Hallux valgus - Therapie und Vorbeugung

Was kann man gegen einen Hallux valgus tun?

Grundsätzlich gibt es bei einem Hallux valgus konservative oder operative Behandlungsmöglichkeiten. Eine konservative Behandlung ist bei einem leichten, nur kosmetisch störenden oder wenig Schmerz verursachenden Hallux valgus angezeigt, eine Operation kommt bei einer stärkeren Fehlstellung, wiederkehrenden Schleimbeutelentzündungen oder anhaltenden Schmerzen in Frage.

Zehengymnastik und Einlagen

Zu den konservativen Möglichkeiten zählt neben dem Vermeiden von unpassendem Schuhwerk, Fuß- und Zehengymnastik mit Abspreizübungen, das Tragen von Einlagen, die den Vorfuß unterstützen und die Spreizfußstellung abmildern, auch das Anlegen einer speziellen Nachtschiene, die die Großzehe in ihre anatomisch korrekte Position drängt. Mit diesen Maßnahmen lässt sich ein Fortschreiten der Fehlstellung aufhalten, eine Heilung ist allerdings nicht möglich.

OP-Methoden bei Hallux valgus

Bei einer Hallux-valgus-Operation wird versucht, die anatomische korrekte Lage der Großzeh wiederherzustellen. Es gibt ca. 150 unterschiedliche Operationsmethoden, von denen viele sehr ähnliche Erfolgsraten haben. Grundsätzlich wird immer die Fehlstellung der Großzehe ausgeglichen, bei vielen Methoden wird dazu ein Stück vom Mittelfußknochen entfernt und das entzündete Gelenk mit seiner ausgebeulten Gelenkkapsel und dem Schleimbeutel gestrafft. Der unförmige Ballen wird so verkleinert – manchmal wird dazu auch Knochenmaterial von der Fußinnenseite entfernt.

Wenn die knorpeligen Gelenkflächen des Großzehengrundgelenks durch die Fehlbelastung noch nicht zu sehr in Mitleidenschaft gezogen wurden, ist nach der OP eine verbesserte, schmerzfreie Beweglichkeit zu erwarten. Auch die Muskelsehnen werden wieder in ihrer anatomisch korrekten Position fixiert, damit sie ihrer eigentlichen Aufgabe wieder nachkommen können.

Es besteht daneben die Möglichkeit der Gelenkversteifung (diese Methode wird eher bei älteren Patienten angewandt) und eine Gelenkprothese kann eingesetzt werden – allerdings fehlen dazu noch Erfahrungswerte in der Langzeitwirkung.

Heilungsprozess dauert Wochen

Bei allen Operationsmethoden müssen Sie bedenken, dass Ruhigstellung und Heilungsprozess mehrere Wochen andauern können und Sie in dieser Zeit möglicherweise arbeitsunfähig sein werden. Viele Patienten sind nach einer Hallux-valgus-Operation dauerhaft schmerzfrei - gerade aber bei Patienten mit angeborener Bindegewebsschwäche kann sich langfristig erneut ein Hallux valgus bilden, auch wenn alle Maßnahmen zur Vorbeugung ergriffen worden sind.

Die Entzündung des Schleimbeutels über dem Gelenk kann kurzfristig mit entzündungshemmenden, schmerzstillenden Medikamenten oder kühlenden Umschlägen behandelt werden – bei wiederkehrenden Entzündungen sollten Sie mit ihrem Arzt besprechen, inwieweit eine Operation langfristig Abhilfe schaffen kann.

Wie kann man einem Hallux valgus vorbeugen?

Bei kritischer Betrachtung der Fuß- und Zehenstellung werden viele Menschen in Deutschland eine beginnende Hinwendung der Großzehe zu den anderen Zehen feststellen. Spätestens jetzt sollten Sie reagieren:

  • Vermeiden Sie das Tragen von spitz zulaufenden Schuhen, von Schuhen mit höheren Absätzen und das Tragen von engen Strümpfen (auch nachts!).
  • Legen Sie bei Ihrem nächsten Schuhkauf besonderen Wert auf Schuhe aus weichem Obermaterial, die über den Ballen nachgeben können – Sie können so Schleimbeutelentzündungen vermeiden.
  • Laufen Sie so oft wie möglich barfuß, um die natürliche Fußstellung zu unterstützen.
  • Lassen Sie sich von einem Krankengymnasten oder Arzt Ihres Vertrauens einfache Zehenspreizübungen zeigen, die sie regelmäßig ausführen.
  • Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob er Ihnen Schuheinlagen, die den Vorfuß entlasten, oder eine Hallux-valgus-Nachtschiene empfehlen kann, die den Großzeh in seiner ursprünglichen Position fixiert.
  • Erklären Sie Ihren Kindern – möglicherweise anhand Ihrer eigenen veränderten Fußstellung –, welche modischen Schuhe die Kriterien von gut sitzendem Schuhwerk erfüllen.

Aktualisiert: 23.10.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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