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Wie man Borreliose rechtzeitig erkennt

Übertragung von Borreliose bei Zeckenbiss © istockphoto, Ian_Redding

Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung, die durch Zecken übertragen wird. Typisches Symptom ist eine kreisförmige Hautrötung, die einige Tage bis hin zu wenigen Wochen nach dem Zeckenstich an der Stichstelle auftreten kann. In späteren Stadien können sich weitere Symptome wie Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen bemerkbar machen. Wird eine Borreliose diagnostiziert, erfolgt im Anschluss in der Regel eine Behandlung mit Antibiotika. Meist kann die Erkrankung dadurch geheilt werden. Bleibt die Borreliose allerdings lange Zeit unentdeckt, sind Folgeschäden möglich.

Zeckenbiss als Ursache

Borreliose (Lyme-Borreliose) ist die in Deutschland am häufigsten durch Zecken übertragene Erkrankung. Sie wird durch spiralförmige Bakterien, sogenannte Borrelien, ausgelöst. Die Bakterien können durch verschiedene Zeckenarten übertragen werden, der häufigste Überträger in Europa ist der gemeine Holzbock. Allerdings trägt nur etwa jede fünfte Zecke Borrelien in sich. Neben Zecken fungieren in seltenen Fällen auch fliegende Insekten, beispielsweise Stechmücken, als Überträger.

Borrelien leben im Darm der Zecken, deswegen dauert es bei einem Zeckenstich eine gewisse Zeit, bis die Bakterien ins Blut des Opfers gelangen. Die Übertragung der Bakterien beginnt schätzungsweise erst circa 12 bis 24 Stunden nach dem Stich. Deshalb ist ein schnelles Entfernen der Zecke besonders wichtig – häufig kann dadurch nämlich eine Infektion verhindert werden.

Borreliose und FSME

Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sind beide Erkrankungen, die durch Zecken übertragen werden. Während jedoch gegen FSME eine Impfung möglich ist, besteht ein solcher Schutz bei Borreliose nicht. Eine FSME-Impfung macht vor allem für Personen Sinn, die in einem Zecken-Risikogebiet wohnen oder Urlaub machen. Die Impfung ist die einzige Möglichkeit, der Erkrankung vorzubeugen. Denn die Übertragung der FSME-Viren beginnt unmittelbar nach dem Zeckenstich. Somit kann durch ein schnelles Entfernen der Zecke zwar einer Borreliose-Erkrankung, nicht aber FSME vorgebeugt werden.

Wanderröte als Symptom

Charakteristischerweise verläuft Borreliose in drei Stadien. Nicht immer treten jedoch alle drei Stadien auf. Typisches Symptom des ersten Borreliose-Stadiums ist eine Rötung rund um die Stichstelle, die sogenannte Wanderröte. Die Rötung breitet sich mit der Zeit kreisförmig aus, die Mitte verblasst langsam (Wanderröte). Dieses Symptom kann einige Tage bis hin zu wenigen Wochen nach dem Zeckenstich auftreten. Bei einigen Patienten fehlt die Wanderröte aber auch komplett.

Tritt keine Wanderröte auf, ist Borreliose oftmals schwer zu diagnostizieren. Denn die Erkrankung macht sich dann meist nur durch unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber oder Kopfschmerzen bemerkbar. Leiden Sie nach einem Zeckenbiss an solchen unspezifischen Krankheitssymptomen, sollten Sie immer auch an eine Borreliose denken.

Weitere Symptome von Borreliose

Im zweiten Stadium können Symptome wie Schmerzen, Lähmungserscheinungen und Sensibilitätsstörungen auftreten. Von Lähmungserscheinungen ist besonders häufig das Gesicht betroffen. In seltenen Fällen können die Bakterien außerdem eine Gehirnhautentzündung oder eine Gehirnentzündung auslösen. Typische Symptome dafür sind Kopfschmerzen, Fieber und Nackensteifheit. Wird das Herz durch die Erreger angegriffen, kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen.

Typisch für das chronische Spätstadium, das sich nach vielen Monaten oder Jahren einstellen kann, sind schließlich Gelenkentzündungen. Besonders häufig sind dabei die Knie betroffen. Neben den Gelenken können auch die Haut und die Nerven Schäden aufweisen. Ist das zentrale oder periphere Nervensystem befallen, spricht man von einer Neuroborreliose.

Diagnose ist nicht immer leicht

Liegt bei einem Patienten rund um die Stichstelle die typische Wanderröte vor, genügt in der Regel dieses eine Symptom, um eine Borreliose-Therapie zu beginnen. Fehlt die kreisförmige Rötung, wird zunächst eine Blutuntersuchung durchgeführt. Diese ist jedoch nicht immer eindeutig. Denn selbst, wenn spezifische Antikörper gegen Borrelien vorliegen, bedeutet dies nicht, dass eine Borreliose die Ursache der akuten Beschwerden ist.

Weitere Verfahren, die im Rahmen der Borreliose-Diagnose zum Einsatz kommen können, sind eine Untersuchung des Gehirnwassers und eine Untersuchung der Gelenkflüssigkeit.

Behandlung von Borreliose

Da Borreliose durch Bakterien ausgelöst wird, lässt sich die Erkrankung generell gut durch die Gabe von Antibiotika behandeln. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die Erkrankung noch in einem frühen Stadium befindet. Je früher eine Therapie erfolgt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Folgeschäden verhindert werden können.

Bleibt die Erkrankung über einen langen Zeitraum unentdeckt, macht dies die Behandlung meist deutlich schwieriger. Oftmals sind mehrwöchige Antibiotikagaben – teilweise auch als Infusion – nötig, um einen Behandlungserfolg zu erzielen. Auch bei einer erfolgreichen Behandlung kann die Erkrankung Schäden zurücklassen.

Achtung: Eine einmalige Infektion mit Borrelien macht nicht immun gegen die Bakterien. Es kann also immer wieder zu Neuansteckungen kommen!

Borreliose vorbeugen

Um Borreliose wirkungsvoll vorzubeugen, sollten Sie sich vor Zeckenstichen schützen. Zecken leben in erster Linie im Gras sowie in Büschen und Wäldern. Eine Infektion erfolgt daher meist bei Aktivitäten in der Natur, etwa beim Laufen, Wandern oder bei der Gartenarbeit. Mit den folgenden Tipps können Sie sich vor einem Zeckenstich schützen:

  • Bedecken Sie Ihre Haut so gut wie möglich mit Kleidung. Tragen Sie idealerweise leichte, lange Oberteile und Hosen. Stecken Sie die Hosenbeine in die Schuhe, wenn Sie durchs Gras gehen.
  • Tragen Sie möglichst helle, glatte Kleidung.
  • Ziehen Sie bei Ausflügen in die Natur feste Schuhe an und verzichten Sie auf FlipFlops, Sandalen und andere offene Schuhe.
  • Sprühen Sie sich bei Ausflügen in die Natur mit einem Zeckenschutzmittel ein. Das Mittel kann einen Zeckenstich zwar nicht zu 100 Prozent verhindern, bietet für etwa zwei bis drei Stunden jedoch einen gewissen Schutz.

Besondere Vorsicht in der Zeckensaison

Trotz aller Schutzmaßnahmen kann es passieren, dass Sie eine Zecke sticht. Deswegen sollten Sie Ihren Körper im Anschluss an Outdoor-Aktivitäten gründlich absuchen. Besonders achtsam sollten Sie während der Zeckensaison von März bis Oktober sein. Doch auch den Rest des Jahres über ist Vorsicht geboten, denn vereinzelt können auch in der kalten Jahreszeit Zeckenstiche auftreten.

Wenn Sie bei sich eine Zecke entdeckt haben, entfernen Sie diese so schnell wie möglich, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Tipps zum richtigen Entfernen von Zecken finden Sie hier.

Aktualisiert: 24.05.2019 – Autor: Kathrin Mehner

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