Hirntumor

Mann mit Hirntumor © istockphoto, diego_cervo

Es gibt viele verschiedene Hirntumoren, die jedoch eine Gemeinsamkeit haben: In unserem knöchernen Schädel steht nur begrenzt Raum zur Verfügung und die Tumoren nehmen Platz ein, der dem gesunden Hirngewebe fehlt. Diese Situation ist nicht unproblematisch und kann zu gravierenden, bleibenden Schäden führen.

Formen: Welche Hirntumoren gibt es?

Hirntumoren sind – wie alle anderen Tumoren auch – unkontrollierte Zellwucherungen eines bestimmten Zelltyps. Das Gehirn besteht zum einen aus Nervenzellen (Neuronen) und zum anderen aus den verschiedensten Zellen wie Glia- und Oligodendrogliazellen, die die Nervenzellen mit Nährstoffen versorgen und mit Bindegewebe umhüllen.

Das Gehirn wird vom knöchernen Schädel, mehreren Hirnhäuten und einer Flüssigkeit, dem Liquor cerebrospinalis, vor Erschütterungen geschützt und abgepolstert. Dieser Liquor wird in den Hirnventrikeln, das sind mehrere Kammern im Gehirn, produziert und abgefiltert. Der Liquor fließt über mehrere Öffnungen aus diesen Kammern und umspült sowohl Gehirn als auch Rückenmark.

Hirnventrikel und Gehirn bestehen aus unterschiedlichen Zellarten und wieder andere Zellen, die Plexuszellen, stellen den Liquor her. Aus all diesen Zellarten können Tumoren entstehen, die man nach ihrem Ursprungsgewebe benennt: also Gliome, Oligodendrogliome, Plexuspapillome. Wenn ein Tumor bösartig ist, dann ähneln die Tumorzellen unter dem Mikroskop nur noch wenig den Zellen, aus denen sie entstanden sind.

Blastome und Hirnmetastasen

Der Mediziner drückt dieses Erscheinungsbild mit dem Namen des Tumors aus: Solche Tumoren heißen Blastome, zum Beispiel Glioblastom. Ein häufiger Hirntumor bei Kindern, das Medulloblastom, entsteht aus sogenanntem embryonalen Gewebe, das heißt, die Ursprungszellen des Tumors hatten sich noch nicht zu endgültigen Zellarten weiterentwickelt.

Der häufigste Hirntumor überhaupt, das Meningeom, ist eigentlich kein Tumor des Gehirns, sondern eine Wucherung der weichen Hirnhaut. Das Meningeom wird traditionell aber zu den Hirntumoren gerechnet.

Neben diesen Tumoren gibt es die Gruppe von Hirnmetastasen. Ungefähr 20 Prozent aller Hirntumoren sind Absiedlungen von anderen Tumoren, dabei stammt über die Hälfte aller Metastasen von einem Bronchialkarzinom, ein Drittel von einem Mammakarzinom. Gerade bei diesen beiden Tumorarten kann es auch zu einer generalisierten Streuung von Tumorzellen in die Hirnhäute kommen, der sogenannten Meningeosis carcinomatosa, die sich besonders ungünstig auf den Krankheitsverlauf auswirkt.

Wer ist von Hirntumoren betroffen?

Hirntumoren machen zwar nur circa zwei Prozent aller Tumoren aus, aber sie können in allen Altersstufen vorkommen und sind gerade bei Kindern neben den Leukämien und Lymphkrebsarten die häufigsten Tumorerkrankungen. Bei genauerer Betrachtung finden sich zwei Altersgipfel, zum einen die kindlichen Tumoren und zum anderen Tumoren, die zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr auftreten.

Die Tumoren unterscheiden sich in ihrer Altersverteilung: Während das Medulloblastom im Kindesalter auftritt, findet man das Meningeom und das Glioblastom bei Patienten im höheren Lebensalter.

Bislang konnten keine Risikofaktoren gefunden werden, die das Auftreten eines Hirntumors begünstigen, nur die Bestrahlung des Nervensystems (selbst für therapeutische Zwecke, zum Beispiel bei einer Leukämie) scheint gerade im Kindesalter ein Risikofaktor zu sein. Daneben gibt es seltene erbliche Tumorerkrankungen, die häufig auch Tumoren im Nervensystem ausbilden.

Aktualisiert: 19.02.2018 – Autor: Nathalie Blanck

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