Brustkrebs – Therapie und Behandlung

Fweibliche Brust mit rosa Brustkrebs-Schleife © istockphoto, AtnoYdur

Prinzipiell stehen mehrere Verfahren zur Behandlung von Brustkrebs zur Verfügung – die einzeln oder kombiniert angewendet werden. Welche Methoden zum Einsatz kommen, hängt vor allem davon ab, welche Art von Brustkrebs vorliegt, wie weit er ins umliegende Gewebe eingewachsen ist und ob sich bereits Metastasen gebildet haben. Daneben spielen auch Alter und Vorerkrankungen eine Rolle bei der Therapie. Ziel ist die Heilung (kurative Therapie); in manchen Fällen kann jedoch nur noch beschwerdelindernd eingegriffen und versucht werden, eine weitere Tumorausbreitung zu verhindern oder zu verlangsamen (palliative Therapie). Besonders erprobt und aktuell ist die Behandlung von Brustkrebs in speziellen Brust(krebs)zentren.

Brustkrebs: Therapie auf verschiedenen Wegen

  • Operation: Diese steht meist am Beginn der Therapie bei Brustkrebs. Wenn möglich wird versucht, die Brust zu erhalten operiert – das gelingt in rund zwei Dritteln der Fälle. Dabei werden die Krebszellen (ggf. auch Metastasen) und etwas darum liegendes Gewebe entfernt. Achsellymphknoten des betroffenen Armes werden nur dann herausoperiert, wenn ein Wächterlymphknoten (Sentinel) von Krebszellen befallen ist – ansonsten geht man davon aus, dass der Krebs noch nicht gestreut hat. Ist der Tumor zu groß für eine brusterhaltende Operation, bestehen mehrere Tumorherde oder handelt es sich um einen besonders aggressiven Tumor, wird die gesamte Brust entfernt (Mastektomie). Die fehlende Brust kann durch eine plastische Operation wieder aufgebaut werden, alternativ werden Brustprothesen für den BH angepasst.
  • Chemotherapie: Bei dieser Therapie werden mit Medikamenten (Zytostatika) Krebszellen auf verschiedene Art getötet. Allerdings werden dabei auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft gezogen – was die Nebenwirkungen erklärt. Aus diesem Grund wird die Chemotherapie in mehreren Zyklen durchgeführt – mit Erholungspausen dazwischen.
  • Strahlentherapie: Mit der Bestrahlung lassen sich nach der Operation übrig gebliebene Krebszellen abtöten und damit das Risiko senken, dass der Krebs wiederkehrt (Rezidiv). Dazu wird die Strahlentherapie (z. T. mit der Chemotherapie) eingesetzt, um große Tumoren vor der Operation zu verkleinern (neoadjuvante Therapie) oder um Metastasen (insbesondere im Knochen) zu behandeln. Selten wird die Bestrahlung als alleinige Therapie bei Brustkrebs verwendet.
  • Anti-Hormontherapie: Diese Behandlungsmethode wird bei sogenannten hormonabhängigen Tumoren eingesetzt, also dann, wenn der Brustkrebs unter Einfluss von Hormonen wächst. Dies kann bei der Gewebeuntersuchung nach der Operation festgestellt werden. Typischer Vertreter der verwendeten Medikamente ist Tamoxifen.
  • Sonstige Möglichkeiten der Therapie: Bei der sogenannten „gezielten Therapie“ (targeted therapy) werden Substanzen eingesetzt, die im Gegensatz zur Chemotherapie nur die Tumorzellen angreifen. Beispiele sind Trastuzumab, das krebsfördernde Botenstoffe blockiert und Bevacizumab, das die Blutversorgung im Geschwulst unterbindet. Mit Bisphosphonaten, die sonst zum Knochenschutz bei Osteoporose eingesetzt werden , lässt sich vermutlich das Risiko für Rückfälle bei Brustkrebs mindern. Bisher sind sie bei Brustkrebs allerdings nur für die Therapie bei Knochenmetastasen zugelassen.

Neben den spezifischen Therapien werden zusätzlich die Schmerzen, Nebenwirkungen - beispielsweise der Chemotherapie - und der Nachwirkungen der Operation behandelt; zudem wird psychologische Unterstützung für die Betroffenen von Brustkrebs angeboten.

Aktualisiert: 14.03.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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