Tennisarm (Tennisellenbogen)

Tennisarm als Folge von Tennisspielen © istockphoto, Rawpixel

Schmerzen der Sehnenansatzpunkte am Ellenbogenknochen sind häufig. Die zugrunde liegenden Reizungen entstehen allerdings eher selten beim namensgebenden Ballspiel, sondern meist bei anderen ständigen oder ungewohnten Beanspruchungen: sporadisches, aber exzessives Heimwerken, ständiges Umhertragen das Babys, unausgesetztes Bearbeiten der Tastatur.

Tennisarm – wer ist betroffen?

Durch veränderte Schlagtechniken und verbesserte Materialien ziehen sich Tennisspieler immer seltener solch eine Entzündung der Muskulatur im Ellenbogenbereich zu.

Viel häufiger sind es Büromenschen, die zu Hause zum Beispiel stundenlang Wände gestrichen oder einen Gartenschuppen aus dem Heimwerkermarkt an einem einzigen Wochenende aufgebaut haben. Oder Personen, die ihren Arm ständig lang anhaltend beanspruchen, zum Beispiel durch schweres Tragen oder gleichförmige belastende Bewegungen mit den Händen und Armen – so sind zum Beispiel Mütter, Sekretärinnen, Straßen-, Bau- oder Fließbandarbeiter betroffen.

Wie kommt es zum Tennisarm?

Bei einem Tennisarm – die exaktere Bezeichnung ist Tennisellenbogen oder, fachsprachlich, Epicondylitis humeri radialis – entstehen durch Überbeanspruchung kleinste Risse im Sehnenansatz der Unterarm-Streckmuskulatur am Ellenbogen. Meist verheilen diese nicht von alleine, sondern lösen eine schmerzhafte Entzündung aus.

Woran erkenne ich einen Tennisarm?

Ein Drücken oder später auch nur leichte Berührung des betreffenden kleinen Knochenvorsprungs am Ellenbogen (oberhalb des Ellenbogens tastbar, wenn man zum Beispiel den Arm angewinkelt vor sich auf den Tisch legt) verursacht einen starken, stechenden Schmerz. Die Faust wird zunehmend kraftlos, das Anheben und Tragen schwerer, später auch leichterer Gegenstände wie einer Kaffeetasse tun weh.

Schließlich fallen immer häufiger Dinge aus der Hand und Greifen, sogar Händeschütteln wird fast unmöglich. Die Schmerzen können sich auch – insbesondere beim sogenannten Mausarm – in Handgelenken, Handrücken, Unterarm und Fingern bemerkbar machen.

Vom Tennisarm sind Frauen und Männer gleichermaßen betroffen, besonders häufig im mittleren Lebensalter. Sind die anderen Sehnenansätze am Ellenbogen betroffen, spricht man auch von Golferellenbogen (Epicondylitis humeri ulnaris) – dieser kommt allerdings weitaus seltener vor.

Tennisarm: Diagnose

Wie wird ein Tennisarm erkannt? Die geschilderten Beschwerden sind meist so typisch, dass die Verdachtsdiagnose schnell gestellt ist. Gesichert wird diese durch sogenannte Widerstandstest, bei denen der Betroffen nach Anleitung bestimmt Bewegungen durchführen muss und der Arzt Schmerzhaftigkeit und Kraft beurteilt. Weiterführende Untersuchungen per Ultraschall oder gar Röntgen werden nur in Ausnahmefällen nötig sein, etwa um eine andere Ursache auszuschließen.

Aktualisiert: 25.07.2017 – Autor: dgk / Überarbeitung: Dagmar Reiche

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