Skoliose

Röntgenbild mit Skoliose © rawpixel

Die Skoliose beginnt meist nicht mit subjektiv wahrnehmbaren Symptomen. Stattdessen fällt oft zuerst die Verkrümmung der Wirbelsäule auf, die in der Pubertät stark zunimmt. Eine Krümmung der Wirbelsäule nach vorn und hinten ist normal, zumindest in gewissen Grenzen. Ist sie jedoch seitlich verbogen und gleichzeitig verdreht, ist das immer krankhaft und wird als Skoliose (im Griechischen bedeutet "skolios" krumm) bezeichnet. Was hinter einer Skoliose steckt, erfahren Sie hier.

Skoliose: Schmerzen durch Verkrümmung der Wirbelsäule

Meist zeigt sich eine Skoliose aufgrund der Wachstumsprozesse am Beginn der Pubertät, doch auch angeborene und spätere Verläufe von Skoliose kommen vor. Mädchen sind viermal häufiger und oft auch schwerer betroffen als Jungen. Genaue Aussagen, wie oft Skoliose auftritt, sind schwierig, da die Kriterien, ab wann man von Skoliose spricht, variieren.

Geschätzt wird, dass in Deutschland knapp eine halbe Million Menschen an einer Skoliose leiden. Wichtig ist, die Skoliose bei Kindern möglichst frühzeitig zu erkennen – je früher die Therapie bei Skoliose einsetzt, desto besser kann den Langzeitfolgen dieser chronischen Erkrankung entgegengesteuert werden.

Skoliose: Formen

Prinzipiell wird zwischen einer Skoliose und einer skoliotischen Fehlhaltung unterschieden. Diese Verkrümmungen können auf den ersten Blick gleich aussehen. Der Unterschied ist jedoch, dass bei einer Skoliose bei der Untersuchung die Seitverbiegung und Verdrehung nicht ausgeglichen werden kann – weder durch aktive Bemühungen des Betroffenen, noch durch Kraft von außen.

Die skoliotische Fehlhaltung dagegen ist ein Kompensationsmechanismus bei ungleich langen Beinen – der Körper versucht, diesen Unterschied durch einen Beckenschiefstand auszugleichen, was in einer Seitverkrümmung der Wirbelsäule resultiert. Wird die Ursache des Schiefstandes beispielsweise durch Schuheinlagen korrigiert, lässt sich die Verkrümmung bei einer skoliotischen Fehlhaltung beheben.

Eine Sonderform ist die Säuglingsskoliose, eine Seitverkrümmung ohne gleichzeitige Verdrehung. Meist gibt sich diese Form der Skoliose in den ersten Lebensmonaten von selbst wieder, manchmal ist eine unterstützende Krankengymnastik und Lagerungstherapie nötig.

Ursache von Skoliose meist unbekannt

Bei neun von zehn Betroffenen lässt sich keine Ursache der Skoliose finden – dies wird als idiopathische Skoliose bezeichnet. Dabei unterscheidet man je nach Alter, in dem die Skoliose erstmalig auftritt:

  • Infantile idiopathische Skoliose (bis zum dritten Lebensjahr)
  • Juvenile idiopathischen Skoliose (bis zum zehnten Lebensjahr)
  • Idiopathische Adoleszentenskoliose (ab dem zehnten Lebensjahr bis Abschluss des Wachstums)

Seltenere Ursache einer Skoliose

Die übrigen 10 Prozent der Fälle sind entweder angeboren infolge von fehlangelegten Wirbeln (kongenitale Skoliose) oder durch Störungen der Nerven oder Muskeln bedingt (neuromuskuläre Skoliose). Beispiele sind:

  • die Scheuermann-Krankheit (eine Wachstumsstörung im Bereich der Wirbelkörper)
  • Muskelschwund oder Muskellähmungen sowie
  • Störungen aufgrund von Tumoren oder Entzündungen, nach Amputationen oder Unfällen (dabei entsteht die Skoliose durch Narbenzug)

Skoliose bei Kindern

Angeborene Skoliosen sind recht selten, weisen aber oft schwere Wirbelsäulendeformitäten auf. Deshalb ist bei ihnen häufig eine frühzeitige Skoliose-Operation notwendig.

Studien haben gezeigt, dass bei Kindern, die unter 12 Jahren am offenen Thorax wegen Herzfehlern operiert wurden, die Gefahr einer Skoliose erhöht ist. Wichtig ist nach solchen Operationen deshalb eine orthopädische Nachsorge mit jährlichen Kontrolluntersuchungen, insbesondere in Wachstumsphasen, um einer möglichen Skoliose vorzubeugen.

Aktualisiert: 13.06.2019 - Autor: Dagmar Reiche

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