Hepatitis B: Impfung schützt

Hepatitis B: Übertragung durch Geschlechtsverkehr © Karolina Grabowska / Kaboompics

Bei Hepatitis B handelt es sich um eine Infektionskrankheit, die durch Körperflüssigkeiten wie Blut oder Sperma übertragen wird. In Deutschland erfolgt ein Großteil der Ansteckungen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Erkrankung äußert sich zunächst durch unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Fieber und Übelkeit. Später kann dann auch eine Gelbsucht auftreten. Eine akute Hepatitis muss nur behandelt werden, wenn sie einen schweren Verlauf nimmt. Wird die Infektion chronisch, muss dagegen auf jeden Fall eine Therapie erfolgen. Mit einer Impfung können Sie sich sicher vor dem Hepatitis B-Virus schützen.

Ursachen der Ansteckung

Bei Hepatitis B handelt es sich um eine der weltweit am häufigsten auftretenden Infektionskrankheiten. Durch die Ansteckung mit dem Hepatitis B-Virus (HBV) wird eine Leberentzündung hervorgerufen. Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten wie Blut, Speichel, Muttermilch, Tränenflüssigkeit oder Sperma übertragen.

In Deutschland und anderen Industrienationen sind mehr als die Hälfte der Ansteckungen auf Sexualkontakte zurückzuführen. Daneben spielt vor allem noch die Infizierung über Blut eine Rolle. Aufgrund der guten hygienischen Bedingungen in Deutschland ist das Risiko, sich im Rahmen einer Bluttransfusion anzustecken, äußerst gering. Riskant sind eher verunreinigte Gegenstände wie Tätowierinstrumente, Ohrlochstecher, gemeinsam benutzte Zahnbürsten oder Rasierapparate. Bei Drogenabhängigen kann eine Infektion auch über mehrfach benutzte Spritzen und Kanülen erfolgen.

Symptome bei Hepatitis B

Nach der Ansteckung mit dem Hepatitis B-Virus können zwischen einem und sechs Monaten vergehen, bevor die ersten Symptome auftreten. Typischerweise kommt es dann zu Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Durchfall. Bei etwa jedem dritten Betroffenen machen sich außerdem die typischen Symptome einer Gelbsucht bemerkbar: Dabei färben sich die Haut und das Innere der Augen gelblich. Zudem wird der Stuhl heller und der Urin dunkler.

Bei circa jedem zehnten Patienten entwickelt sich aus einer akuten eine chronische Hepatitis. Im chronischen Stadium kann die Erkrankung zu schwerwiegenden Komplikationen führen. Unter anderem kann es dann zu einer Leberzirrhose kommen. Zudem steigt das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs.

Hepatitis B in der Schwangerschaft

Schwangere Frauen, die an Hepatitis B erkrankt sind, können das Virus um die Geburt herum auf das Kind übertragen. In Deutschland passiert dies jedoch nur selten, da schwangere Frauen auf Hepatitis B getestet werden und falls nötig vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden. Dabei wird beim neugeborenen Kind innerhalb von zwölf Stunden nach der Geburt eine passiv-aktive Impfung gegen das Virus durchgeführt. Zudem werden dem Säugling spezielle Antikörper verabreicht, sodass die Ansteckungsgefahr auf etwa fünf Prozent sinkt. Eine Ansteckung zu verhindern ist wichtig, da sich bei vielen infizierten Säuglingen eine chronische Hepatitis entwickelt.

Akuter und chronischer Verlauf

Bei den meisten Infizierten heilt eine Hepatitis B innerhalb von vier bis sechs Wochen wieder aus. Danach ist man lebenslang gegen das Virus immun – man kann also nur einmal im Leben erkranken. In sehr seltenen Fällen kann es durch die Infektion zu einer so starken Schädigung der Leber kommen, dass anschließend eine Lebertransplantation nötig ist.

Ist die Hepatitis auch nach einem halben Jahr noch nicht ausgeheilt, spricht man von einem chronischen Verlauf. Dieser tritt etwa bei jedem fünften bis zehnten Erwachsenen auf, jedoch sind 90 Prozent aller Säuglinge betroffen, die von ihrer Mutter mit dem Virus angesteckt wurden.

Eine chronische Hepatitis kann sich auf verschiedene Art und Weise äußern. Bei einigen zeigen sich trotz Infektion keine Symptome, bei anderen entwickeln sich chronisch erhöhte Leberwerte. In einigen Fällen ist die Leberentzündung so aggressiv, dass es zu schweren Veränderungen an dem Organ und schlussendlich zu einer Leberzirrhose kommt. Insgesamt wird etwa jede dritte Leberzirrhose durch Hepatitis B hervorgerufen. Zudem steigt auch das Risiko für das Auftreten von Leberkrebs.

Therapie von Hepatitis B

Um nachzuweisen, dass eine Infektion mit dem Hepatitis B-Virus vorliegt, wird eine Blutuntersuchung durchgeführt. Dabei weisen erhöhte Leberwerte – etwa ein erhöhter GPT-Wert – bereits auf eine Leberentzündung hin. Um die Infektion sicher zu diagnostizieren, müssen jedoch bestimmte Virusbestandteile sowie spezielle Antikörper gegen das Virus im Blut nachgewiesen werden.

Liegt der Verdacht auf eine Infektion vor, muss der behandelnde Arzt dies dem Gesundheitsamt melden. Auch der tatsächliche Nachweis der Erkrankung sowie der Tod eines indizierten Patienten sind meldepflichtig. Das Gesundheitsamt muss auch dann über die Infektion informiert werden, wenn bei dem erkrankten Patienten keinerlei Symptome auftreten.

Eine akute Hepatitis B-Infektion heilt häufig von selbst wieder aus. Deswegen müssen in den meisten Fällen nur die auftretenden Symptome behandelt werden. Lediglich bei sehr schweren Verläufen werden Medikamente eingesetzt, die die Vermehrung des Virus hemmen. Wichtig ist, dass die Betroffenen sich körperlich schonen und Lebensmittel meiden, die die Leber besonders belasten. Deswegen muss bei einer Hepatitis B-Infektion auch unbedingt auf Alkohol verzichtet werden.

Behandlung einer chronischen Infektion

Liegt eine chronische Entzündung vor, wird die Erkrankung meist mit Medikamenten behandelt. Häufig werden dann antivirale Medikamente eingesetzt, die die Vermehrung der Viren hemmen. Zu den Virustatika gehören unter anderem Substanzen wie Tenofovir und Entecavir. Diese Wirkstoffe werden relativ häufig verwendet, da sie nur selten zu Resistenzen führen. Wann die Behandlung mit den Virustatika beginnt, ist von der vorhandenen Virenmenge im Körper abhängig.

Neben Virustatika kann für einen Zweitraum von maximal zwölf Monaten auch Interferon eingesetzt. Durch die Einnahme des Medikamentes kann es zu Nebenwirkungen wie Gewichtsverlust, Haarausfall und grippeähnlichen Symptomen kommen. Allerdings verschwinden die Nebenwirkungen nach dem Ende der Einnahme wieder.

Kommt es im Rahmen einer chronischen Hepatitis B – selten auch bei einer akuten Infektion – zu einem Leberversagen, stellt eine Lebertransplantation die einzige Möglichkeit dar, das Leben des Patienten zu retten.

Impfung ist der beste Schutz

Um sich sicher vor Hepatitis B zu schützen, ist eine Impfung gegen das Virus empfehlenswert. Die Impfung gehört seit 1995 zu den von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen für Kinder. Durch die Impfung wird der Körper dazu angeregt, Antikörper gegen das Virus zu bilden, so dass im Falle einer Ansteckung die Viren schnell unschädlich gemacht werden können.

Nicht geimpfte Erwachsene sollten sich impfen lassen, wenn sie zu einer der folgenden Gruppen gehören:

  • Reisende, die sich über einen längeren Zeitraum in einem Land mit einem erhöhten Hepatitis B-Risiko aufhalten.
  • Personen, die privat einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, etwas weil sie in einem Haushalt mit einer Person leben, die an einer chronischen Hepatitis B-Erkrankung leidet, oder aufgrund ihres Sexualverhaltens.
  • Ärzte, Pflegepersonal, Personal in Kindergärten und Kinderheimen sowie alle anderen Personen, die regelmäßig mit Blut oder anderen körperlichen Sekreten in Kontakt kommen.
  • Personen mit einer Immunschwäche oder bestimmten Erkrankungen, auf deren Verlauf sich eine Infektion mit Hepatitis B besonders ungünstig auswirken würde.

Kombination von Hepatitis A- und B-Impfung

Gegen Hepatitis B kann entweder eine Einzelimpfung oder eine Kombinationsimpfung, durch die man zusätzlich auch vor Hepatitis A geschützt ist, durchgeführt werden. Der Einzelimpfstoff wird ebenso wie der Kombinationsimpfstoff zunächst zweimal im Abstand von vier Wochen verabreicht. Für einen langfristigen Schutz sollte sechs Monate später eine dritte Impfung erfolgen.

Danach sind Sie für mindestens 10 Jahre vor Hepatitis B geschützt. Besteht kein erhöhtes Expositionsriko, wird eine Auffrschung der Impfung im Erwachsenenalter nicht als notwendig erachtet.

Weitere Schutzmaßnahmen

Wenn Sie nicht gegen Hepatitis B geimpft sind, sollten Sie die folgenden Maßnahmen befolgen, um einer Infektion vorzubeugen:

  • Verwenden Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome. Dadurch können Sie nicht nur Hepatitis B vorbeugen, sondern schützen sich auch vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten wie beispielsweise Aids.
  • Benutzen Sie Gegenstände wie Rasierer, Nagelscheren, Nagelfeilen oder Zahnbürsten nicht gemeinsam mit einer Person, die mit Hepatitis B infiziert ist.
  • In Ländern mit niedrigen hygienischen Standards sollten Sie eine Versorgung mit einer Blutkonserve nur im Notfall in Anspruch nehmen. Auch in Krankenhäusern verwendete Spritzen oder Kanülen können verunreinigt sein.

Aktualisiert: 18.12.2017 – Autor: Kathrin Mehner

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?