Malaria - Symptome und Behandlung

Häufige Fehldiagnosen

Die Inkubationszeit unterscheidet sich je nach Erreger. Nach 7 bis 40 Tagen treten erste uncharakteristische Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie ein allgemeines "Krankheitsgefühl" auf. Diese unspezifischen Beschwerden werden häufig als grippaler Infekt oder Magen-Darm-Grippe fehlinterpretiert. Der zeitliche Abstand zwischen einem Tropenaufenthalt und dem Auftreten von Malaria kann in unseren Breitengraden eine Fehldiagnose begünstigen.

Formen der Malaria

Wie intensiv die Beschwerden ausfallen, hängt vom Grad der Immunität des Infizierten ab. Mehrfach infizierte Personen erwerben eine so genannte Semi-Immunität, die eine besonders schwere Erkrankung verhindert. Nicht-Immune sind am stärksten gefährdet – ganz besonders Kleinkinder und ältere Menschen.

Plasmodium ovale und vivax lösen eine Malaria tertiana aus. Bei dieser Form stellt sich nach einigen Tagen ein regelmäßiger Rhythmus der Fieberanfälle ein, die dann alle 48 Stunden auftreten. Dabei kommt es am späten Nachmittag zu Schüttelfrost, das Fieber steigt rasch auf Werte um 40°C an. Nach drei bis vier Stunden sinkt das Fieber, begleitet von starken Schweißausbrüchen, wieder auf Normalwerte ab.

Die Malaria quartana ist die seltenste Form der Malaria und wird durch Plasmodium malariae ausgelöst. Die Fieberschübe treten in einem Rhythmus von 72 Stunden auf. Beide Formen heilen auch ohne Behandlung meist innerhalb von 8 Wochen aus.

Die Malaria tropica ist die gefährlichste Malariaform, bei Nicht-Immunen endet sie unbehandelt in 20% der Fälle tödlich. Im Gegensatz zu den anderen Malariatypen tritt kein rhythmisches Wechselfieber auf, was die Diagnose erschwert. Bei über der Hälfte der Betroffenen kommt es zu einem Abfall der Blutplättchen, was zu Gerinnungsstörungen führen kann, außerdem treten Vergrößerungen der Milz oder der Leber sowie Durchfall auf. Bei Befall des Nervensystems kommen Krampfanfälle und Bewusstseinseintrübungen dazu. Zu den Komplikationen gehören auch ein akutes Nierenversagen und ein Kreislaufkollaps.

Die Prognose der Malaria tertiana und quartana ist gut, dies gilt auch für eine frühzeitig behandelte Malaria tropica. Die Sterblichkeit an Malaria beträgt in Deutschland lediglich 2%. Allerdings haben Malariaerreger die Möglichkeit, Ruheformen zu bilden, die nach zwei oder fünf Jahren (Plasmodium vivax und ovale) oder sogar noch nach 40 Jahren (Plasmodium malariae) zu Rückfällen führe

Diagnose von Malaria

Die wichtigste Untersuchung bei Malariaverdacht ist die mikroskopische Untersuchung des Blutes. Dazu wird meist der so genannte "dicke Tropfen", ein luftgetrockneter Blutstropfen, oder manchmal auch ein dünner Blutausstrich auf Erreger untersucht. Ein erfahrener Arzt kann unter dem Mikroskop anhand des Aussehens sogar die verschiedenen Malariaerreger unterscheiden. Die Anzahl der Erreger im Blutstropfen spiegelt die Schwere der Erkrankung. Der Nachweis von Erregern im Blut ist der Beweis für das Vorliegen einer Malaria.

Auf der anderen Seite schließt ein negatives Testergebnis eine Malaria nicht aus - möglicherweise ist die Anzahl der Parasiten im Blut noch zu gering und erst bei einer Testwiederholung können die Erreger gesehen werden. Daneben gibt es Malaria-Schnelltests. Sie können von jedem Reisenden vor Ort für die Selbstdiagnose genutzt werden. Leider ergeben sie mitunter falsche Testergebnisse, da sie nicht jeden Erreger erkennen und ihre Durchführung nicht ganz einfach ist.

Aktualisiert: 23.01.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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