Methoden der Früherkennung

Okkultbluttest

Eine weitere Untersuchung in der Darmkrebsvorsorge ist der Okkultbluttest. Mit Hilfe des Tests lassen sich selbst geringe – für das Auge unsichtbare – Spuren versteckten (okkulten) Blutes im Stuhl nachweisen. Blutbeimengungen im Stuhl können Hinweise auf Polypen oder Tumoren sein. Den Test erhält man beim Hausarzt. Alternativ dazu kann einer der neueren immunologischen Okkultbluttests in der Apotheke gekauft werden und zur Auswertung in ein Labor geschickt oder auch zu Hause selbst ausgewertet werden. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen den älteren, chemischen Okkultbluttest beim Hausarzt ab dem 50. Lebensjahr.

Stuhltests: regelmäßige Durchführung wichtig

Stuhltests müssen unbedingt jährlich wiederholt werden und jedes positive Ergebnis muss durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden. Da Polypen und Tumoren nicht kontinuierlich, sondern in ungewissen Abständen bluten, können Stuhltests nur etwa 30 Prozent (bei immunologischen Stuhltests liegen die Erkennungsraten höher) der Polypen oder Tumoren finden. Das Testergebnis der chemischen Okkultbluttests kann auch durch bestimmte Nahrungsmittel verfälscht werden.

Ein seit 2002 gebräuchlicher Stuhltest ist der Tumor M2-PK-Test, der anstelle des Blutes ein tumorspezifisches Enzym im Stuhl nachweist und auf diese Weise eventuell vorhandene Darmtumoren entdeckt. Dieser Test ist beim Arzt oder in der Apotheke erhältlich. Wissenschaftliche Langzeitstudien zu diesem Test liegen bislang nicht vor.

Tastuntersuchung des Mastdarms

Eine weitere Methode im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorge ist die Tastuntersuchung des Mastdarms, bei der der Arzt den Mastdarm mit dem Finger abtastet, um Veränderungen an der Schleimhaut zu entdecken. Diese Methode alleine ist zur Darmkrebsvorsorge jedoch unzureichend, da nur Tumoren im unteren Mastdarm erkannt werden können und der ganze Rest von Mast- und Dickdarm überhaupt nicht untersucht werden. Nur ein Drittel der Tumoren wachsen im Mastdarm und immer häufiger entsteht Darmkrebs im oberen Teil des Dickdarms.

Blutuntersuchung per Septin-9-Test

Eine neue Form der Darmkrebsfrüherkennung bietet der Septin-9-Bluttest. Liegt ein Darmtumor vor, wird schon in einem frühen Stadion verändertes genetisches Material ins Blut abgegeben, was durch den Septin-9-Bluttest nachgewiesen werden kann. Je nach Stadium liegt die Erkennungsrate bei dieser Methode bei mindestens 67% und ist somit höher als jene bei Stuhlbluttests, jedoch niedriger als die der Darmspiegelung.

Der Septin-9-Bluttest erfordert weder eine vorausgehende Diät noch eine Darmentleerung, wodurch nur wenig Zeitaufwand nötig ist. Er lässt sich auch bei Patienten anwenden, bei denen eine Koloskopie nicht durchführbar ist. Der Septin-9-Bluttest ist keine Kassenleistung und wird noch nicht von jeder Praxis angeboten, auch liegen zu ihm aktuell (Februar 2011) keine längerfristigen Studien vor.

Aktualisiert: 19.10.2017 – Autor: Felix Burda Stiftung; Überarbeitet: Daniela Heinisch

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