Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin)

Untersuchung bei Lymphdrüsenkrebs © istockphoto, didesign021

Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin) ist eine bösartige Erkrankung des Lymphsystems, bei der Lymphzellen entarten. Ein typisches Symptom sind geschwollene Lymphknoten, die jedoch keinerlei Schmerzen verursachen. Als weitere Anzeichen können allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Fieber und ein deutlicher Gewichtsverlust auftreten. Lymphdrüsenkrebs lässt sich durch eine Chemo- und/oder eine Strahlentherapie meist gut behandeln. Entscheidend für die Heilungschancen ist vor allem das Stadium, in dem der Lymphdrüsenkrebs diagnostiziert wird.

Hodgkin-Lymphome und Non-Hodgkin-Lymphome

Eine Schwellung oder Vergrößerung eines Lymphknotens wird als Lymphom bezeichnet. Ein solcher Tumor kann sowohl gut- als auch bösartig sein. Bei bösartigen Tumoren wird in der Medizin zwischen Hodgkin-Lymphomen und Non-Hodgkin-Lymphomen unterschieden. Unter der Bezeichnung Non-Hodgkin-Lymphom werden dabei alle malignen Lymphome zusammengefasst, die kein Morbus Hodgkin sind. Wenn in diesem Artikel von Lymphdrüsenkrebs gesprochen wird, ist damit jedoch immer Morbus Hodgkin gemeint.

Morbus Hodgkin tritt im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen in Deutschland relativ selten auf. An dieser Form des Lymphdrüsenkrebses erkranken pro Jahr etwa 2.000 Menschen. Besonders häufig wird Morbus Hodgkin bei Personen zwischen 20 und 30 Jahren sowie zwischen 60 und 70 Jahren diagnostiziert.

Charakteristisch für die Hodgkin-Krankheit ist, dass in den Lymphknoten bestimmte Zelltypen nachgewiesen werden. Die sogenannten Sternberg-Reed-Zellen entstehen aus entarteten B-Lymphozyten, die sich unkontrolliert vermehren und nicht absterben. Durch die vielen entarteten weißen Blutkörperchen ist das Immunsystem der Betroffenen bei Lymphdrüsenkrebs oft geschwächt. Daher sind die Betroffenen besonders anfällig für Infektionen.

Ursachen von Lymphdrüsenkrebs

Welche Ursachen Lymphdrüsenkrebs haben kann, ist – wie bei vielen anderen Krebserkrankungen auch – bislang nicht sicher bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass bestimmte Viruserkrankungen das Risiko zu erkranken erhöhen. Dies soll unter anderem für Personen, die mit Hepatitis B oder C sowie dem Epstein-Barr-Virus infiziert sind, gelten. Auch eine Infektion mit HIV soll das Risiko für Lymphdrüsenkrebs erhöhen.

Daneben vermuten Wissenschaflter, dass auch genetische Faktoren eine Rolle spielen könnten. Bislang konnten allerdings noch keine einheitlichen genetischen Veränderungen bei Personen mit Lymphdrüsenkrebs festgestellt werden.

Symptome bei Lymphdrüsenkrebs

Typisches Symptom von Lymphdrüsenkrebs sind geschwollene, vergrößerte Lymphknoten, die jedoch keinerlei Schmerzen verursachen. Geschwollene Lymphknoten, die im Rahmen von Infektionskrankheiten wie beispielsweise einer Erkältung auftreten, schmerzen dagegen auf Druck. Bei Lymphdrüsenkrebs machen sich die Schwellungen in der Regel über einen Zeitraum von mehreren Wochen bemerkbar. Sie treten insbesondere am Hals, aber auch in den Achselhöhlen, im Brust- und Bauchbereich oder in der Leistengegend auf.

Neben geschwollenen Lymphknoten gibt es noch weitere Anzeichen, die auf Lymphdrüsenkrebs hinweisen können – allerdings sind diese Symptome meist relativ unspezifisch. So kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • deutliche Gewichtsverluste
  • Appetitlosigkeit
  • Juckreiz
  • Leistungsabfall
  • Schwächegefühl
  • Müdigkeit
  • starkes nächtliches Schwitzen sowie wiederkehrendes Fieber 

Nach dem Genuss von alkoholischen Getränken können in seltenen Fällen Schmerzen in den erkrankten Lymphknoten auftreten.

In einem späten Stadium kann der Krebs auch andere Organe wie das Knochenmark, die Leber oder die Milz befallen. Dann kann es zu weiteren Symptomen wie etwa einer Vergrößerung der Milz oder einer Blutarmut kommen.

Lymphdrüsenkrebs: Lebenserwartung und Heilungschancen

Morbus Hodgkin hat im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen eine relativ gute Prognose. Mit entscheidend für die Heilungschancen ist jedoch immer das Stadium, in dem die Krebserkrankung diagnostiziert wird. Wird Lymphdrüsenkrebs in einem frühen Stadium erkannt, liegen die Heilungschancen bei rund 90 Prozent. Aber auch in einem späteren Stadium lässt sich die Krebserkrankung häufig noch gut behandeln.

Wie hoch die Lebenserwartung bei Morbus Hodgkin ist, hängt genau wie die Heilungschancen vom Stadium, in dem der Lymphdrüsenkrebs entdeckt wird, ab. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate liegt zwischen 90 und 95 Prozent.

Aktualisiert: 10.05.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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