Morbus Paget - Therapie und Diagnose

Wie wird die Diagnose gestellt?

Besteht der Verdacht auf einen Morbus Paget, wird eine Röntgenuntersuchung meist die Diagnose bestätigen: Der schnelle, "schlampige“ Knochenaufbau, die Strukturänderungen, Verdickungen und Verformungen des Knochengewebes sind gut zu erkennen. Eventuell wird eine Knochenszintigrafie gemacht, mit der sich die erhöhte Stoffwechselaktivität im Knochen darstellen lässt.

Unterstützend werden Blut- bzw. Urintests durchgeführt, bei denen sich vermehrt Produkte des Knochenstoffwechsels nachweisen lassen: alkalische Phosphatase im Blut als Zeichen des vermehrten Knochenaufbaus, Hydroxyprolin im Harn als Zeichen der verstärkten Osteoklastentätigkeit.

Welche Therapie gibt es?

Zwar ist keine Heilung möglich, oft aber gar keine Behandlung nötig. Die Prognose ist sehr gut. Das Ausmaß der Therapie richtet sich nach den Beschwerden:

  • Medikamente: Die überaktiven Knochenzellen lassen sich bremsen und der Knochenaufbau fördern (Kalzitonin als Spritze oder Nasenspray; Bisphosphonate als Spritze oder Tablette). Daneben können Medikamente zur Schmerzbekämpfung eingesetzt werden (Analgetika, z.B. Ibuprofen). Wichtig ist die ausreichende Aufnahme von Vitamin D und Kalzium.
  • Orthopädische Hilfsmittel dienen dazu, Knochenverbiegungen auszugleichen und den Stützapparat zu entlasten, z.B. als Korsett oder Beinschiene.
  • Operation: In schweren Fällen können auch orthopädisch-chirurgische Eingriffe nötig werden, z.B. bei Knochenbrüchen, Gelenkzerstörung oder Nervenquetschung.
  • Krankengymnastik hilft, die Belastung der Knochen und Gelenke auszugleichen.
  • Alternative Behandlungsmethoden: Mit Akupunktur, Eigenblut-Behandlung, ausleitenden Methoden, Enzymtherapie, manueller Medizin oder Bioresonanz-Verfahren lassen sich evtl. die Schmerzen verringern und die Umbauprozesse verlangsamen. Wissenschaftliche Nachweise der Wirksamkeit stehen allerdings aus.

Wichtig ist eine regelmäßige ärztliche Kontrolle, um den Übergang in einen bösartigen Knochentumor frühzeitig zu erkennen.

Aktualisiert: 26.10.2017
Autor*in: Dagmar Reiche

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