlangt ist. Hierbei müssen – ähnlich wie bei der Einzelimpfung gegen Hepatitis B – zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen erfolgen. Die dritte Impfung, durch die ein Langezeitschutz von mindestens zehn bis zwölf Jahren erreicht wird, sollte zwischen sechs und zwölf Monaten nach der ersten Injektion erfolgen.

Im Falle einer kurzfristigen Reise, bei der es nicht möglich ist, die Grundimmunisierung zuvor abzuschließen, ist auch eine Impfung nach einem anderen Schema möglich. Dabei wird die zweite Dosis eine Woche, die dritte Dosis drei Wochen nach der ersten Impfung verabreicht. In solch einem Fall ist es sinnvoll, sich nach etwa zwölf Monaten mit einer vierten Dosis impfen zu lassen.

Kosten für die Impfung

Kosten für Reiseimpfungen werden bei Erwachsenen nicht immer von der Krankenkasse übernommen. Einige Kassen erstatten die Gebühr, wenn die Impfung von der Ständigen Impfkommission des Robert Koch-Institutes (STIKO) empfohlen ist. Andere zahlen nur die Gebühr, die der Arzt für das Injizieren des Impfstoffes verlangt. Deswegen sollten Sie immer bei Ihrer Krankenkasse bezüglich der Kostenübernahme nachfragen.

Ist die Hepatitis-A-Impfung aufgrund der beruflichen Exposition empfohlen, werden die Kosten in der Regel vom Arbeitgeber übernommen.

Wie hoch die Kosten für eine Hepatitis A-Impfung ausfallen, ist vom verwendeten Impfstoff abhängig. Dieser kostet etwa 50 Euro pro Injektion. Hinzu kommen noch die Kosten, die der Arzt für die Impfung an sich berechnet. Diese können variieren, je nachdem welchen Satz der Arzt für seine Berechnungen heranzieht. Die Kosten für eine kombinierte Impfung gegen Hepatitis A und B belaufen sich auf etwa 230 Euro.

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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